Bücherorte, Bücherregal
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Back to Backlist oder Die Buchwelt entschleunigen

In der Kinder- und Jugendliteratur gibt es pro Jahr etwa 8.000 Neuerscheinungen, die zweimal jährlich in den Vorschauen der Verlage präsentiert werden. Zur Zeit durchforste ich die Frühjahrsvorschauen 2015, die mich bereits weit vor Weihnachten zusammen mit den letzten Neuerscheinungen aus dem Herbst erreichten. Ich bin also eigentlich spät dran und vermute, dass der literarische Herbst schon fertig in den Schubladen der Verlage liegt und nur darauf wartet im Frühsommer auf meinem Schreibtisch zu landen.

Halt!! – Stopp!!

Dieses Vorschau-Neuerscheinung-Backlist-Ramsch-Karussell dreht sich einfach viel zu schnell. Kein Wunder, dass die Fliehkraft so manchen tollen Titel ungelesen an mir vorbei katapultiert. Aber was wird aus diesen wunderbaren Büchern vergangener Jahre? Viele von ihnen sind selbstverständlich noch lieferbar und die gedruckten Inhalte nach wie vor genauso empfehlenswert wie in deren Erscheinungsjahr. Zudem haben es weder Autor noch Illustrator verdient, in diesem Affentempo der Buchpreisbindung entbunden auf dem Ramschtisch zu landen!

Doch wer gibt dieses Tempo vor? Sind es die Verlage, die schreibende Zunft oder beharrt tatsächlich der Leser auf immer mehr Lesestoff in immer kürzeren Abständen. Meine Vermutung ist ja, dass jeder dem anderen die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, aber niemand den Mut besitzt, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Wie wäre es einfach mit ein paar weniger Büchern im Jahr? Die gewonnene Zeit kann der Verlag bzw. das Lektorat beispielsweise in die Perlensuche investieren und dem Autor oder der Autorin mehr Zeit für die Ausarbeitung außergewöhnlicher Ideen einräumen. Und der Leser? Der würde seinen Stapel ungelesener Bücher nur halb so hoch bauen und wäre das Gefühl los, ständig etwas zu verpassen.

Best of Backlist

Apropos verpassen: Damit so mancher Pageturner der vergangenen Jahre mit Verspätung noch in euren Bücherregalen oder auf den Nachttischen landet, werde ich zukünftig in der Rubrik „Best of Backlist“ Lieblingsbücher aus der Kinder- und Jugendredaktion der vergangenen Jahre vorstellen.

9783905945300Mies van Hout: Heute bin ich
Aracari 2012, ab 3 Jahren

Normalerweise zeigen Fische ja nicht wirklich Emotionen, anders in diesem fantastischen Bilderbuch. Hier werden Gefühle pur präsentiert. Auf jeder Doppelseite ist ein Fisch auf schwarzem Grund abgebildet, der jeweils in einer anderen Stimmung ist. Von ängstlich bis zufrieden ist alles dabei. So bietet sich das Buch auch ausgezeichnet an, um mit Kindern über Gefühle zu sprechen.

Wenn es bei Büchern Liebe auf den ersten Blick gibt, dann bin ich definitiv verliebt … wie der Fisch in der Mitte des Buches. Steffi

9783772524875Brigitte Werner / Birte Müller: Kabulski und Zilli-Ohwiewunderbarschön
Freies Geistesleben 2012, ab 6 Jahren

So unscheinbar wie dieses Buch beim ersten in die Hand nehmen wirkt, so gigantisch ohwiewunderbarschön wird es, wenn man es liest. Zillikatze und Kabulski haben uns völlig in ihren Bann gezogen. Die beiden Katzen erleben ein herrlich lustiges, so unglaublich katziges Abenteuer, dass man die Geschichte wieder und wieder lesen möchte. Im Ruhrgebiet angesiedelt, wird das fantastische doch wieder real und die Sprachwirren machen das Ganze nur noch einmaliger. Anke

 

 

 

9783446241657Jacqueline Kelly: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Hanser 2013, ab 11 Jahren

Calpurnia lebt mit ihrer Familie Ende des 19. Jahrhunderts in Texas. Ihre Mutter verlangt von ihr große Bemühungen hinsichtlich Hand- und Hausarbeiten, obwohl Calpurnia lieber Forscherin werden möchte. Das Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite super gefallen. Endlich mal kein „Prinzessinen-Buch“ über zickige motzende Mädchen! Es ist sehr interessant und auch informativ. Man kann viel nachdenken und lernt eine Menge über die Zeit, in der Calpurnia lebt, die Gesellschaft und auch über naturwissenschaftliche Sachen. Lilia

 

 

9783446236899Janne Teller: Krieg – Stell dir vor er wäre hier
Hanser 2011, ab 12 Jahren

Stell dir vor, Europa ist nicht mehr so friedlich und sicher wie du es gewohnt bist. Stell dir vor, es herrscht Krieg. Du als Protagonist fliehst mit deiner Familie in ein Flüchtlingslager, ohne die Sprache zu können, ohne Geld und ohne Chance auf Schulbildung. Von diesem eindringlichen Gedankenexperiment handelt Janne Tellers Buch „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier.“ Die 25 reisepassgroßen Seiten schafft sogar der größte Büchermuffel! Absolute Pflicht-Lektüre für jeden von uns, Ausreden zwecklos! Lea

 

 

 

9783551520142C.J. Skuse: Ziemlich krumme Dinger
Chicken House 2012, ab 14 Jahren

Dieses Buch ist ein Volltreffer! Die verrückte Geschichte – zwei 16-Jährige auf der Suche nach ihrem Vater und auf der Flucht vor der Polizei – wird von den Zwillingen Paisley und Beau im Wechsel erzählt. Die Story ist voller verrückter Wendungen und skurriler Figuren, rast in halsbrecherischem Tempo voran und schlägt dabei ungeahnte Loopings. Ebenso witzig und schräg ist der Schreibstil.
Dieses Buch ist mein ultimativer Sommertipp und lässt den Leser erschöpft, atemlos aber begeistert und auch ein bisschen nachdenklich zurück. Lena

 

 

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Mara Giese, die mich mit ihrem Blogbeitrag „Literarisches Haltbarkeitsdatum“ zu meinem Text inspiriert hat.

Kategorie: Bücherorte, Bücherregal

von

Seit über 10 Jahren betreibe ich die Webseite Buecherkinder.de. Ich bin leidenschaftliche Netzwerkerin (online wie offline), Jurymitglied des “Leipziger Lesekompass” und schreibe regelmäßig für die Fachzeitschrift “Eselsohr”. Obwohl technikaffin lese ich zur Zeit noch am liebsten Bücher der Holzklasse.

15 Kommentare

  1. Ich freue mich sehr, Inspirationsquelle gewesen zu sein und die Idee finde ich mehr als großartig: „Heute bin ich“ blättere ich übrigens immer noch gerne durch, während „Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen“ noch auf meinem Lesestapel darauf wartet, gelesen zu werden.

  2. Verena Julia sagt

    Danke Frau Leo für diese Worte!
    Ich lese gerne Kinder- und Jugendbücher, auch wenn mir immer wieder gesagt wird, ich wäre aus dem Alter doch längst raus. Aber ich empfinde das eben nicht so. Und ich habe sehr viel Respekt vor einem tollen Kinderbuch, weil die Sprache darin einfach einzigartig ist. Seit langem schon habe ich das Gefühl nicht mehr hinterher zu kommen. Und das finde ich schade und es schmerzt mich oft, wenn ich die vielen Neuerscheinungen sehe, die alle wundervoll klingen. Zum einen, weil ich sie mir alle gar nicht leisten kann und zum anderen, weil mir die Zeit dafür fehlt, denn ich will auch ein tolles Kinder- oder Jugendbuch genießen! Und nicht schnell, schnell herunterlesen….auch wenn man vielleicht Kinderbücher inhalieren könnte, wie nur sonst was. Aber ich mag es darüber nachzudenken, wie toll die Sprache ist. Ich liebe tolle Zitate und sammel sie, die mir sonst wahrscheinlich entgehen würden…
    Auf der einen Seite freut es mich, dass solche Verlage wie „Königskinder“ oder „magellan“ das Licht der Welt erblicken, aber auf der anderen Seite sind es dann noch mehr Bücher. Die ungelesenen Bücher stapeln sich hier mehr und mehr…ob ich sie jemals lesen werde?!?…wer weiß…
    Liebe Grüße, Verena.

  3. Sehr interessant. Das habe ich in der letzten Zeit öfter gehört: Müssen jedes Halbjahr so viele Bücher erscheinen?

    Interessanterweise klagen darüber vor allem BüchhändlerInnen. Diejenigen, die auswählen müssen, was sie ihren Lesern präsentieren wollen.

    Nun kann man sagen, es gibt zu viele Neuerscheinungen. Dann müsste man aber auch die Zahlen früherer Zeiten kennen. Und vor allem müsste man wissen, was früher alles nicht veröffentlicht worden ist und warum nicht. Vielleicht war es in den Siebzigern schlicht so, dass die Verlage rigoroser selektiert haben und auf weniger Titel gebaut haben. Das bedeutet aber, dass es entweder weniger gute Autoren gab. Oder dass viele Manuskripte, Ideen, Titel es einfach in kein Verlagsprogramm geschafft haben. Ich glaube nicht, dass es heute so viel mehr gute Autoren gibt als früher. Wahrscheinlich war die Anzahl der Menschen mit Ideen immer gleich groß. Nur früher gab es mehr frustrierte Menschen, die gern ihre gute Idee zwischen zwei Buchdeckeln gesehen hätten als heute.

    Heute ist es also so, dass vieles die Hürden zum Leser überspringt, was früher irgendwo zwischen Schreib- und Druckmaschine hängen geblieben ist und der Buchhändler sieht sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die früher Lektoren übernommen haben.

    Soll die Welt diese Ideen nicht zu Gesicht bekommen? Soll es so viele arme Autoren geben, die sich enttäuscht abwenden und ihre schönen Ideen in die Mülltonne werfen?

    Nein! Das Schreiben ist billig, das Drucken auch. Die Gedanken sind frei. Wer soll den Leuten verwehren, ihre Geschichten in eine Datei zu hacken. Und wer soll den Verlagen verbieten, sie den Menschen vorzulegen.

    Aber wer soll sich da noch zurecht finden?

    Früher haben das Zurechtfinden die Lektoren erledigt. heute delegieren sie diese Auswahl an nachgeordnete Positionen in der Verwertungskette. Die Vertreter, die Einkäufer, Buchhändler, die Leser …

    Ich glaube, dass die Forderung, weniger Titel zu veröffentlicht, das Problem, vor dem der Buchmarkt zur Zeit insgesamt steht, nicht wirklich behebt, ja, nicht einmal angeht. Denn es würde nur ein Rückschritt in Zeiten bedeuten, die wir so nicht wieder bekommen.

    Wir müssen die Fragen, die an den Buchhandel, den Leser, die Verlage, ja, auch den Online-Handel gestellt werden, erstmal klar sehen.

    Eine große Frage ist meiner Ansicht nach die der Orientierung.

    Wie erfahren Leser von Büchern, die sie interessieren könnten? Amazon bietet dafür verschiedene Hilfen, von angeschaut bis auch gekauft, Buchhändler sprechen mit Kunden, Buchhandelsketten bauen Türme auf.

    Was ist denn mit der Presse?

    Das Feuilleton bietet für Kinder- und Jugendbuch kaum Hilfe. Einige wenige Medien beschäftigen sich damit, aber das sind eher Nischenprogramme.

    Wenn der Buchhandel die Orientierung nicht bieten kann, wer soll es dann machen? Vielleicht noch die öffentliche Bücherei. Meiner Ansicht nach sind die beiden, lokaler unabhängiger Buchhandel, der nicht nur die teure Miete in der Mall und die Rendite im Auge behalten muss und die öffentliche Bücherei, die auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen hat, diejenigen, die sich, so schwer das auch sein mag, der Aufgabe der Auswahl stellen müssen. Das ist auch ihre Stärke – und vermutlich auch ihre einzige Chance.

    Die Autoren machen nur, wwas sie für richtig halten. Sie schreiben ihre Geschichte. Manchmal denken sie sie sich selbst aus, manchmal mit Hilfe der Lektoren. Die Verlage versuchen für ihre Bücher Leser zu gewinnen. Und da wir in einer zunehmend aufgefächerten Gesellschaft mit kommunikativ schwer zu erreichenden Individuen leben, zielen die Vertriebsleute mit der Schrotflinte irgendwo in den Wald und hoffen, dass sie irgendwen treffen.

    Da kann nur der Buchhändler helfen.

    • Stefanie Leo sagt

      Danke für den ausführlichen Kommentar.

      Zumindest eine Frage möchte auf die Schnelle beantworten: „Heute ist es also so, dass vieles die Hürden zum Leser überspringt, was früher irgendwo zwischen Schreib- und Druckmaschine hängen geblieben ist und der Buchhändler sieht sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die früher Lektoren übernommen haben. Soll die Welt diese Ideen nicht zu Gesicht bekommen?“

      Ja! Ich wünschte manches würde zwischen Schreib- und Druckmaschine hängen bleiben. Es ist noch kein Autor vom Himmel gefallen und der heutige technische Fortschritt bietet einfach zu vielen Menschen die Möglichkeit in gedruckter oder digitaler Form ihre geistigen Ergüsse zu vervielfältigen. Und ja, manches davon möchte ich nicht zu Gesicht bekommen.

      Meiner Meinung nach ist der Buchhandel nicht dafür zuständig, die Aufgaben eines Lektorats zu übernehmen und sicher dankbar für ein paar weniger Titel, die er durchforsten muss, nur um festzustellen, dass sie dem jährlichen Einheitsbrei entsprechen.

    • Ich schalte mich hier an dieser Stelle ein. Ich pflichte Steffi bei: die Verlage sollten ihrer Selektionspflichtaufgabe stärker nachkommmen! Titel, die eben nicht wirklich kinderbuchtauglich sind, ablehnen. Dafür ist es die Pflicht des Lektorats, gute Texte zu schönen Büchern zu machen. Und dann die Pflicht des gesamten Verlages, diesen Titel angemessen zu präsentieren. Mehr Qualität, weniger Quantität täte allen gut.

      Eine Ergänzung: es fehlen die Blogger, in der Sichtbarmachungskette. Sie haben in geringem Maße die Aufgabe des Feuilletons übernommen. Natürlich gibt es hier gute und schlechte – wie immer im Leben.

  4. Die Bibliotheken würden sicherlich gerne diese Aufgabe übernehmen. Aber zumindest bei uns sehe ich, dass der Etat dafür bei Weitem nicht hoch genug ist. All die vielen Reihen müssen fortgesetzt werden, auf die die Leser sehnsüchtig warten, dazu die Zeitschriften-Abos, und dann ist vielleicht noch Geld für vier oder fünf weitere Titel im Quartal da. Ich staune manchmal, was es in unserer Bibliothek alles nicht gibt, obwohl dort doch so viele Bücher vorhanden zu sein scheinen. Aber viele davon sind auch einfach sehr alt.

  5. Hallo!
    Ich bin über Maras Seite hier gelandet und finde es schön, dass auch Du gerade „Halt“ rufst, was das Karusell des Buchmarktes angeht. Auch ich habe dazu kürzlich gebloggt, weil mich das Karusell spätestens bei der Frankfurter Buchmesse 2014 überrollt hat und ich mich nun an den Rand gerettet habe und mich an meiner persönlichen Backlist erhole.

    Grüße,
    Mina

  6. Pingback: Buchfinkgezwitscher | Bücherstadt Kurier

  7. Laura Sonnefeld sagt

    Liebe Steffi – danke, für den guten Blogbeitrag. Den ich, das muss ich zu meiner Schande gestehen, jetzt erst lese.

    Ich finde deine Gedanken absolut nachvollziebar und auch die Kommentare alle interessant, aber vielleicht darf ich ein paar Worte aus Sicht einer „Mehrfachbetroffenen“ (private Vielleserin, ehemalige Buchhändlerin, Verlagsmitarbeiterin) loswerden.
    Was ich wirklich in letzter Zeit ganz grausam finde ist dass immer alle über die bösen Verlage meckern. Sei es, weil diese zu viele Bücher auf den Markt bringen oder zu schlechte, weil sie Autoren/Illustratoren/Übersetzer unfair behandeln und sowieso, seien Verlage doch alle nur Ausbeuterinstitutionen… Das habe ich natürlich nicht in deinen Blogbeitrag interpretiert – diese Meinung begegnet mir nur in letzter Zeit sehr regelmäßig. Menschen fällt es gerade im Netz sehr leicht negative Meinungen loszuwerden und auf einmal ist die ganze Buchbranche schwarz/weiß. Und die Verlage meist tiefschwarz.
    Verlage sollten mehr selektieren? Oh ja, fragt mal die Autoren. Verlage seien doch nur noch Wirtschaftsunternehmen, die ihren armen Autoren/Illustratoren/Übersetzern einen lächerlichen Betrag zahlen und die großen Summen selbst einheimsen (die riiiiesigen Geldmengen, die man mit Büchern macht). Leider, leider ist das ja nur eine Seite der Medaille.

    Ich persönlich als privater Leser empfinde den deutschen Buchmarkt auch als unüberschaubares Überangebot. Aber was wäre denn eine „angebrachte Summe? Wer bestimmt über diese Zahl? Mir ist es doch als „Konsument“ lieber, es besteht ein Überangebot und ich kann mich über regelmäßige Neuentdeckungen im Buchhandel (wahrscheinlicher auf Amazon) freuen, als dass es nur eine magere Beute gibt. Natürlich ist das kapitalistisch, aber ich denke auch, dass das „Backlist-Problem“ ein „Käseglocken-Problem“ ist.
    Wir Menschen, die sich intensiv oder sogar beruflich mit Literatur auseinandersetzen, nehmen das Ganze ganz anders wahr, als der gemeine Endkunde. Der keine Ahnung hat, aus welchem Verlag sein Lieblingsbuch ist und welchen Ruf dieser genießt.
    Als Buchhändlerin hätte ich mir natürlich auch gewünscht, dass man manchen Titeln mehr Zeit hätte geben können. Doch letztendlich richtet sich der Buchhändler ja auch immer nach seiner ortsansässigen Verkauszielgruppe. D.h. dem Endkunden ist ja meist egal aus welchem Programm ein Titel stammt, solange er ihn noch nicht kennt. Deshalb würde ich behaupten, dass Buchhändler von diesem Probelm nur mittelmäßig betroffen sind. Was zählt ist, dass sich ein Titel dreht. Und wenn das passiert, zieht der Buchhändler nach – ganz egal ob Backlist oder nicht.

    Was also ist die Lösung des Problems? So oder so, wird man es nie allen Recht machen können.

    Ich grüße alle Mitlesenden sehr herzlich und hoffe, niemandem allzu doll auf die Füße getreten zu haben…

    • Stefanie Leo sagt

      Liebe Laura,
      vielen Dank für deine ausführliche Antwort, ich freue mich, dass du noch über den Beitrag gestolpert bist.
      Das Interessante an Blogbeiträgen und deren Kommentaren ist ja, dass sie das Gedachte und Geschriebene reflektieren, möglicherweise widerlegen, und Manches in anderem Licht erscheinen lassen.
      Ich glaube, das ist das, was mich am Bloggen so begeistert. Ich habe durch Kommentare schon viel gelernt und deine Sichtweise ist eine wirklich interessante.
      Hab vielen Dank, dass du sie mit uns geteilt hast.
      Steffi

      • Laura sagt

        Wenn mein Kommentar etwas frustriert klingt, verzeih. Ich komme selbst nicht zu einer eindeutigen Position – und das mag ich nicht 😉

  8. Ich denke auch, dass der „normale“ Leser diese Schwemme von Neuerscheinungen gar nicht so wahrnimmt. Diesen Rhythmus der Neuerscheinungen im Frühjahr und im Herbst habe ich auch erst so richtig mitbekommen, als ich mit rezensieren begonnen habe. Ansonsten geht man doch auch häufig in eine Buchhandlung und kauft, gerade auch für Kinder, die Bücher, von denen mal etwas gehört hat bzw. die einem von anderen empfohlen wurden und das sind dann nicht unbedingt die Bücher, die gerade neu heraus gekommen sind. Vermutlich greift man da auch gerne auf Klassiker oder Reihen zurück. Wahrscheinlich liegt es an uns Bloggern die Buchwelt ein wenig zu entschleunigen und neben den schönen Neuerscheinungen auch immer mal wieder auf ältere, lohnenswerte Bücher zu verweisen.

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