Bilderbücher aus dem JupitermondVerlag

Kinder brauchen fantasievolle Geschichten und positive Rollenvorbilder, mit denen sie sich identifizieren können. Sie brauchen Erzählungen, die es ihnen ermöglichen, die Realität zu verstehen und sich damit auf kindgerechte Weise auseinander zu setzen. All dies liefern die folgenden fünf Bücher aus dem Jupitermondverlag:

 

Als Tayo eines Morgens von Goldstaub geweckt wird, ist ihm klar: heute ist einer der Tage, an dem alles gut ist, an dem alles gelingt und an dem er dieses Gefühl weitergeben kann.

So wacht nicht nur seine kleine Schwester durch seinen Glitzerstaub gutgelaunt auf, obwohl sie sonst ein Morgenmuffel ist, sondern Tayo ermöglicht auch vielen anderen Menschen einen tollen Tag und auch er selbst hat Vertrauen, dass er alles schaffen kann.

„Glitzertage“ beschreibt das Phänomen, dass es manchmal einfach nur den guten Glauben an das Positive braucht, um einen wunderbaren Glitzertag zu erleben.

 

In der Grundschulklasse wird heute bekanntgegeben, wer im Theater welche Rolle spielen soll. Und auf eine Besetzung sind alle Kinder besonders gespannt: die Hauptrolle der tanzenden Elfe. Denn für diese braucht es nicht nur eine Menge Mut, man muss auch einen langen Text lernen.

Den meisten Kindern aus der Klasse ist sofort klar, das ist nichts für sie. Ella hingegen, hat den nötigen Mut und kann auch gut lange Texte lernen, nur wie soll das mit dem Tanzen klappen? Denn Ella sitzt im Rollstuhl. Was werden die anderen Kinder wohl denken? Und kann man in einem Rollstuhl überhaupt tanzen?

„Ellas Elfentanz“ ist eine herzerwärmende Geschichte über gelebte Inklusion und den großen Mut eines Mädchens, der dadurch entstehen kann.

 

Ava liebt es zu malen: Bunte Bilder voller Farbe, die auf weißem Hintergrund besonders toll strahlten. Sie zeigen ihr wundervolles Leben. Doch dann ändert sich plötzlich alles. Denn Ava muss mit ihrer Mutter aus ihrer Heimat fliehen.

Von nun an ist für Ava nichts mehr bunt. Und selbst wenn sich mal ein Farbklecks in ihr Leben schleicht, so wird er doch direkt von dem großen grauen Schleier geschluckt, der über allem liegt. Ob Ava jemals wieder ein Bild voller strahlender Farben in sich haben wird und ob ihr ihre neuen Freunde wohl dabei helfen können?

„Ava und die Rückkehr der Farben“ erzählt eine Geschichte von Flucht und Miteinander, vom füreinander da sein und der Macht der Freundschaft, des Friedens und der Sicherheit.

Alle drei Bücher sind von Annika Klee in Reimform verfasst. Die relativ kurz gehaltenen Textpassagen vermitteln dabei jeweils klare Botschaften, sei es über die positive Einstellung, den Glauben an sich selbst oder Themen wie Empathie und das füreinander da sein.

Neben dem Text stellen auch die Illustrationen von Stella Eich das Thema Inklusion ganz selbstverständlich dar. Neben Menschen aus verschiedenen Kulturen sowie Menschen mit und ohne Beeinträchtigung befassen sich Text und Bild zudem mit Themen, die die alltägliche Lebensrealität der Kinder betreffen.

Die Bilder sind dabei ausdrucksstark gestaltet, wodurch die Emotionen der einzelnen Situationen klar zu erkennen sind. Fantasievolle Elemente in den Illustrationen unterstreichen die Aussagen des Textes und machen diesen für die Kinder lebendig und erlebbar.

Alle drei Bücher befassen sich mit den gleichen Protagonisten, welche den Kindern daher beim Vorlesen mehrerer Geschichten bereits bekannt vorkommen.

 

Es lebte einmal ein glückliches kleines Häwas. Seinen Namen hatte es davon, dass niemand es so richtig verstehen wollte und daher alle mit „Häwas?“ nachfragen mussten.

Dies führte dazu, dass das kleine Häwas irgendwann gar nicht mehr glücklich war, denn es merkte, dass etwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. Doch wer kann dem kleinen Häwas nur helfen?

Saskia Niechzial schreibt in „Das kleine Häwas“ über ein Kind mit Sprachentwicklungsstörung. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Kindes sowie aus der einer Logopädin, die im Buch als „Zauberin der Worte“ dargestellt wird. Mit ihrer Hilfe erlangt das Kind nicht nur seine Sprechfreude zurück, sondern lernt auch viele tolle Zaubersprüche, die ihm im Alltag helfen, mit Situationen umzugehen, wenn es merkt, dass es nicht verstanden wird.

Die Illustrationen von Marielle Rusche stellen dabei auf lebendige Weise die Emotionen des Kindes und seiner Mitmenschen dar. Auch die Magie der Sprache wird auf den Bildern klar erkennbar und fantasievoll dargestellt.

Das Fachwissen und die alltagstaugliche Umsetzung der Sprachförderung des Buches stammen von Patricia Pomnitz. Auch die sehr verständlichen und alltagstauglichen Fachinformationen für Eltern am Ende des Buchen zum Thema Sprachentwicklungsstörung und Unterstützung von Kindern mit dieser dürften aus ihrem Wissensschatz entstanden sein.

Das Buch eignet sich besonders für Kinder, die vom Thema Sprachentwicklungsstörung betroffen sind, richtet sich jedoch auch an alle Personen, um Verständnis für genau diese Personen hervorzurufen.

 

Matilda mag heute weder ihre Lieblingsschmetterlingsnudeln noch wie sonst von ihrem Tag erzählen. Und vor lauter Chaos in ihr, kommt dieses auch noch voller Tränen und Wut aus ihr heraus. Doch Mama und Papa wissen nicht, was los ist und haben deshalb kein Verständnis für sie. Und auch auf Mamas und Papas Nachfragen antwortet sie nicht, was die ganze Situation nicht besser macht. Erst als Mama ihr den warmen Kirschkernmond bringt, fängt Matilda an zu erzählen und so wird ihr bildlicher Rucksack voller Kieselsteine leichter und leichter. Ob die Familie dadurch gemeinsam zum Ziel findet?

Vivien Thieringer schreibt in „Kirschkernmond“ in altersgerechter Sprache über das sich öffnen und darüber sprechen. Auf bildhafte Weise wird dargestellt, wie dadurch der schwere Rucksack mit den Kieselsteinen nach und nach leichter wird.

Die Bilder von Stella Eich visualisieren diese Situation und stellen das ganze Buch über die Gefühle von Matilda sehr anschaulich dar.

Die Geschichte lädt dazu ein, mit Kindern darüber zu sprechen, dass diese alles erzählen dürfen und ihnen dadurch Mut zu machen, sich den Eltern zu öffnen, auch wenn dies im ersten Moment schwierig erscheint und die richtigen Worte manchmal fehlen. Doch auch dafür liefert das Buch eine Lösung.

Alle fünf Bücher eignen sich für Kinder ab vier Jahren und stellen eine tolle Möglichkeit dar, um mit Kindern entwicklungsentsprechend in die Themen Selbstvertrauen, Inklusion, Gefühle oder Flucht einzusteigen.

Alles in allem vergebe ich volle fünf Sterne für Bilderbücher, die Kindern aktuelle Themen aus ihrer Welt in fantastischen Geschichten erklären.

Lisa Fehr aus der Bilderbuchredaktion

Lisa startete ihre „Karriere“ bei den Bücherkindern in der Jugendredaktion. Mittlerweile ist sie Erzieherin und liest während ihrer Arbeit mit den Kindern gerne Bilder- und Kinderbücher zu jeglichen Themen vor. In ihrer Freizeit bevorzugt sie Romane für Erwachsene und verbringt Zeit an ihrer Nähmaschine.
Beiträge von Lisa

Titelbild: Lisa Fehr

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