Alle Artikel mit dem Schlagwort: Buchtipps

Tief berührend: Mein Freund Pax

Eigentlich überlasse ich schon seit Jahren das Schreiben von Rezensionen den rund vierzig Kindern und Jugendlichen der Redaktion. Zumindest auf der Webseite. Doch hin und wieder tauchen im Stapel der Leseexemplare Bücher auf, die auch für mich als erwachsener Leser so besonders sind, sich auf ihre Art aus der Masse der Neuerscheinungen abheben, dass ich nicht umhin komme, euch von ihnen zu erzählen. Häufig sind dies Geschichten, die mich ganz tief drinnen berühren, die mich mit einer wohligen Wärme im Bauch zurücklassen, die schlicht und ergreifend ein Geschenk sind. „Mein Freund Pax“ ist so ein Buch. Mein Freund Pax von Sara Pennypacker, aus dem Englischen von Birgitt Kollmann, mit Illustrationen von Jon Klassen, Fischer Sauerländer 2017 304 Seiten, 34 Kapitel – für Leserinnen und Leser ab 10 (und älter) Von außen Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen …

Gruseln und Grinsen im Haus der Geister

Wenn einer meiner Lieblingsautoren in der Kinder- und Jugendliteratur – nein, Rüdiger, du bist beim nächsten Mal dran – ein neues Buch schreibt, lasse ich meist alles stehen und liegen, um mich bei Erscheinen dem neuen Werk erst einmal ausgiebig zu widmen. Von außen „Es knirscht und kracht im Gebälk. Manchmal hört man sogar ein leises Seufzen. Melli wäre lieber in New York geblieben, aber weil ihre Eltern notorisch pleite sind, mussten sie unbedingt in die schiefe alte Villa nach Kohlfincken ziehen. Zusammen mit dem Nachbarsjungen Hotte kommt Melli dem gut gehüteten Geheimnis ihrer Urgroßschwiegercousine Emilie auf die Spur. Und entdeckt dabei ein Erbe, das es wirklich in sich hat …“   House of Ghosts – Das verflixte Vermächtnis (Band 1) von Frank Maria Reifenberg, arsEdition 2017 176 Seiten, 17 Kapitel – für Leserinnen und Leser ab 10 Von innen Gleich vorweg, „House of Ghosts“ und ich hatten einen etwas holprigen Start, was – rückblickend betrachtet – sicherlich hauptsächlich an meiner lädierten Gesundheit lag. So las ich die ersten Kapitel mit arg verschnupftem Kopf, der …

Mit einer Leseempfehlung ins neue Lesejahr

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne … So oder zumindest so ähnlich fühle ich mich zweimal im Jahr, wenn die ersten Lesexemplare der aktuellen Verlagsvorschauen bei mir eintrudeln. Meist dauert es nicht lange, dann habe ich mich für ein Buch entschieden, das den Anfangspunkt des neuen Lese(halb)jahres markieren und mir hoffentlich einen guten Start in die neue Leserunde bescheren wird. Für diesen Griff nach dem einen, dem ersten Buch zählen zunächst einmal Äußerlichkeiten. Spricht mich das Cover an? Macht der Titel neugierig? Ist der Klappentext gelungen? – Hier müssen auf jeden Fall schon einmal drei JAs her, und das hat „Zeitreise mit Hamster“ mit Bravour geschafft. Den gelben Buchschnitt gab es als i-Tüpfelchen noch oben drauf. Von außen „Hätte mich früher einer gefragt, ich hätte gesagt, dass eine Zeitmaschine vermutlich wie ein U-Boot aussieht. Oder vielleicht wie eine Rakete. Stattdessen schaue ich jetzt auf einen Laptop und eine Zinkwanne aus dem Gartencenter. Das ist Dads Zeitmaschine. Und sie wird die Welt verändern. Na ja, auf jeden Fall meine.“ Al Chaudhury hat eine unglaubliche Chance. Er …

Diogenes – Kinderbücher mit Charakter!

Vor einigen Wochen suchte ich unter den Bilderbuch-Redakteuren jemanden, der die Bilderbücher aus dem Diogenes Verlag genauer unter die Lupe nimmt. Sabrina Kalmykov aus der Redaktion meldete sich sofort. Hier kommt nun ihr Blogbeitrag über … Kinderbücher mit Charakter Sollte es für den ein oder anderen nicht sofort greifbar sein: Diogenes, das sind so tolle Bücher wie zum Beispiel „Wo die wilden Kerle wohnen“, „Der Maulwurf Grabowksi“ oder „Ein Apfelbaum im Bauch“. Und auch eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist in diesem Verlag erschienen: „Kein Kuss für Mutter“. Es sind keine Kinderbücher, so wie man sie sich vielleicht erst mal vorstellt: glatt und lieb, nicht unbedingt tiefgründig, oft mit absehbaren Friede Freude Eierkuchen Enden. Nein – hier handelt es sich um Kinderbücher mit Profil, mit Charakter, mit politischen und moralischen Botschaften. Die Geschichten und Bilder regen die Leser (Vorleser und Zuhörer) dazu an, ihre Fantasie zu nutzen und sich ihre Umwelt genauer anzuschauen. Kinder werden aufgefordert kritisch zu denken. Wir werden dazu angehalten, unseren Lebenswandel und unseren Umgang mit der Welt genauer zu betrachten: Warum wird …

Der Tag, an dem ich Andy Warhol traf

Kennst du eigentlich Andy Warhol? Aber sicher, wirst du antworten. Das ist doch der mit den Campbell-Suppendosen! Ja, natürlich, das weiß ich auch. Aber was weißt du noch über ihn, über seine Kindheit, seine Studienzeit, seine Arbeit als Grafiker, seine Factories, sein künstlerisches Schaffen, sein Leben? Ich muss zugeben, dass ich über diesen Ausnahmekünstler so gut wie gar nichts wusste. Das änderte sich nach der gestrigen Lesung schlagartig, denn da lernte ich Andy Warhol, der eigentlich Andrej Warhola heißt, kennen. Er besuchte mich in meinem Wohnzimmer und brachte gleich noch Marilyn Monroe, Marlon Brando und Elvis mit. Mitgebracht hat ihn – in Buchform – Maren Gottschalk, die bereits zum dritten Mal zur Wohnzimmerlesung nach Solingen kam. Maren Gottschalk ist freie Autorin, arbeitet unter anderem für den WDR (ZeitZeichen, Stichtag …), ist Projektleiterin des „WDR-Kinderrechtepreis“ und hat – last but not least – bei Beltz & Gelberg schon diverse Biografien bekannter Persönlichkeiten wie beispielsweise Nelson Mandela, Astrid Lindgren oder Sophie Scholl veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erschien ihr aktuelles Buch „Factory Man – Die Lebensgeschichte des Andy …