Bücherregal, Buchtipps
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Gruseln und Grinsen im Haus der Geister

Wenn einer meiner Lieblingsautoren in der Kinder- und Jugendliteratur – nein, Rüdiger, du bist beim nächsten Mal dran – ein neues Buch schreibt, lasse ich meist alles stehen und liegen, um mich bei Erscheinen dem neuen Werk erst einmal ausgiebig zu widmen.

Von außen

9783845817125

„Es knirscht und kracht im Gebälk. Manchmal hört man sogar ein leises Seufzen.

Melli wäre lieber in New York geblieben, aber weil ihre Eltern notorisch pleite sind, mussten sie unbedingt in die schiefe alte Villa nach Kohlfincken ziehen.

Zusammen mit dem Nachbarsjungen Hotte kommt Melli dem gut gehüteten Geheimnis ihrer Urgroßschwiegercousine Emilie auf die Spur. Und entdeckt dabei ein Erbe, das es wirklich in sich hat …“

 

House of Ghosts – Das verflixte Vermächtnis (Band 1)

von Frank Maria Reifenberg, arsEdition 2017
176 Seiten, 17 Kapitel – für Leserinnen und Leser ab 10

Von innen

Gleich vorweg, „House of Ghosts“ und ich hatten einen etwas holprigen Start, was
– rückblickend betrachtet – sicherlich hauptsächlich an meiner lädierten Gesundheit lag. So las ich die ersten Kapitel mit arg verschnupftem Kopf, der vermutlich dafür sorgte, dass ich über zwei Dinge stolperte, die mein sonniges Gemüt in gesundem Zustand vermutlich noch nicht einmal bemerkt hätte. Letztlich konnten sie den positiven Gesamteindruck eh nicht schmälern, dennoch möchte ich sie nicht unerwähnt lassen.

Zunächst hätte ich mir ein wenig mehr Zeilenabstand gewünscht. Vermutlich wäre 1 Punkt zusätzlich schon ausreichend gewesen, um den Text weniger kompakt wirken zu lassen. So hasteten meine Augen aufgrund weniger Leerzeilen und fehlender Illustrationen ohne Verschnaufpause bis zum jeweiligen Kapitelende.
Und dann muss ich gestehen, dass sich mir die Einführung der Namen Bobbyboy und Big Bobby überhaupt nicht erschloss, da sie für den Fortgang der Geschichte völlig irrelevant waren. Mir persönlich hätten Mama, Papa, Melli und Bobby Bower als Namen durchaus gereicht, zumal man sich im Laufe der Geschichte noch einige, zum Teil sehr humorvolle Namen merken muss. Aber genug gemoppert!

„Humorvoll“ ist übrigens ein gutes Stichwort, denn obwohl es sich bei „House of Ghosts“ um eine gruselige Geschichte handelt, geben viele humorvolle Details ihr eine angenehme Leichtigkeit, so dass dem abendlichen Lesen nichts im Wege stehen dürfte.

Schon nach wenigen Seiten hält die Geschichte den Leser gefangen, denn bereits im zweiten Kapitel ist klar, dass in der Villa nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann. Geschickt eingesetzte Cliffhanger lassen ein Weglegen des Buches fast unmöglich erscheinen, und die überschaubare Kapitellänge tut ihr übriges. So ist man im Nu am Ende der Geschichte angekommen und froh, dass der Autor bereits fleißig an Band 2 arbeitet.

Einschätzung

Als Reifenberg-Fangirl komme ich auch dieses Mal nicht umhin, dem neuesten Werk des Kölner Autors den dicken Stempel „Empfehlenswert“ aufzudrücken. Die selbstbewusste Ich-Erzählerin Melli und ihr etwas verschrobener neuer Freund Hotte werden Mädchen wie Jungen gleichermaßen begeistern. Die Mischung aus gruseligen Elementen und humorvollen Teilen ist sehr gelungen, und das Erscheinen der Herren Erasmus Schöngeist und Lodovico Geistreich war für mich definitiv einer der Höhepunkte der Geschichte. Und auch wenn der Autor es noch bestreitet, komme ich nicht umhin, Ähnlichkeiten zu den Autoren Reifenberg und Bertram auszumachen. Mal sehen, ob sich mein erster Eindruck im kommenden Band noch verstärkt.

Kategorie: Bücherregal, Buchtipps

von

Seit über 10 Jahren betreibe ich die Webseite Buecherkinder.de. Ich bin leidenschaftliche Netzwerkerin (online wie offline), Jurymitglied des “Leipziger Lesekompass” und schreibe regelmäßig für die Fachzeitschrift “Eselsohr”. Obwohl technikaffin lese ich zur Zeit noch am liebsten Bücher der Holzklasse.

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