Neueste Artikel

Mit Felix geht die Post ab!

DSC00091Als vor geraumer Zeit diese Einladung „zur Vorstellung und Übergabe der zwei neuen Sonderpostwertzeichen“ ins Haus flatterte, war mein erster Gedanke, dass es ja wohl kaum einen passenderen Bilderbuchhelden für eine Briefmarke gibt als Felix den Reisehasen.

Als sie 1993 dem Coppenrath ihr Konzept präsentierten ahnten die Autorin Annette Langen und die Illustratorin Constanza Droop sicherlich nicht im Geringsten, welchen großen Erfolg ihnen die Geschichte des kleinen Stoffhasens im Laufe der kommenden Jahre bescheren würde.

Seit mehr als 20 Jahren reist Felix, der im ersten Band seiner besten Freundin Sophie auf einem Flughafen abhanden kam, durch die Welt und berichtet ihr und den unzähligen Lesern in kleinen Briefen von seinen Abenteuern.

Seit Anfang März sind die Postwertzeichen für Postkarte und Brief im Umlauf und werden wohl mit einer Auflage von 66 Millionen Exemplaren nicht nur die kommende Osterpost zieren.

DSC00087

Die Sonderpostwertzeichen mit Ersttagsstempel

Heute nun fand die offizielle Vorstellung und Übergabe der beiden Sondermarken in feierlichem Rahmen im Leichlinger Schloss Eicherhof, der Heimatstadt der Autorin, statt. Neben den vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft fanden sich selbstverständlich auch zahlreiche Philatelisten ein, einer von ihnen Arnim Hölzer.

Dem Leichlinger oblag nicht nur die Organisation und Durchführung der festlichen Veranstaltung, er war maßgeblich an der Realisation der Briefmarken beteiligt. Seit 2010 sitzt Hölzer als Präsident des Bundesverbandes des deutschen Briefmarkenhandels in zwei Beiräten, die für Themen- und Motivwahl der Sondermarken zuständig sind. Schon bei seiner Berufung liebäugelte er mit einem Kinderbuchmotiv, heute nun kann der Briefmarken-Fan die Felix-Marken endlich in den Händen halten.

DSC00064

Die Autorin Annette Langen präsentiert den anwesenden Kindern „ihre“ Briefmarken.

Auch ich habe mich am eigens aufgestellten mobilen Postschalter mit Felix-Briefmarken und fröhlich-bunten Grußkarten eingedeckt und werde wohl in der kommenden Zeit meinen Füllfederhalter herauskramen und ganz gemütlich ein paar Briefe schreiben. Und irgendwie freue ich mich schon drauf!

Sammelsurium Numero 3 – Leipziger Buchmesse

In der dritten Sammelsurium-Ausgabe dreht sich dieses Mal alles um die Leipziger Buchmesse, die gestern ihre Pforten schloss.

Ausgezeichnet

Der Leipziger Lesekompass 2015 – Die prämierten Titel stehen fest: www.stiftunglesen.de/programmbereich/kindertagesstaette/leipziger-lesekompass

Der LUCHS Kinder- und Jugendbuchpreis, der am Vorabend der Leipziger Buchmesse von der ZEIT und Radio Bremen verliehen wurde, ging in diesem Jahr an Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring (Illustration) für ihre Trilogie „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“. www.buchmarkt.de/content/61781-jahres-luchs-fuer-maulina-schmitt-uebergeben.htm

Der Kinder-Hörbuchpreis des deutschen Buchhandels HÖRkulino® geht im Jahr 2015 an Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ (Oetinger audio), gelesen von Ulrich Noethen: hoerkules.de

Oliver Scherz ist Lesekünstler des Jahres 2015 www.boersenblatt.net/leipziger_buchmesse_2015.949158.html

Susanna Wengeler ist die Preisträgerin des avj medienpreises, der auf der Leipziger Buchmesse zum 4. Mal vergeben wurde. www.avj-online.de/aktivitaeten/preise/avj_medienpreis/

Nominiert

Die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis, der auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, wurde ebenfalls in Leipzig verkündet:
Bilderbuch www.djlp.jugendliteratur.org/nominierungen_bilderbuch-9.html
Kinderbuch www.djlp.jugendliteratur.org/nominierungen_kinderbuch-10.html
Jugendbuch www.djlp.jugendliteratur.org/nominierungen_jugendbuch-11.html
Sachbuch www.djlp.jugendliteratur.org/nominierungen_sachbuch-12.html
Jugendjury www.djlp.jugendliteratur.org/nominierungen_jugendjury-13.html

Gebloggt

Die Buecherliebhaberin Vera berichtet im Vorfeld über buchmesse:blogger auf der Leipziger Buchmesse: www.glasperlenspiel13.com

Bloggerpatin Sophie von Literaturen erzählt uns in diesem Video ein wenig über ihren Besuch auf der Buchmesse und die Aktion „Bloggerpaten“:

Und auch über die Bloggerin Mara von Buzzaldrins Bücher und ihre Leipziger Buchmesse 2015 wurde im MDR berichtet: www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video258298_zc-7931f8bf_zs-2d7967f4.html

Und abschließend noch ein Beitrag der ZEIT: Buchblogs – Zwischen Hobby und Aushängeschild www.zeit.de/news/2015-03/14/literatur-buchblogszwischen-hobby-und-aushaengeschild-14165807

 

Leipziger Lesekompass 2015: Die Gewinner

Soeben wurden in Leipzig die diesjährigen Siegertitel des Leipziger Lesekompass prämiert.

Der Leipziger Lesekompass zeichnet Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden. Ausgewählt werden sie von einer Jury aus unabhängigen Fachleuten der Bereiche Kita, Schule, Bibliothek und Buchhandel, aber auch aus jugendlichen Lesern und Bloggern. Prämiert werden jeweils Neuerscheinungen, die im Zeitraum zwischen zwei Leipziger Buchmessen (zwischen März und März) erschienen sind.

Hier findet ihr die Gewinner (10 Bücher und Medien) aus jeder Kategorie. Mit einem Klick auf das Cover könnt ihr in den Büchern blättern.

Kategorie 2 bis 6 Jahre:

Kategorie 6 bis 10 Jahre:

Kategorie 10 bis 14 Jahre:

Deutscher Hörbuchpreis: Qualität für die Ohren

Logo_Hoerbuchpreis

Logo Deutscher Hörbuch Preis

Wie gerne würde ich mit meinen roten Schuhen gleich auf zwei Hochzeiten tanzen und sowohl die Preisverleihung des Deutschen Hörbuchpreises in Köln, die auch das internationale Literaturfest lit.COLOGNE eröffnet, besuchen als auch an der feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus teilnehmen.

Aber so oft ich die Hacken meiner diversen roten Schuhe auch aneinander schlage, dieser Spagat zwischen Köln und Leipzig ist selbst mir nicht möglich. So werde ich in diesem Jahr den Leipzigern den Vortritt lassen und die Daumen für eine bessere Terminabstimmung in 2016 gedrückt halten. Nichts desto trotz möchte ich euch den Deutschen Hörbuchpreis und seine Preisträger kurz vorstellen.

Auf der Webseite des Preises heißt es:

„Der Weg des Ohrs ist der gangbarste und nächste zu unsern Herzen.“

Friedrich Schiller (aus: „Über das teutsche Theater“)

Der Deutsche Hörbuchpreis wird in 7 Kategorien vergeben und zeichnet deutschsprachige Hörbuchproduktionen aus, „die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und Möglichkeiten des akustischen Mediums vorführen und hervorheben und die damit beispielhaft wirken“.

Ende Januar wurden die Gewinner in sechs Kategorien bekannt gegeben. Der Preisträger der Kinderjury folgte dann etwa eine Woche später.

preisträgerMaria Koschny gewinnt den Preis als Beste Interpretin für ihre Lesung des Jugendbuches „Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb“ von Clare Furniss. Koschnys „wandelbare und warme Stimme“ begleite „den emotional schmerzhaften Prozess des belasteten Erwachsenwerdens“ souverän und ohne jede Rührseligkeit, lobt die siebenköpfige Jury.

Als Bester Interpret wird Schauspieler Frederick Lau für die Lesung von Verena Güntners Debütroman „Es bringen“ ausgezeichnet. Dem sechzehnjährigen Protagonisten aus schwierigen Verhältnissen verleihe Lau „allein mit seiner Stimme eine beeindruckende Tiefe“. In idealer Weise verschmelzen Interpret und Hauptperson, urteilt die Jury über Laus erstes Hörbuch: „Luis ist ein Bringer – und Frederick Lau ist es auch!“

In der Kategorie Bestes Hörspiel wird das Autorenkollektiv Rimini Protokoll für sein Hörspiel „Qualitätskontrolle oder warum ich die Räuspertaste nicht drücken werde!“ geehrt. In der bereits mehrfach prämierten WDR-Produktion gibt die querschnittgelähmte Maria-Cristina Hallwachs Auskunft über ihren Alltag als „Kopfmensch“. Die „überzeugende poetische Stimmen- und Soundcollage“ sei, so empfindet die Jury, ein „beglückender Diskurs über Menschenwürde, getragen von unbändiger Lebenslust“.

Den Preis für das Beste Sachhörbuch gewinnt Roger Willemsen für „Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament“, die Hörbuchversion seines kritischen Erfahrungsberichts. Der Autor zeige uns „auf ebenso unterhaltsame wie erschreckende Weise: Die Würde des Hohen Hauses ist antastbar!“ Gegen die „durch Pluralität umgesetzte Banalität“ sende Willemsen „feuilletonistisch pointiert“ zarte Pfeile, stellen die Juroren anerkennend fest.

In der neuen Kategorie Beste Unterhaltung setzte sich der Österreicher Wolf Haas mit der Lesung seines Krimis „Brennerova“ gegen die Mitnominierten durch. „Mit einprägsam unverwechselbarer Stimme“ erzählt er Skurrilitäten aus der Schattenwelt des Wiener Rotlichtmilieus und beschere den Zuhörern „aberwitzige Einfälle“ von „exemplarischer Kurzweil“, rühmt die Jury.

Lübbe Audio schließlich wird für die Beste verlegerische Leistung prämiert. Das Musikfeature „Easy does it. CRO, die Maske und der ganze Rest“ gewähre „mit viel Humor und Selbstironie“ Einblick in die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte des Rappers mit der Panda-Maske. Die Jury zeigt sich beeindruckt: „Unterhaltsam, uneitel, authentisch, mit vielen Interviews und jeder Menge Musik: Überkrass“.

Bereits 2012 wurde die Kinderjury ins Leben gerufen und ist seitdem ein wichtiger und viel beachteter Bestandteil des Deutschen Hörbuchpreises. Erstmalig hat das „Junge Literaturhaus Köln“ die Organisation und Ausrichtung der Kinderjury (fünf Jungen und Mädchen im Alter von elf bis 13 Jahren) übernommen. Diese wählte aus den drei Nominierten den Preisträger aus.

CD7Preisträger in der Kategorie Bestes Kinderhörbuch ist „Der Junge, der mit den Piranhas schwamm“, nach der Roman-Vorlage des britischen Autors David Almond. Das Hörbuch ist bei der „HÖRCOMPANY“ erschienen, den Preis erhält Sprecher Jörg Pohl.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hörbuchpreis werden zwei Partnerauszeichnungen verliehen:

„Hörbuch des Jahres“ der hr2 Hörbuchbestenliste und „Hörkules“


Wer wie ich der von Götz Alsmann moderierten, festlichen Preisverleihung am 11. März 2015 nicht beiwohnen kann, kann zumindest der Live-Übertragung auf WDR 5, hr2-kultur, NDR Kultur und Antenne Saar sowie zeitversetzt ab 22.03 auf SWR2 lauschen. Das WDR Fernsehen zeigt die Verleihung am 14. März 2015 ab 23.45 Uhr – und das werde ich sicherlich nicht verpassen!
Quelle: Pressemitteilung Deutscher Hörbuchpreis e.V.

 

 

Buchtipp: „Ben Fletchers total geniale Maschen“ von T.S. Easton, Ueberreuter

imageManchmal fragt Frau Leo in einem der gerne genutzten sozialen Netzwerke per Foto, welches der abgebildeten Bücher sie denn nun als nächstes lesen solle. Und bestimmt zwei- oder dreimal sah ich dabei das Wollknäuel-Buch. „Ben Fletchers total geniale Maschen“ von T.S. Easton.

Wollknäuel bringen mir ein behagliches Gefühl. Stricken ist gemütlich, bringt Entspannung. Bücher, in denen gestrickt wird, sind meist ebenfalls sehr entspannend und richtig nett zu lesen. Noch nie habe ich jedoch einen Jugendroman gesehen, in dem es um einen strickenden Jungen geht. Also war ich bereits beim ersten Foto von Frau Leo sehr, sehr neugierig auf Ben Fletcher. Aber Frau Leo entschied sich für ein anderes Buch. So auch bei der zweiten Nachfrage. Langsam wurde ich ungeduldig. Wann würde ich denn nun erfahren, ob die „genialen Maschen“ lesenswert waren? Auf meine Nachfrage, wurde mir die Aufgabe erteilt, es doch bitte endlich selbst zu lesen und mir meine Meinung zu bilden.

„Ben Fletchers total geniale Maschen“ erscheint im Ueberreuter Verlag und ist ein 317 Seiten starkes Taschenbuch. Das Titelbild ist ein bisschen wirr und chaotisch, was absolut zum Charakter des Hauptprotagonisten passt.

Ben Fletcher ist ein fast ganz normaler 16-jähriger Junge. Er findet seine Eltern peinlich, er fühlt sich inmitten seiner Klasse einfach anders, fremd und hat leider, leider die falschen Freunde – wie er findet. Diese Jungs sind es, weswegen die Geschichte des Buches überhaupt erst ihren Lauf nimmt. Weil Ben dann derjenige ist, den die Polizei bei einem gemeinsam begonnenen Unfug erwischt, wird er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er bekommt die Auflage, der geschädigten Person – einer alten, unfreundlichen Frau – zu Hause zur Hand zu gehen. Die Gespräche und Streitereien des Teenagers und der alten Dame sind so amüsant wie herzerwärmend.

Zudem soll Ben einen Fortbildungskurs besuchen, um auf andere Gedanken zu kommen und neue Interessen zu entwickeln. Die Auswahl an Kursen ist nicht groß, ein Strickkurs scheint also das kleinste Übel, zumal dieser von der attraktivsten Lehrerin der Schule gegeben werden soll. In dieser Gruppe aus Frauen aller Altersklassen findet Ben Anerkennung, stellt er sich doch als wahres Stricktalent heraus. Und es macht ihm Spaß, dass etwas zwischen seinen Fingern entsteht. Er erweist sich auch als sehr geschickt im Erfinden neuer Strickmuster und so wird er von der Stricklehrerin – die auch gleichzeitig die Mutter seines Schulschwarms ist – zum Kreisweiten Strickwettbewerb angemeldet. Au weia, das findet Ben gar nicht gut, soll doch keiner der coolen Jungs der Schule und seiner Kumpels von seiner neuen Leidenschaft erfahren. Und was würde erst sein Vater sagen?

Gut für uns, das Ben für seine Bewährungshelferin ein Tagebuch schreiben muss und wir so miterleben dürfen, wie er all diese unglaublichen Szenen und Situationen erlebt und durchsteht. Wie er lernt, seinem Macho-Papa gegenüber mutig zu sein und Bindung zu seiner Mutter zu halten, die als Zauberin durch das Land tourt. Wir erleben einen sensiblen Jungen, der sich über Vieles zu viele Gedanken macht und oftmals ins Fettnäpfchen tritt. Doch mit dem Abwickeln des Wollknäuels entwickelt sich sein Selbstbewusstsein. Er beginnt, zu sich zu stehen und freut sich über seine unterschiedlichsten neugewonnenen Freunde und verändert seine Beziehung zu seinen alten Freunden.

Ein wunderbares Buch über einen Jungen, der durch ein ungewöhnliches Hobby zu sich selber findet. Ein Buch mit Humor. Ein Buch mit Tiefgang. Ein Buch mit Leichtigkeit. Ein einfach schönes Buch. Für Jungs. Für Mädchen. Für mich. Für Dich. Ab ca. 14 Jahren.
Geschrieben von einem Mann,von dem man leider nicht erfährt, ob er stricken kann.

vorgestellt von Ines Hanke aus der Buecherkinder-Redaktion