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Ein Bücherkind auf Entdeckungsreise

Redaktionsmitglied Paulina (15) berichtet über ein ganz besonders Praktikum.

Schon von Anfang an war mir klar, dass ich die Zeit meines Schulpraktikums gerne mit Büchern verbringen würde. Ich liebe es nämlich, sie zu lesen, und genauso liebe ich es, über sie zu schreiben. Deshalb bin ich ja auch seit 2008 ein „Bücherkind“.

Da stand ich also. Wissend, dass ich irgendetwas mit Büchern machen wollte, aber trotzdem keine Ahnung habend, wo genau ich mein Praktikum verbringen sollte.

Mein Bruder hatte seins drei Jahre zuvor in einer Bibliothek gemacht, aber darauf hatte ich nicht so große Lust. Also fragte ich einfach mal Stefanie Leo. Und auf diesem Weg landete ich dann irgendwann bei den Egmont Verlagsgesellschaften, Schneiderbuch. Ich war auf jeden Fall super glücklich, als ich dort eine Stelle ergatterte, zumal man dort für gewöhnlich gar keine Schülerpraktikanten nimmt.

Kleine Bücher, große Bücher, dicke Bücher, dünne Bücher – Bücher, Bücher und noch mehr Bücher. Ungefähr so stellte ich mir einen Verlag vor.

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Doch so richtig Ahnung davon, was in einem Verlag eigentlich genau passiert, hatte ich noch nicht. Aber um das herauszufinden, hatte ich ja jetzt ganze zwei Wochen Zeit!

Und mein Praktikum machte echt unglaublich viel Spaß! Die Leute waren nämlich nicht nur super nett, sondern erzählten auch mit total viel Begeisterung von ihrer Arbeit und gingen immer auf meine Fragen ein.

Ich erfuhr unter anderem, was eigentlich alles in einem Verlag und in den verschiedenen Abteilungen passiert. In der Marketingabteilung, in der ich den größten Teil meines Praktikums verbrachte, wurde mir der Weg eines Buches vom Autor bis in die Hand des Lesers erklärt, und hier lernte ich, wie man einen Blogartikel schreibt und ihn danach ins Internet stellt.

Und in der Herstellung zeigte man mir, wie ein Buchcover entsteht. Mein persönliches Highlight war, dass ein von mir verfasster Artikel auch tatsächlich auf der Internetseite des Verlages veröffentlicht wurde! Natürlich ist das nur ein ganz kleiner Ausschnitt der Erfahrungen, die ich innerhalb der zwei Wochen sammeln konnte.

Heute kann ich jedenfalls sagen, dass ich die für mich persönlich richtige Entscheidung getroffen habe, als ich mich für ein Praktikum im Verlag entschied. Ganz besonders möchte ich mich bei Markus und den vielen netten Kolleginnen und Kollegen bedanken, die sich so viel Zeit für mich genommen haben, um mir einen Einblick in ihre Arbeit zu verschaffen.


Paulina Trapp ist fünfzehn Jahre alt. Seit 2008 ist sie Mitglied der Kinder- und Jugendredaktion von Buecherkinder.de und hat seitdem zahlreiche Bücher gelesen und bewertet. Ihr zweiwöchiges Schülerpraktikum absolvierte sie bei den Egmont Verlagsgesellschaften in Köln.

Ja, Übersetzer sind wichtig, aber …

Als ich vor über 10 Jahren mit meiner Webseite begann nannte ich zu jedem Titel zwar Autor, Illustrator und Verlag, jedoch keinen Übersetzer*. (*Ich beschränke mich in diesem Blogbeitrag auf die männliche Form der Bezeichnung „Übersetzer“, weiß aber, dass gerade Frauen zum großen Teil für die Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur zuständig sind.) Nennt mich dumm oder ignorant, bei meinen ersten Schritten auf der Internetbühne habe ich schlicht und ergreifend nicht daran gedacht. Erst der freundliche Kommentar einer Übersetzerin ließ mich aufhorchen und die Rubrik „Übersetzung“ einfügen.

Seitdem gibt es diese Angabe zu fast jedem übersetzten Titel. Ich sage „fast“, da der Übersetzer – gerade bei Bilderbüchern – nicht immer zwingend auf dem Titelblatt genannt wird und auch auf den Webseiten der Verlage hin und wieder keine Erwähnung findet. Dann bleibt nur noch die Hoffnung, seinen Namen im Impressum zu finden.

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„Die Geschichtenmaschine“ von Tom McLaughlin (aus dem Englischen von Petra Thoms, Bohem 2015)

Übersetzer haben einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg eines Titels, sie können eine gute Geschichte noch besser machen. In diesem Zusammenhang werde ich das Lob, das Markus Zusak auf einer Lesung seiner Übersetzerin Alexandra Ernst spendete, nie vergessen. Er behauptete, dass „Die Bücherdiebin“ dank Ernst in der deutschen Übersetzung besser sei als das Original.

Trotzdem sind Übersetzer keine Hexen und Zauberer, eine schlechte Geschichte bleibt schlecht auch wenn sie noch so gut übersetzt wird, allerdings kann eine schlechte Übersetzung eine gute Erzählung auch „versauen“. Für den Leser ist beides schwer herauszufinden, sofern er das Original nicht kennt.

Ein angenehmer Nebeneffekt meiner täglichen Datenbankarbeit, in der ich über die Jahre die bibliographischen Daten hunderter Kinder- und Jugendbücher eingepflegt habe, ist das „Kennenlernen“ zahlreicher Übersetzer. Über kurz oder lang begegnet man einigen von ihnen häufiger und kann vom Namen des Übersetzers und seiner bisher geleisteten Arbeit sogar auf einen möglichen Erfolg, zumindest aber auf die Bedeutung des Titels für den Verlag, schließen. Ob der geneigte Kinder- und Jugendbuchleser allerdings aufgrund eines bestimmten Übersetzers zu einem Titel greift oder eben nicht – eine Erfahrung die Isabel Bogdan in ihrem sehr lesenswerten Blogbeitrag beschreibt – wage ich zu bezweifeln. Diese Fertigkeit wird er meiner Meinung nach höchstens im Laufe seines Leserlebens erlangen.

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Auswahl einiger Donaldson-Scheffler-Titel

Eine besondere Kunst der Übersetzung stellt für mich die Übertragung von Reimen dar.

Gerade in den frühen Werken des Autoren-Illustratoren-Duos Julia Donaldson und Axel Scheffler, die von Monika Osberghaus und Mirjam Pressler übersetzt wurden, ist dies wunderbar gelungen. Zwischendurch schwächelten ein paar Titel bis Salah Naoura das Übersetzer-Ruder übernahm.

„Das Grüffelokind“, trotz Übersetzung von Osberghaus, konnte mich jedoch nie gänzlich überzeugen. Bis heute weiß ich nicht, ob es an der Übersetzung oder der Originalvorlage lag. Ich tippe allerdings auf Letzteres.

Ja, Übersetzer sind wichtig, aber trotzdem schenken wir ihnen bisweilen nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt und bisweilen sogar rechtlich zusteht. Deshalb möchte ich hier noch einmal Isabel Bogdan zitieren:

Der Übersetzer ist der Urheber der deutschen Fassung. […] Und dass wir Urheber sind, bedeutet unter anderem, dass wir bei jedem Zitat genannt werden müssen. Ich sehe schon, das schreibt Ihr Euch jetzt alle schön hinter die Ohren, ne?

Wird gemacht!

 

Heute bin ich … ja was denn?

Fische gehören wohl zu den ausdruckärmsten Haustieren, die man sich vorstellen kann. Fröhlich, traurig, ängstlich, es gibt wohl kaum ein Gefühl, das man ihnen im Gesicht ablesen könnte. In dem fantastischen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout, das 2012 bei aracari erschien, sieht das jedoch ganz anders aus. Hier werden Gefühle pur präsentiert. Auf jeder Doppelseite ist ein Fisch auf schwarzem Grund abgebildet, der jeweils in einer anderen Stimmung ist. Von A wie ängstlich bis Z wie zufrieden ist alles dabei.

fisch1Beim Aufräumen meines Büros fiel mir neben dem eigentlichen Bilderbuch auch ein Kunstkarten-Set in die Hand, das auf 20 Karten Fische mit ganz unterschiedlichen Gefühlen zeigt.

Ich bin der Meinung, dass diese Karte dringend geschrieben werden müssten, denn hin und wieder sollten wir unsere Lieben auch einmal mit ein paar ganz analogen Zeilen beglücken.

Überzeuge mich mit einem pfiffigen Kommentar, dass gerade DU unbedingt mal wieder Karten schreiben müsstest. Am Ende bin ich dann so zufrieden wie der grüne Fisch und schicke sie dir zu!

Ich versende die hochemotionalen Fische aufgrund der Portokosten nur an Postadressen in Deutschland.

 

 

Zwei signierte Bücher suchen neue Besitzer!

Toll war sie, unsere 25. Wohnzimmerlesung! Tanya Stewner begeisterte die Zuhörer mit ihrem aktuellen Titel „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“, aus dem sie mit verschiedenen Stimmen las. Wie schön, dass sie der Flut der dystopischen Jugendbüchern einen hoffnungsvollen Jugendroman entgegengesetzt hat.

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Tanya Stewner hatte die Zuhörer stets im Blick.

Anlässlich dieses „silbernen“ Lesungsjubiläums verlose ich zwei von Tanya Stewner signierte Bücher. Zum einen selbstverständlich das aktuelle Jugendbuch „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“, zum anderen sollen natürlich auch die Liliane-Susewind-Fans nicht zu kurz kommen, weshalb es auch noch den schwungvoll signierten 10. Band „Eine Eule steckt den Kopf nicht in den Sand“ zu ergattern gibt.

tanya3Unter allen Kommentierenden verlose ich also diese zwei signierten Bücher. Verratet mir doch einfach, weshalb ihr euch für das eine oder andere Buch interessiert. Jeder darf sich nur für einen Titel bewerben. Bis zum 14. Mai um 18:00 Uhr habt ihr Zeit zu kommentieren.
Bei mehreren Bewerbern pro Buch entscheidet das Los per random.org. Aufgrund der Portokosten verschicke ich nur an Postadressen in Deutschland.

Reprodukt Verlag oder Lest mehr Kindercomics!

„Lies doch mal ein richtiges Buch!“ – diesen oder zumindest ähnliche Sätze mussten sich schon Generationen von Comiclesern anhören. Füllten in den 1980er Jahren hauptsächlich DIN A4-Sammleralben in Softcoverqualität die Regale, erobern seit gut 10 Jahren Comics ganz unterschiedlicher Coulour und Ausstattung den deutschen Markt. Egal ob Superhelden-Comics, Mangas für Jugendliche oder Literaturadaption, seit der Einführung des Begriffs „Graphic Novel“ werden Comics sukzessive salonfähig. Auch wenn viele den aus den USA stammenden Begriff nur für ein Marketinginstrument halten, ist er am Ende doch ein Türöffner für Buchhandel, Feuilleton und somit auch für das bildungsbürgerliche (Kinder-)Zimmer.

reproduktlogoEiner der wichtigsten deutschen Independant-Comicverlage ist der Berliner Reprodukt Verlag, der 1991 von Dirk Rehm gegründet wurde. Zunächst veröffentlichte Reprodukt Alben der amerikanischen Underground-Reihe „Love and Rockets“ der Brüder Gilbert und Jaime Hernandez. Es folgen weitere Zeichner der US-Independent-Szene und Ende der 1990er Jahre zunehmend Berliner und Hamburger Zeichner. Frankobelgische Künstler erweitern seit 2004 das Verlagsprogramm mit ihren Alben.

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Auf der Leipziger Buchmesse 2013 präsentierte Reprodukt sein erstes Kinderprogramm. Mit sieben Kindercomis, davon zwei Comics deutschsprachiger Autoren, ging der Verlag auf der Buchmesse an den Start.

Viele der vor zwei Jahren erschienen Titel sind mittlerweile in Serie gegangen. Über den inzwischen sechsten Band des texlosen Comics „Kleiner Strubbel“ beispielsweise können sich die Jüngsten ab 3 Jahren freuen. Auch die alltäglichen Abenteuer des Esels ARIOL (Foto) für Comicleser ab 6 gehen bereits in die vierte Runde.

Über erste Auszeichnungen bei den Kindercomics kann sich Reprodukt ebenfalls freuen. Auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen wurde Hilda und der Mitternachtsriese von Luke Pearson (Übersetzung: Matthias Wieland) 2014 als Bester Comic für Kinder ausgezeichnet. Die Kiste von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter gehört zu den zehn Empfehlungen des Leipziger Lesekompass 2015. In der Jurybegründung heißt es u.a.: „Die originelle Graphic Novel überzeugt mit wirklich sprechenden Bildern, herrlichen Figuren, Situationskomik und Texten, die auch leseunwillige Kinder nicht überfordern.“

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Aus „Lehmriese lebt!“ von Anke Kuhl

Mittlerweile umfasst der Kindercomic-Bereich bei Reprodukt über dreißig Titel. Mit der preisgekrönten Illustratorin Anke Kuhl ist neben Ulf K. erneut eine deutsche Bilderbuchillustratorin im Programm, letztlich eine logische Fortführung der Comicelemente, die Kuhl gerne in ihren Büchern verwendet. Das Buch Lehmriese lebt! ist eine ganz eigene Schöpfung der Frankfurterin und erzählt die Geschichte der Kinder Olli und Ulla, die einen Lehmriesen erbauen, der über Nacht zum Leben erwacht. Mit Comics kann man eben schon Kinder für die jüdische Legendenwelt des Golem begeistern.

reprodukt8Ein Grund mehr sich ein wenig in der Welt der Comics umzuschauen. Dafür eignet sich der Gratis Comic Tag, der am Samstag, den 9. Mai stattfindet, natürlich besonders, denn viele Comicverlage haben eigens für diesen Tag Comichefte produziert, die kostenlos an die Fans weitergegeben werden.

Eine Übersicht über teilnehmende Händler gibt es HIER.

Jeweils 5 Exemplarer zweier verschiedener Kids-Comics werde auch ich unter allen Kommentierenden verlosen, die mir verraten, welche Erfahrung sie selbst mit dem Lesen von Comics gemacht haben. Bis zum 10. Mai um 18:00 Uhr ist Zeit zu kommentieren.
Bei mehr als zehn Teilnehmern entscheidet das Los per random.org. Aufgrund der Portokosten verschicke ich nur an Postadressen in Deutschland.

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