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der pfad

Wohnzimmerlesung mit Rüdiger Bertram

Am vergangenen Freitag war es wieder einmal so weit: Wohnzimmerlesung! Bereits zum zweiten Mal besuchte uns der Kinder- und Jugendbuchautor Rüdiger Bertram, der dieses Mal nicht nur sein neuestes Jugendbuch „Der Pfad – Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit“ dabei hatte, sondern noch zahlreiche Fotos seiner Recherchereise, die ihn von Marseille nach Banyuls-sur-Mer und über den Chemin Walter Benjamin ins katalanische Portbou führte.

Diesen alten Schmugglerpfad nahmen viele deutsche Emigranten, um vor den Nazis über die Pyrenäen nach Spanien zu fliehen, unter ihnen auch Heinrich Mann und Walter Benjamin, der sich in Portbou das Leben nahm, da die spanischen Behörden ihm aufgrund eines Formfehlers im Ausweis mit der Rückführung drohten. Nach ihm ist der Pfad heute benannt. Zur Zeit des Dritten Reichs hieß die Route allerdings F-Route, benannt nach Lisa und Hans Fittko, die als Fluchthelfer agierten und den beschwerlichen Weg über die Pyrenäen bis zu dreimal in der Woche nahmen.

Sowohl das Buch „Mein Weg über die Pyrenäen“ von Lisa Fittko als auch der Titel „Kind aller Länder“, in dem die 10-jährige Kully über das ruhelose Emigranten-Leben erzählt, lieferten Rüdiger Bertram die Idee zum Buch.

Frankreich 1941: Wie so viele andere deutsche Flüchtlinge, die von der Gestapo gesucht werden, sitzen der zwölfjährige Rolf und sein Vater in Marseille fest, weil sie keine Ausreisegenehmigung erhalten. Ihr Ziel ist New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet, doch der einzige Weg in die Freiheit ist ein steiler Pfad über die Pyrenäen. Fluchthelfer Manuel, ein Hirtenjunge kaum älter als Rolf, soll sie über die Berge führen. Heimlich und gegen das Verbot seines Vaters, nimmt Rolf seinen geliebten Hund Adi mit, und so machen sie sich zu viert auf einen gefährlichen Weg in eine ungewisse Zukunft.

VERLOSUNG von "Der Pfad"!
Verratet mir per Kommentar, warum ihr euch für diesen Titel interessiert. 
Unter allen Kommentierenden verlose ich insgesamt 2 signierte Exemplare der
Fluchtgeschichte des Autors Rüdiger Bertram.
Bis zum 28. Februar 2018 um 18:00 Uhr habt ihr Zeit, mir zu schreiben. 
Bei mehr als 2 Teilnehmern entscheidet das Los per random.org.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nachwuchsredakteure gesucht!

Bewerbungsfrist beendet!!

Bewirb dich jetzt!

Seit 15 Jahren bewerten junge Leser auf Buecherkinder.de aktuelle Literatur, viele von ihnen schon über etliche Jahre hinweg. Regelmäßig „entwachsen“ die Nachwuchsredakteure dem Kinderbuch und tummeln sich – in meinen Augen viel zu schnell 😉 – in der Jugendliteratur. Ein Grund, weshalb ich regelmäßig auf Nachwuchssuche gehen muss.

Voraussetzung:

  • Du bist zwischen 8 und 10 Jahren jung.
  • Du liest gerne, viel und schaffst pro Monat ein Buch (oder auch mehr).
  • Du bist allen Genres gegenüber aufgeschlossen.
  • Du kannst dir vorstellen etwa 10 Bücher pro Jahr zu lesen und eine ordentliche Kritik (Infos gibt es dazu von mir) zu verfassen.
  • Dein Wohnort oder deine Postadresse ist in Deutschland, sonst wird das Porto leider zu teuer.

Und sonst?

Deine Buchkritiken erscheinen auf der Webseite Buecherkinder.de und in gekürzter Form gelegentlich in der Fachzeitschrift Eselsohr. Es besteht die Möglichkeit, Gastbeiträge im Buecherkinder-Blog zu verfassen. Alle Rezensionsexemplare darfst du selbstverständlich behalten. Du übernimmst lediglich eine kleine Versandkostenpauschale (sofern du die Bücher nicht bei mir Zuhause abholst), erhältst dafür aber jede Menge Lesespaß!

Neugierig?

Dann bewirb dich per Mail bei mir. Das sollte deine Mail enthalten:

  • Deinen Namen
  • Dein Alter mit Angabe des Geburtsjahres
  • Den Titel des zuletzt von dir gelesenen Buchs.
  • Eine Probebewertung zu einem Buch deiner Wahl.
    (Mach dir keinen Stress und schreib erst einmal so, wie dir der Schnabel gewachsen ist 🙂 )
  • Weitere Infos erhältst du dann per Mail von mir.

Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse

Wenn die Technik nicht so will, wie man selbst, dann kann ein Beitrag auch mal sehr verspätet online gehen. Aber da nach der Buchmesse bekanntlich vor selbiger ist und Matteo (13) aus der Redaktion sich sehr viel Mühe mit seinem Beitrag gegeben hat, kommt dieser eben einfach jetzt!

Endlich findet die Frankfurter Buchmesse wieder statt und ich freue mich sehr, wieder dorthin zu kommen! Es ist schon das dritte Mal, dass ich zur Messe fahre, allerdings war es diesmal schwieriger, eine Schulbefreiung zu bekommen, weshalb ich weniger Zeit auf der Messe verbringen werde, denn ich kann erst nach der Schule den Zug nach Frankfurt nehmen.

Ich frage mich, wie es diesmal dort sein wird. Ist es vielleicht wie beim Weihnachtsmarkt, dass alle Stände immer am gleichen Ort und man sogar mit geschlossenen Augen zum Kerzenstand findet?

Blick in Halle 3.0

Diesmal treffe ich mich mit niemandem bzw. habe ich keine Termine mit einem Autor oder einer Autorin, doch das kann meine Vorfreude nicht verringern. Was erwarte ich diesmal von der Buchmesse? Ich hoffe, dort viel Neues zu entdecken, z. B. Fortsetzungen von Büchern, die mir gefallen haben und von denen ich nicht dachte, dass sie Folgebände haben würden. Außerdem habe ich schon meine Favoriten für den diesjährigen Jugendliteraturpreis, denn einige der Bücher haben entweder ich oder meine Schwester schon gelesen. Ob mein Favorit gewinnt?

Eine letzte Neuigkeit: Dieses Jahr werde ich nicht meine ganze Zeit im Bereich für Jugendbücher verbringen, sondern auch zur Halle des Gastlandes Frankreich gehen. Das liegt nicht nur daran, dass ich in der Schule Französisch lerne, sondern vor allem daran, dass ich schon einige sehr lustige französische Comics gelesen habe, die es in Deutsch nicht gibt, und so hoffe ich, weitere ähnliche Bücher aus Frankreich zu entdecken.

[…]

Nun ist die Buchmesse leider schon vorbei und ich muss auf nächstes Jahr warten, um wieder dorthin zu kommen. Was habe ich diesmal entdeckt?

Zunächst möchte ich gestehen, dass die Buchmesse wirklich ein bisschen wie ein Weihnachtsmarkt ist, denn alle Bücherstände sind immer am gleichen Ort und ähneln sich von Jahr zu Jahr auch sehr. Doch irgendwie hat mir auch das gefallen, denn so konnte ich besser entscheiden, ob mir ein Verlag mehr oder weniger als letztes Jahr gefallen hat, weil ich so vor allem seine Bücher und nicht nur seinen Aufbau gesehen habe. Wenn ich ehrlich bin, hat es mir dieses Mal sogar besser gefallen, da ich deutlich mehr Bücher für meine Wunschliste gefunden habe. Außerdem war ich diesmal nicht das einzige Kind dort, sondern habe auch mehrere Gruppen von Jugendlichen gesehen.

An den Ständen der kleinen Verlage hat sich das Personal sehr für mich und für das, was ich dort gemacht habe, interessiert, was bei den größeren Verlagen leider nicht der Fall war. Leider hatte ich diesmal nicht so viel Zeit dort, weshalb ich keine neuen Autoren kennengelernt habe.

Gastlandauftritt Frankreich

Etwas enttäuscht war ich allerdings vom Messeauftritt des diesjährigen Gastlandes Frankreich. Es gab keine Stände, sehr wenig Bücher und es wurde vor allem gesprochen (und gegessen). Ich habe mich vor allem für die Comics interessiert und es gab tatsächlich ein Abteil für Comics dort, doch es waren nicht viele und diese, die es dort gab, waren an die Holzbalken angenagelt. Um die etwas tiefer hängenden anzuschauen, musste man sich fast hinlegen, da diese sich nicht von den Brettern lösen ließen! Doch die Menschen dort waren sehr nett zu mir. Die Präsenz Frankreichs erkannte man sofort an der riesigen Asterix-Gummistatue in der Mitte der Messe.

Ein Highlight für mich war die Preisverleihung des Jugendliteraturpreises, obwohl meine Hauptfavoriten leider nicht gewonnen haben. Allerdings bin ich neugierig auf einige andere Bücher geworden, obwohl diese auch nicht unbedingt den ersten Platz erreicht haben. Einige anwesende Autoren kamen mir sehr sympathisch vor, z. B. Piotr Sochas, der mit einem Sachbuch über Bienen den Preis gewonnen hat, denn er hat äußerst witzige Bemerkungen von sich gegeben, die mit ihm, seinem Buch und dessen Geschichte zu tun haben. Erstaunt war ich auch davon, dass alle Leute begeistert aufgestanden sind, als  der Name der Gewinnerin des Preises für das Gesamtwerk aufgerufen wurde. Einige Leute haben sogar angefangen zu weinen. Gewonnen hat Gudrun Pausewang, fast so alt wie meine Uroma, und ich war erstaunt darüber, dass ich sie nicht kannte und möchte gerne eins ihrer Bücher jetzt lesen.

Jugendliteraturpreisverleihung 2017

Mit vielen Eindrücken und Lesewünschen bin ich nach Hause gekommen und freue mich auf nächstes Jahr

Matteo Schmidt (13) aus der Buecherkinder-Redaktion

Cornelia Funke

Vulkan-Mission oder Ein Abend in Hamburg

Lennart Magholder (13) aus der Buecherkinder-Hörbuchredaktion hatte die Möglichkeit an einer ganz besonderen Veranstaltung in Hamburg teilzunehmen, an der Cornelia Funke gemeinsam mit Schauspielern Szenen aus dem Hörspiel „Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“ aufführte und anschließend Rede und Antwort stand. Hier kommt sein Bericht.

Vulkan-Mission

Überall auf der Welt verschwinden Fabelwesen auf rätselhafte Weise – das Geheimnis wollen Ratte Lola, Fliegenbein (ein Homunkulus) und ein Koboldmädchen namens Schwefelfell natürlich lüften. Ben, der erfahrene Drachenreiter, schickt die dreiköpfige Freefab-Truppe als Kundschafter los – zu einem isländischen Vulkan. Schwefelfell hat es besonders schwer erwischt, ihr Drache Lung ist ebenfalls gefangen genommen worden. Dumm nur, dass sich Lola und Schwefelfell nicht ganz so gut verstehen. Und als sie die Fabelwesen entdecken, wird schnell klar, dass es nicht beim Kundschaften bleiben kann. Sie müssen schleunigst etwas unternehmen! Eine Nachtfisch-Blockade, egoistische Steinzwerge und ein plötzlich auftauchender Verwandter von Fliegenbein sind nur einige der Überraschungen, die ihnen auf ihrem abenteuerlichen Weg begegnen …

CD-Cover

„Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“
Atmende Bücher

Das 2-CD-Hörbuch ist für 6-10-Jährige ausgesprochen spannend. Ich fand es ganz interessant, dass Ben und Guinever mal nicht im Mittelpunkt standen und damit andere Nebenfiguren groß rauskommen konnten.

Und obwohl ich altersmäßig nicht mehr ganz in die Zielgruppe passe, hat mir das Hörbuch eine lange Autofahrt fesselnd verkürzt und ich hätte mir gewünscht, dass es noch etwas länger gewesen wäre.

Alle Stimmen passten super zu den Figuren, und ich finde es gut, dass das Hörbuch eine tolle Pop-up-Ausstattung aus umweltfreundlicher Pappe (und nicht Plastik) bekommen hat.

Ein Abend in Hamburg

Die Sprecher in Aktion

Über Monate jeden Tag mehrere Stunden sprechen, mit endlosen Wiederholungen, Stimm-Variationen und ohne die Konzentration zu verlieren, und das alles für nur 90 Minuten Hörspaß – genau so sieht die Arbeit im Tonstudio aus, bei der wir an einem Abend Mäuschen spielen durften. Danach gab es noch eine lange Führung durch die Räumlichkeiten des Tonstudios German Wahnsinn mit all seinen technischen Wunderwerken.

Kein Wunder also, dass die Schauspieler, die einige der Hauptfiguren in Cornelia Funkes neuem Hörspiel „Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“ verkörperten, am Abend der Premiere, die im Hörsaal der Uni Hamburg stattfand, diesmal ungewöhnlich entspannt an den Pulten Platz nahmen und gemeinsam mit der Autorin ein paar Ausschnitte präsentierten.

Cornelia Funke, die selber Winnie das Fotomäleon sprach, erzählte danach spannend von der Entstehung des Hörbuchs. Es sei eine neue Erfahrung gewesen, die Verantwortung an den Tonmeister abzugeben, und sie habe „Die Vulkan-Mission“ bewusst nur als Hörspiel und nicht als Papierbuch geplant. In einer Fragerunde konnten interessierte Kinder die in Los Angeles lebende Autorin dann ausfragen. Dabei erzählte sie von ihrem Wechsel vom Illustrieren zum Schreiben, von der Vielzahl der Ideen, die in ihrem Kopf herumwirbeln, und verriet sogar ein paar kleine Geheimnisse: nämlich dass sie gerade an drei Texten gleichzeitig arbeitet, darunter ein neues „Drachenreiter“-Buch und ein Nachfolgeband der „Tinten“-Trilogie unter dem Titel „Die Farbe der Rache“. Aber das absolute Highlight war die kleine Gesangseinlage, die sie auf Wunsch eines jungen Fans zum Besten gab. Insgesamt ein toller, abwechslungsreicher Abend!

Danke an Atmende Bücher für die Fotos.

Ich lese unabhängig

Ich lese unabhängig!

Vom 4. bis 11. November findet bereits zum vierten Mal die Woche der unabhängigen Buchhandlungen (WUB) statt. Initiiert wurde diese besondere Woche 2014 von David Mesche, Mitinhaber der BUCHBOX!-Buchhandlungen in Berlin, der die Idee aus England mitbrachte, wo die diesjährige Independant Bookshop Week bereits im Juni stattfand. Auf der dortigen Webseite fand ich auch folgenden Text der Autorin Sally Nicholls, der zwar als Warnung ausgesprochen wird, aber doch eher einer Liebeserklärung gleicht:

“Independent bookshops? What a terrifying thought! Go into a bookshop and anything could happen to you. You could be educated, informed, inspired, transformed, terrified, amused … you might come out a completely different person to the one you went in as. It happened to me. You have been warned.”
– Sally Nicholls 

Logo

In der WUB feiern sich die unabhängigen, inhabergeführten Buchhandlungen selbst und wir als Kunden feiern gleich mit. Zahlreiche Veranstaltungen sind für die kommenden Tage geplant und können dem Veranstaltungskalender entnommen werden.

Ich lese unabhängig!

Leider kann ich mich gar nicht mehr an mein erstes selbstgekauftes Buch erinnern, aber da sich in meinem Stadtteil gleich drei inhabergeführte Buchhandlungen und kein Filialist befinden, kann ich wohl getrost davon ausgehen, dass ich immer schon unabhängig eingekauft habe. Damals vielleicht noch, ohne weiter darüber nachzudenken, heute ganz bewusst und voller Freude, denn den Beitrag, den diese inhabergeführten Buchhandlungen zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben beitragen, ist von nicht zu unterschätzender Relevanz.

Bücher haben mich noch nie im Stich gelassen, sie haben mich unterhalten, mir weitergeholfen, ließen mich lachen und ich glaube noch häufiger weinen. Und sicher haben sie mich auch ein stückweit zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Wie gut also, dass ich in den vielen Buchhandlungen, die ich mittlerweile besucht habe, immer gut beraten wurde, wie schön, dass man mich und meine Vorlieben dort kennt und wie wunderbar, dass man selbige gelegentlich einfach links liegen lässt und mich mit Büchern versieht, zu denen ich von alleine nie gegriffen hätte.

Liebe Buchhändler, danke, dass es euch gibt!