Monate: Mai 2017

Betty Reis, Solingen und die Kinderbücher

Was Betty Reis mit meiner Heimatstadt Solingen und insbesondere mit meinem Stadtteil Ohligs zu tun hat, warum ich Gründungsmitglied einer Gesellschaft geworden bin, die ihren Namen trägt, und welche Rolle dabei die Kinder- und Jugendbücher spielen, das möchte ich euch heute ein wenig genauer erläutern. Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist. – Aus dem Talmud Als mich vor einigen Tagen eine Email mit der Einladung zur Gründungsversammlung einer „Betty-Reis-Gesellschaft“ erreichte, sagte mir dieser Name nichts. Doch der Einladende hatte seinem Schreiben einen kurzen Lebenslauf der jungen Frau beigefügt, der mich auch heute – mehr als 70 Jahre später – noch erschauern lässt. Betty Reis verbrachte, aufgewachsen in einer jüdischen Familie, ihre Kindheit und Jugend in ihrer Heimatstadt Wassenberg, bevor sie 1937 eine Stelle als Dienstmädchen bei einer jüdischen Familie in Solingen annahm. Dort erlebte sie 1938 die Pogromnacht und machte traumatische Erfahrungen. Die Nationalsozialisten deportierten sie, nachdem sie seit 1939 zahlreiche andere Stationen durch­laufen hatte, schließlich ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort wurde Betty Reis durch die Nationalsozialisten im Herbst 1944 ermordet. …

“Love out loud” oder ganz viel Liebe für meine Bücherkinder!

„Love out loud“. So lautet das diesjährige Motto der re:publica, die derzeit in Berlin stattfindet. Und in Zeiten wie den heutigen, in denen das Feuilleton die Buchblogger kritisiert und selbige die Kritik kritisieren und überhaupt reichlich im Netz kritisiert wird, nehme ich diesen Slogan zum Anlass, ein ganz lautes Lob – sofern man im Netz von „laut“ sprechen kann – und ebenso kräftigen Dank auszusprechen. Mein Lob und Dank gilt meinen Bücherkindern. Allen voran danke ich meinen unermüdlichen Online-Redakteuren, die sich in wechselnder Besetzung bald fünfzehn Jahre lang durch immer wieder neue Kinder- und Jugendliteratur lesen und ihre Meinung dazu abgeben. Mein spezieller Dank verbunden mit einem dicken Lob soll aber heute nach aller Kritik an der Kritik und überhaupt in besonderem Maße meinen Monheimer Bücherkindern gelten. Seit einem Vierteljahr treffe ich mich mit den Jungen und Mädchen zwischen 9 und 11 Jahren einmal pro Woche im Ulla-Hahn-Haus in Monheim. Dort widmen wir uns aktuellen Büchern, die Kinder schreiben erste Rezensionen und gemeinsam überarbeiten wir ihre Texte. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass selbst …