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der pfad

Wohnzimmerlesung mit Rüdiger Bertram

Am vergangenen Freitag war es wieder einmal so weit: Wohnzimmerlesung! Bereits zum zweiten Mal besuchte uns der Kinder- und Jugendbuchautor Rüdiger Bertram, der dieses Mal nicht nur sein neuestes Jugendbuch „Der Pfad – Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit“ dabei hatte, sondern noch zahlreiche Fotos seiner Recherchereise, die ihn von Marseille nach Banyuls-sur-Mer und über den Chemin Walter Benjamin ins katalanische Portbou führte. Diesen alten Schmugglerpfad nahmen viele deutsche Emigranten, um vor den Nazis über die Pyrenäen nach Spanien zu fliehen, unter ihnen auch Heinrich Mann und Walter Benjamin, der sich in Portbou das Leben nahm, da die spanischen Behörden ihm aufgrund eines Formfehlers im Ausweis mit der Rückführung drohten. Nach ihm ist der Pfad heute benannt. Zur Zeit des Dritten Reichs hieß die Route allerdings F-Route, benannt nach Lisa und Hans Fittko, die als Fluchthelfer agierten und den beschwerlichen Weg über die Pyrenäen bis zu dreimal in der Woche nahmen. Sowohl das Buch „Mein Weg über die Pyrenäen“ von Lisa Fittko als auch der Titel „Kind aller Länder“, in dem die 10-jährige Kully …

Ist bei Lüftner die Luft raus?

„Ist bei Lüftner die Luft raus?“ – „Wohl kaum!“, dachte ich mir als ich diese Collage (by www.matzilla.de) in steter Regelmäßigkeit seit Anfang Oktober im Netz auftauchen sah. Aber schon damals war mir klar, dass Kai Lüftner da irgendetwas Besonderes ausbrütet und deshalb habe ich mal einen genaueren Blick auf die Kampagne geworfen. Aber zunächst geht es kurz ein paar Jahre zurück … Ich begegnete Kai das erste Mal persönlich im März 2013 auf der Leipziger Buchmesse. Damals zogen seine „Milchpiraten“ in den Leipziger Lesekompass ein. Seitdem sind wir – sagen wir mal – gummibandmäßig miteinander verbunden. Mal hören wir wenig voneinander, mal schnackelt es im Gummiband und zack treffen wir uns in Berlin, Leipzig oder Solingen wieder. Ich mag Kai, und das nicht nur, weil er auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Kinderbuchautor aussieht. Ich mag ihn, weil er sich nicht verbiegt, weil er ein Original ist und sich treu bleibt. Vermutlich ist genau das auch das (offene) Geheimnis seines Erfolges. Umso neugieriger wurde ich deshalb als Kai Anfang Oktober seine …

Der Tag, an dem ich Andy Warhol traf

Kennst du eigentlich Andy Warhol? Aber sicher, wirst du antworten. Das ist doch der mit den Campbell-Suppendosen! Ja, natürlich, das weiß ich auch. Aber was weißt du noch über ihn, über seine Kindheit, seine Studienzeit, seine Arbeit als Grafiker, seine Factories, sein künstlerisches Schaffen, sein Leben? Ich muss zugeben, dass ich über diesen Ausnahmekünstler so gut wie gar nichts wusste. Das änderte sich nach der gestrigen Lesung schlagartig, denn da lernte ich Andy Warhol, der eigentlich Andrej Warhola heißt, kennen. Er besuchte mich in meinem Wohnzimmer und brachte gleich noch Marilyn Monroe, Marlon Brando und Elvis mit. Mitgebracht hat ihn – in Buchform – Maren Gottschalk, die bereits zum dritten Mal zur Wohnzimmerlesung nach Solingen kam. Maren Gottschalk ist freie Autorin, arbeitet unter anderem für den WDR (ZeitZeichen, Stichtag …), ist Projektleiterin des „WDR-Kinderrechtepreis“ und hat – last but not least – bei Beltz & Gelberg schon diverse Biografien bekannter Persönlichkeiten wie beispielsweise Nelson Mandela, Astrid Lindgren oder Sophie Scholl veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erschien ihr aktuelles Buch „Factory Man – Die Lebensgeschichte des Andy …

Grattis på födelsedagen Sven Nordqvist

Gesa Füßle (Skandinavistin und Redaktionsmitglied) hat für das Buecherkinder-Blog ein Geburtstagsinterview mit dem Petterson-Erfinder Sven Nordqvist geführt. Im Schwedischen duzt man sich, daher fragte Gesa bei Sven Nordqvist nach, wie sie die Anrede übersetzen soll. Die Antwort war eindeutig: „Du sollst du sagen.“ Deine Zeichnungen sind wie ein gemalter Film, z. B. gibt es Findus oft mehrfach auf einem Bild. Wie machst du das, wenn du so ein Bild zeichnest? Zeichnest du Findus in seiner Bewegung? Z. B. wenn er von links nach rechts springt, zeichnest du ihn dann erst auf der linken und dann auf der rechten Seite? Oder hast du das Bild so genau in deinem Kopf, dass du überall anfangen kannst zu zeichnen? Zuerst skizziere ich immer das ganze Bild, und dann zeichne ich die Figuren rein, wo ich finde, dass sie sein sollen, und probiere aus, welche Pose sie einnehmen sollen. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, wie ich es in so einem bestimmten Fall mache. Vermutlich sehe ich beim Zeichnen, wo der nächste Findus sein soll, und wo dann der nächste … Wenn …

Ein roter Ohrensessel für den guten Zweck

Seit Januar 2012 veranstalten wir regelmäßig Wohnzimmerlesungen in unserem Zuhause in Solingen. Von „B“ (wie Zoë Beck) bis „Z“ (wie Sabine Zett) nahmen in den vergangenen vier Jahren an 29 Lesungen 19 unterschiedliche Autorinnen und Autoren auf dem großen roten Ohrensessel Platz. Nach ausgiebigen Renovierungstätigkeiten in diesem Frühjahr und ein wenig Möbelgerücke im Wohnzimmer haben wir uns schließlich schweren Herzens von unserem großen roten getrennt und uns für ein kleineres Modell entschieden, das wir bald mit einer 30. Lesung einweihen wollen. Lange haben wir überlegt, wie wir den roten Ohrensessel in den wohlverdienten Ruhestand schicken sollen. Sperrmüll kam für unser gutes Stück überhaupt nicht in Frage, per Kleinanzeige verkaufen oder per eBay versteigern schien uns für dieses Möbelstück mit bewegter Lesungsvergangenheit nicht angemessen. Schließlich stand unser Entschluss fest: Unser roter Ohrensessel soll für einen guten Zweck versteigert werden und was könnte da näher liegen als dies für das Netzwerk Autoren helfen zu tun. Autoren helfen Auf der Webseite der Initiative heißt es u.a.: „Autoren helfen“ ist eine Initiative von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren aus Deutschland, …