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15 Bücher für 15 potenzielle Jugendredakteure

Die Buecherkinder-Redaktion ist auf der Suche nach neuen Jugendredakteuren ab 12 Jahren!

nachwuchs

Bewirb dich jetzt! *

Seit über 10 Jahren bewerten junge Leser auf Buecherkinder.de aktuelle Literatur, viele von ihnen schon über etliche Jahre hinweg. Regelmäßig „entwachsen“ allerdings einige Leser der Kinder- und Jugendredaktion, so dass ich hin und wieder auf Nachwuchssuche gehen muss. Da die männlichen Redakteure zur Zeit etwas unterbesetzt sind, würde ich mich besonders über Bewerbungen von Jungen freuen, Leserinnen dürfen sich natürlich auch bewerben!

Voraussetzung:

  • Du bist zwischen 12 und 16 Jahren jung.
  • Du liest gerne, viel und auch recht flott.
  • Du bist allen Genres gegenüber aufgeschlossen.
  • Du kannst dir vorstellen etwa 10 Bücher pro Jahr zu lesen und eine ordentliche Kritik zu verfassen.
  • Dein Wohnort oder deine Postadresse ist in Deutschland, sonst wird das Porto leider zu teuer.

Und sonst?

Deine Buchkritiken erscheinen auf der Webseite Buecherkinder.de und in gekürzter Form gelegentlich in der Fachzeitschrift Eselsohr. Es besteht die Möglichkeit, Gastbeiträge im Buecherkinder-Blog zu verfassen. Alle Rezensionsexemplare darfst du selbstverständlich behalten. Dir entstehen keine Kosten, dafür aber jede Menge Lesespaß!

Das Führen eines eigenen Blogs stellt keinen Vorteil dar, denn leider hat mich meine Erfahrung gelehrt, dass sich die Zusammenarbeit mit jugendlichen Bloggern aufgrund von Interessenkonflikten bisweilen schwierig gestalten kann. Ich bin allerdings aufgeschlossen 😉

Neugierig?

Dann bewirb dich im Kommentar für eines oder mehrere Bücher (Nutze in diesem Fall einfach die untenstehende Nummerierung.), welches ich dir zur Rezension zuschicke. Bei mehreren Bewerbungen für ein Buch muss ich leider das Los entscheiden lassen. Deine Buchkritik erscheint auf jeden Fall als Gastrezension auf der Webseite und vielleicht wirst du anschließend sogar neues Redaktionsmitglied!

Die Bücher in der Übersicht:

  1. Australien? Australien!
  2. Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb
  3. Mein filmreifer Sommer
  4. Schrei
  5. Der Atem des Sturms
  6. Seitenwechsel
  7. Kein einziges Wort
  8. Der Giftschmecker
  9. Death
  10. Aprikosensommer
  11. Das wirst du bereuen
  12. 5 Tage im April
  13. Die Liga der 17
  14. Krähen gegen Ratten
  15. Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß

Ich freue mich auf zahlreiche Bewerbungen 🙂

* Die Bewerbungsphase schließt am Sonntag, den 18. Januar um 15 Uhr. Die Bekanntgabe der Buchvergabe erfolgt im Kommentar.

Sammelsurium Numero 1 – Netzfundstücke, Buchtipps, Termine, Kurioses

beitrag10Regelmäßig stolpert man im Netz aber auch ganz analog in Zeitung und Zeitschrift über lesenwerte Beiträge, Buchtipps, interessante Termine und bisweilen auch Kurioses.

Unter dem Begriff „Sammelsurium“ – übrigens ein wie ich finde ganz wunderbares Wort – möchte ich zukünftig in loser Folge und, wie das Wort schon sagt, bunt durcheinandergewürfelt über Lesens- und Wissenswertes und bisweilen auch Amüsantes berichten.

Netzfundstücke

Wie Lesen helfen kann, darüber berichtete Andrea Gerk in der Reihe „Lesen als Medizin“ im WDR 3. Die Beiträge stehen zum Nachhören zur Verfügung.
www.wdr3.de/literatur/lesenhilft100.html

„Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“ ist in neuer Übersetzung erschienen. Hans von Trotha von der ZEIT ist mehr als begeistert.
www.zeit.de/2014/53/nils-holgerssons-wunderbare-reise-durch-schweden-selma-lagerloef

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will 2015 mehr lesen und hat einen virtuellen Buchclub gegründet. Die WELT allerdings wettert: „Facebook und Bücherlesen schließen sich aus“. Was für ein riesen Quatsch, sage ich! Und ihr?
www.welt.de/kultur/literarischewelt/article136028520/Facebook-und-Buecherlesen-schliessen-sich-aus.html

Die FAZ weist in ihrem Artikel „Bilder, die den Raum erobern“ auf zwei interessante Bilderbuchausstellungen in Hannover und Frankfurt hin.
www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ausstellungen-fuer-kinder-bilderbuecher-in-hannover-und-frankfurt-13337540.html

Monatliche Buchtipps

Erstlesebuch des Borromäusverein im Monat Januar ist Kommissar Ping und das Kaugummi-Geheimnis von Christian Seltmann und Maria Karipidou.

Religiöses Kinderbuch des Monats, ebenfalls Borromäusverein, ist Ein Haus voller Zeichen und Wunder von Annemarie Fenzl, Lene Mayer-Skumanz und Annett Stolarski.

Die Kröte des Monats, die von der Studien- und beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) in Österreich vergeben wird, geht im Januar an die dystopische Buchreihe Die Verratenen / Die Verschworenen / Die Vernichteten von Ursula Poznanski.

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM) vergibt den LesePeter im Januar an Antje Leser und Sabine Rixen für Unterm Gras.

Der Esel des Monats wird von der Fachzeitschrift Eselsohr vergeben und geht im Januar an Rette sich wer  kann von Clive Gifford und Sarah Horne.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. in Volkach hat für den Monat Januar folgende Titel als Buch des Monats ausgewählt: „So rot wie Blut“ von Salla Simukka, „Eva im Haus der Geschichten“ von Marjaleena Lembcke und „Der Zauberling“ von Binette Schroeder.

Eine Jury aus 29 Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ermittelt einmal im Monat Die besten sieben Bücher für junge Leser.

Ebenfalls monatlich erscheint die Hörbuchbestenliste des Hessischen Rundfunks, u.a. immer mit drei empfehlenswerten Hörbüchern für Kinder und Jugendliche. Platz 1 geht im Januar an Andreas Steinhöfels Anders.

Nicht verpassen!

Seit über 10 Jahren gibt die Sendung quergelesen Buchtipps auf KiKA. Die nächste Sendung ist am 13. Januar um 13:15 Uhr.

Gleich zwei auf Kinderbüchern basierende Kinofilme starten im Januar: Am 15. Januar Doktor Proktors Pupspulver und am 29. Januar Fünf Freunde 4.

Aufgeschlagen und reingelesen

buch01Einen ersten Blick habe ich bereits in „Evolution oder Das Rätsel von allem, was lebt“ (Gerstenberg) von Jan Paul Schutten und Floor Rieder geworfen und bin jetzt schon sehr neugierig, warum ich dem Pantoffeltierchen Beifall klatschen sollte.

buch02Zur Zeit lese ich Anne Krügers „Allee der Kosmonauten“, das in der kommenden Woche bei script 5 erscheinen wird.

 

Buecherkinder & Eselsohr

Seit nunmehr drei Jahren empfehlen die Kinder und Jugendlichen der Redaktion monatlich fünf Titel in der Fachzeitschrift Eselsohr. Mit der Januar-Ausgabe 2015 beginnend werden wir im Blog zukünftig immer auf diese Kurzbewertungen hinweisen.

Die Buecherkinder lesen!
Buchtipps aus der Kinder- & Jugendredaktion, Januar 2015

Flavia (7): Superhugo startet durch von Salah Naoura, Oetinger Verlag
Lucy (7): Ballettgeschichten von Vanessa Walder, Loewe Verlag
Isabelle (12): Rosen und Seifenblasen von Sonja Kaiblinger, Loewe Verlag
Rebekka (14): Ich heiße Parvana von Deborah Ellis, Verlag Jungbrunnen
Paulina (14): Tausend Mal gedenk ich dein von Heike Eva Schmidt, Boje Verlag

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Zum Herunterladen (PDF) hier klicken.

Frohes Fest!

weihnachten2014Liebe Freunde der Bücherkinder,

ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes, ruhiges und erholsames Weihnachtsfest.

Vielen Dank für Ihre Treue, alles Liebe für 2015 und natürlich immer das richtige Buch in der Hand.

Herzlichst
Stefanie Leo und die Bücherkinder

Wie sehr schmerzt der Tod? Bilderbücher über Tod, Verlust und Trauer

„Manchmal bekomme ich eine richtige Wut deswegen. Dann sage ich mir: ‚Was fällt ihm ein, einfach so zu sterben? Was fällt ihm ein, mich so traurig zu machen?‘“

So erzählt Michael Rosen in seinem Bilderbuch „Mein trauriges Buch“. Starke Worte mit ebenso eindrucksvollen Illustrationen von Quentin Blake liest man in diesem Kinderbuch für ab 5-Jährige.

Mein erstes Kinderbuch zum Thema Tod, Trauer und Verlust hielt ich im Frühjahr in den Händen. Ich kann mich noch recht genau erinnern, wie ich beim Lesen von Kai Lüftners „Für immer“ schlucken musste. Sein Bilderbuch erfuhr letztes Jahr viel Beachtung. Ich nahm es zwar am Rande wahr, denn schließlich tauchte es in meiner Internetblase immer wieder an verschiedenen Stellen auf, aber in den Händen hielt ich es erst viel später. Ich war mit der Zeit immer neugieriger auf das Kinderbuch geworden, dass bei diesem hochemotionalen Thema so viel gelobt wurde und schließlich als eines der ganz wenigen Kinderbücher sogar im Fernsehen zur besten Abendzeit vorgestellt wurde.

Was braucht ein gutes Kinderbuch über Tod, Trauer und Verlust? Soll es pädagogisch sein? Soll es erklärend sein? Gibt es überhaupt Möglichkeiten, variiert darüber zu erzählen? Und sind alle Bilder dann grau oder sogar schwarz?

Seit Kai Lüftners „Für immer“ habe ich mehrere Bilderbücher dazu in der Hand gehabt. Mir öffnete sich eine facetten- und abwechslungsreiche, literarische Welt, die weitab von gängigen Klischees sich bewegt. Ein paar von ihnen möchte ich hier vorstellen.

"Mein trauriges Buch" von Michael Rosen. Foto: Wenke Bönisch

„Mein trauriges Buch“ von Michael Rosen. Foto: Wenke Bönisch

Hinter manchem Bilderbuch steckt viel eigenes Erleben. Autobiographische Elemente in einem Kinderbuch über den Tod? Ja, das zu Beginn erwähnte Bilderbuch „Mein trauriges Buch“ von Michael Rosen (Verlag Freies Geistesleben 2014, ab 5 Jahre) steht beispielhaft dafür. Rosen verlor seinen 19-jährigen Sohn an Meningitis. Seine Erfahrungen, seine Emotionen hielt der bekannte Kinderbuchautor in dem Buch fest. Mit direkten Worten erzählt Rosen über seine facettenreichen Empfindungen, die von Wut, über Trauer, Angst, Einsamkeit, Gemeinheit, Ausgeschlossenheit von den anderen und bis zur Hilflosigkeit gehen. Rosen zeigt, wie er trauerte, wie er versuchte, Lebenshoffnung zu finden. Er zeigt es persönlich, als seinen Weg, nicht als pädagogische Erklärung. Es wirkt lebensnah, ungeschönt und bietet trauernden Kindern einen guten Spiegel. Nicht nur Rosens klare Worte wirken tief, sondern auch Quentin Blakes scheinbar schnell hingekritzelte Bleistiftzeichnungen, die mehr das Ganze als die Einzelheiten einfangen. Noch mehr staunt man, wenn man Fotos des Autors mit den Illustrationen vergleicht: Es sind treffsichere Porträts, die die Stimmung der Erzählung ganz genau einfangen.

"Für immer" von Kai Lüftner. Foto: Wenke Bönisch

„Für immer“ von Kai Lüftner. Foto: Wenke Bönisch

Anders als das von grau dominierte „Mein trauriges Buch“ erscheint Kai Lüftners „Für immer“ (BELTZ 2013, ab 5 Jahre), das ebenfalls einen autobiographischen Anlass hat und für ab 5jährige empfohlen wird. Es ist auffällig in seiner ganzen Machart. Zum einen kommt es vierfarbig daher. Zum anderen verdichtet der Autor Kai Lüftner Egons Geschichte um den Tod seine Vaters in ganz kurzen, knappen Sätzen, die aber sprachlich alle Emotionen auf einen Punkt verdichten. Es ist wirklich hohe Kunst! Zudem zeigt Lüftner schonungslos die Hilflosigkeit der Anderen in so einer Situation auf. Manchmal schmerzt es fast schon körperlich beim Lesen, wenn man in diesen Spiegel schaut.

Der autobiographische Anlass von „Für immer“ erfährt man erst bei näherer Beschäftigung mit Lüftners Leben. Er verlor seine Kinder als Babies. Dass sie dennoch Teil seiner Familie sind, dass von ihnen ein Teil in dem nachgeborenem Kind steckt, drückt er mit seinem tief berührenden Bilderbuch aus.

"Das Mädchen unter dem Dohlenbaum" von Riitta Jalonen. Foto: Wenke Bönisch

„Das Mädchen unter dem Dohlenbaum“ von Riitta Jalonen. Foto: Wenke Bönisch

Um den Verlust eines Elternteils geht es auch in dem Bilderbuch „Das Mädchen unter dem Dohlenbaum“ der finnischen Autorin Riita Jalonen (Hanser Verlag 2007, ab 5 Jahre). Das namenslose Mädchen erlebt die Tage nach dem Tod ihres Vaters an dem Baum, auf dem die Dohlen schlafen, während sie auf ihre Mutter wartet. Starke Worte, die einen fast zum Weinen bringen, findet Jalonen:

„Niemand kann die Stelle sehen, wo es am meisten wehtut, wenn man jemanden vermisst. Mama hat auch so eine Stelle. Ich hab auf ihrem Schoß gesessen, und sie hat es mir erzählt. Ich hab nichts gesagt, nur zugehört. Wenn ich auf ihrem Schoß sitze, wird die Stelle, die niemand sehen kann, kleiner.“

Symbolhaft spielt die Dohle als schwarzer Vogel in dem Bilderbuch eine wichtige Rolle. Sie trägt die traurige Stimmung, wenn sie in uns Erinnerungen an graue Herbst- oder Wintertage hochkommen lässt.

"Erik und das Opa-Gespenst" von Kim Fupz Aakeson Foto: Wenke Bönisch

„Erik und das Opa-Gespenst“ von Kim Fupz Aakeson Foto: Wenke Bönisch

Einen ganz anderen Weg zur Themenbearbeitung geht Kim Fupz Aakeson in seinem Bilderbuch „Erik und das Opa-Gespenst“ (Gerstenberg Verlag 2014, ab 4 Jahre). Er verknüpft das Todeserlebnis und die Trauerverarbeitung mit einer Gespenstergeschichte, die er nicht schreckhaft-düster, sondern warmherzig-mitfühlend gestaltet. Eriks Opa ist plötzlich verstorben und erscheint ihm in der Nacht als Gespenst. Das Opa-Gespenst muss erst noch etwas wichtiges erledigen, bevor es seine Ruhe findet. Beide machen sich nun auf den Weg.

Deutlich zeigt Aakeson auf, wie abstrakt sowohl die Himmels- als auch die biologische Verwesungsvorstellung für die Kinder ist. Er versucht den Kinder seine Antwort auf die Frage zu geben, was nach dem Tod passiert. Auch wenn die Szenen in der Nacht spielen, so hat Eva Eriksson, die Illustratorin, sie mit freundlichen Farben illustriert, die viel Wärme ausstrahlt, die tiefe Bindung zwischen Erik und seinem Opa verdeutlicht und insgesamt den Buch sehr gut tut.

"Nie mehr Wolkengucken mit Opa?" von Martina Baumbach. Foto: Wenke Bönisch

„Nie mehr Wolkengucken mit Opa?“ von Martina Baumbach. Foto: Wenke Bönisch

Traditionen wie das Gedenken an den Toten in der Kirche, der blumengeschmückte Sarg, das Begräbnis auf dem Friedhof oder das Leichenschmaus sind Haltepunkte bei einem Todesfall. Martina Baumbach erzählt diese Schritte in ihrem Bilderbuch „Nie mehr Wolkengucken mit Opa?“ (Gabriel Verlag 2014, ab 5 Jahre). Szenenhaft ist der Plotaufbau. Beeindruckend die sehr realitätsnahe Bebilderung von Verena Körting. Die Figuren und ihre Gefühle macht sie gut sichtbar. Sofort erkennt man die Trauer der Mutter, wenn sie ihre Schultern hängen lässt und das Haar ins Gesicht fällt.

Das Licht spielt in den Abbildungen eine besondere Rolle. Die fröhliche Helligkeit beim sommerlichen Wolkenschauen mit dem Opa, das Novembergrau bei der Beerdigung, die frische Kälte am Strandausfllug, der die Familie die nötige Ruhe gibt. Zudem lässt Körting dem Raum viel Platz. Manchmal saugen sie sogar beim Betrachten in das Bild hinein.
Am Ende des Kinderbuches gibt Baumbach betroffenen Kindern und Eltern Tipps zum Trauern. Ihre Kernaussage ist letztlich, dass jeder seinen eigenen Trauerweg finden muss und Trauer in vielerlei Gestalt daher kommt. Pädagogisch geprägt widmet sich die Autorin also dem Thema Tod.

"Der Baum der Erinnerung" von Britta Teckentrup. Foto: Wenke Bönisch

„Der Baum der Erinnerung“ von Britta Teckentrup. Foto: Wenke Bönisch

Dass der Tod zum Leben dazu gehört, trotz Trauer nicht schreckhaft sein muss, sondern durch liebevolle Erinnerungen überwunden wird, zeigt Britta Teckentrup in „Der Baum der Erinnerung“ (arsEdition 2013, ab 4 Jahre).

Ein alter Fuchs stirbt nach einem glücklichen Leben an seinem Lieblingsort. All seine Freunde aus dem Wald versammeln sich dort und erinnern sich an ihn. Mit jeder Erinnerung wächst der rote Baum.

Warm, sanft und auch ruhevoll erzählt Teckentrup die Geschichte und hebt sich so von den anderen Büchern sehr ab. Es ist eben die Normalität des Sterbens, das als Ausgangspunkt für eine Bildergeschichte einfach mal gut tut. Ebenso erfrischend wie die Geschichte sind die Illustrationen, die eine moderne Verbindung zwischen realitätsnaher und manchmal schablonenhafter Gestaltung bilden. Das Kalte des Todes wird nicht durch grau oder schwarz dargestellt. Nein, es ist der Winter, der diese Hintergrundfolie bildet – völlig unaufdringlich. Alle anderen Details sind farbig, die Erinnerung ganz passend sogar fröhlich-heiter. Geschickt schafft Teckentrup die Verbindung zwischen der erzählenden Figur und der bildlichen Darstellung der Erinnerung. Letzterem gibt sie viel Platz. Genial hat sie den Baum der Erinnerung gestaltet. Sofort erkennen die Kinder an der Farbe die Verbindung zum Fuchs.

Heutige Bilderbücher zu Tod, Verlust und Trauer sind in ihrer Herangehensweise vielfältig und facettenreich. Natürlich wird immer wieder das Unfassbare und Endgültige an dem Tod in den Mittelpunkt gerückt. Aber es findet seinen Ausdruck nicht in Stereotypen. Vielmehr versuchen die Autoren für die Kinder Worte zu finden, die in ihrer Klarheit und Direktheit auch so manchen Erwachsenen gut tun würden. Denn für die Hinterbliebenen ist das Nichtausdrücken oft noch verschlimmernder, als die klare Benennung der Geschehnisse und Emotionen, erst recht für Kinder. Und noch eines wird bei der Betrachtung der Kinderbücher klar: Kindern wird ihr eigener Trauerweg zugestanden. Sie werden dazu ermutigt.

Vielleicht sind diese Bilderbücher nicht nur für Kinder geeignet, sondern würden auch so manchem Erwachsenen helfen.