Büchersendungen

Vom Buch zum Bücherkind

Was macht Frau Bücherkinder eigentlich mit all den Kinderbüchern? Und wie gelangen diese schlussendlich in die Hände der Bücherkinder?

Einmal im Monat mutiere ich zur Christel von der Post, denn da heißt es „Büchersendungen fertig  machen!“. Bei derzeit 38 Kindern und Jugendlichen in der Buchredaktion, weiteren 8 Hörbuchrezensenten und weiteren 8 erwachsenen Bilderbuchrezensentinnen kommt da einiges an Bücherpost zusammen.

Vom Buch zum Bücherkind

Aber wie funktioniert das jetzt genau, der Weg vom Buch zum Bücherkind?
Nach „Studium“ diverser Verlagsvorschauen werden die Titel für die Webseite zum größten Teil von mir ausgesucht und bei den Verlagen zur Rezension bestellt. Nach Eintrudeln der Bücher bei mir Zuhause gelangten diese bislang in eine große Datenbank. In der dortigen Verwaltung hinterlegten die Kinder ihre Lesewünsche, die ich bestmöglich nach und nach erfüllte.

Nach dem Umbau der Webseite steht die Verwaltung der „alten“ Webseite nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Derzeit kann ich aber noch auf die Wunschlisten zugreifen und die Kinder- und Jugendredaktion dort Rezensionen verfassen. Welches System nach Abarbeitung der Titel Frühjahr 2018 zum Einsatz kommt, das werde ich sehen, wenn es soweit ist. Kommt Zeit, kommt Rat.

Welches Buch für welchen Leser

Für so einen Posttag gehen gut und gerne bis zu 3 Stunden Arbeitszeit drauf. Wie das? Natürlich könnte ich das erstbeste Buch jeder Liste in die Versandtasche packen und der jeweiligen Leserin oder dem Leser zusenden. So einfach mache ich es mir aber nicht.

Zunächst schaue ich natürlich, ob die Listen einigermaßen gut gefüllt sind. Bei jeder Wunschliste überprüfe ich, wer aus der Redaktion das Buch ebenfalls auf der Liste hat. Gibt es keinen weiteren Lese-Kandidaten, ist die Büchersendung schnell fertig gemacht, wenn nicht, schaue ich, ob das Buch altersmäßig oder thematisch gut beim jeweiligen Redakteur aufgehoben ist oder es sich aufgrund bereits gelesener und bewerteter Bücher eventuell für jemand anderen besser eignet.

Bevor das Buch in der Versandtasche verschwindet, notiere ich mir Titel und Datum des Versands in einer Excel-Tabelle. So weiß ich immer, welches Buch sich gerade wo befindet. Hier hake ich auch erledigte Rezensionen ab, die mir dann signalisieren, dass bald wieder ein Posttag ansteht. Genauso greife ich auch ein, wenn ein Buch zu lange (mehr als zwei Monate) beim Rezensenten liegt. Per E-Mail frage ich ab, ob vielleicht gerade sehr viel in der Schule anliegt oder das Buch möglicherweise nicht gefällt. Solche kleinen Probleme sind dann schnell geklärt.

Frau Bücherkinder und ihre „Kinder“

Viele meiner Bücherkinder lesen schon viele Jahre für mich. Man „kennt“ sich, auch wenn man sich eigentlich doch nicht kennt. Denn die Bücherkinder sind in ganz Deutschland verteilt, zwei von ihnen leben sogar in Mexiko (da kümmert sich die deutsche Omi um den Weiterversand). Dennoch versuche ich per E-Mail, WhatsApp oder auch in unserer Facebook-Gruppe mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Ich begleite sie in ihrer Leseentwicklung, bestaune ihre Fortschritte im Verfassen von Rezensionen, schreibe Bestätigungen über ihre Mitarbeit in der Redaktion, vermittle bisweilen Praktikumsplätze in Verlagen und freue mich spitzbübisch, wenn wieder eines meiner „Kinder“ sich dafür entscheidet, auch beruflich was mit Kinderbüchern zu machen.

Frau Bücherkinder zu sein ist der schönste Job, den ich mir vorstellen kann und da macht es mir auch gar nichts aus, wenn ich mich als Christel von der Post einmal im Monat mit zwei fetten Taschen voller Büchersendungen abschleppen muss. Wobei ich oft Glück habe und Herr Bücherkinder diesen Part übernimmt.

 

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