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Hamburg, meine (Kinderbuch-)Perle

Hamburg ist immer eine Reise wert, und mit der Elbphilharmonie hat der Besucher ab jetzt eine Sehenswürdigkeit mehr, die es „abzuklappern“ gilt. Doch auch wenn ich diesem Jahrhundertbauwerk meine Aufwartung machte, so galt mein Besuch in der Hansestadt doch ganz anderen „Sehenswürdigkeiten“.

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Die Elbphilharmonie in Hamburg

Man kann Hamburg sicherlich – neben Berlin und Frankfurt – als Verlagshauptstadt bezeichnen und in Sachen Kinder- und Jugendmedien ist die Stadt im hohen Norden wahrlich gut aufgestellt. Gleich zwei große Verlagshäuser für Kinder- und Jugendbücher fallen mir sofort ein und jede Menge kleine aber feine Verlage für Kinderbücher und -hörbücher sowieso. Dazu gesellen sich noch das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum, das sich seit über 10 Jahren liebevoll und in besonderem Maße den Bilderbüchern zuwendet. Zahlreiche auf das Kinderbuch spezialisierte Buchhandlungen runden das Gesamtpaket ab.

Kein Wunder also, dass ich meine Reise zur Preisverleihung des BEO-Kinderhörbuchpreises  (Bericht folgt) gleich einmal um einen Tag ausdehnte, um mich in der Kinderbuchlandschaft Hamburgs ein wenig umzuschauen. Tatsächlich beschränkte ich mich sogar auf den Stadtteil Altona und konnte per Pedes die Verlage Oetinger und Carlsen und das Kinderkulturkaufhaus Knuffels besuchen.

Bei Oetinger Media gibt es was auf die Ohren

Bei Oetinger zog es mich dieses Mal in die Abteilung Oetinger Media, die (inklusive Igel Records) auf 120 Neuerscheinungen pro Jahr in Sachen Hörspiel/-buch kommt. Als „Trüffelschwein“ bezeichnete sich der Geschäftsführer Markus Langer, der mir Rede und Antwort stand und sich mit Vorliebe auf die Suche nach coolen Kinderliedern begibt. Und das – wie ich meine – sehr erfolgreich, denn bereits für Unter meinem Bett 1 und 2 konnten  zahlreiche, namhafte Singer-Songwriter gewonnen werden. Seit 2007 gibt es zudem den DVD-Bereich Oetinger Kino, dessen Programm es mittlerweile auch schon auf gut 100 Verfilmungen bringt.

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tonies® – das neue Audiosystem für’s Kinderzimmer

So richtig „geflasht“ allerdings war ich von der Tonie-Audiobox, die in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein CD-freies Audiosystem, das mit kleinen, schleichähnlichen Figuren funktioniert. So wird beispielsweise eine Olchi-Figur auf das Gerät gestellt und das entsprechende Hörspiel beginnt. Mittlerweile gibt es schon viele Verlage, die per Tonie Inhalte bereitstellen. Ich wünschte mir wirklich sehr, dass meine Kinder noch einmal klein wären. Wie das ganze funktioniert, erklärt dieses Video, das in der Lokalzeit Düsseldorf im WDR ausgestrahlt wurde.

Carlsen: viel mehr als Harry Potter

Von Oetinger aus machte ich mich auf den Weg zum Carlsen Verlag und konnte mein Ziel dank Strichmännchen Hartmut und seinen Freunden nicht verfehlen.

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Im Eingangsbereich wurde ich bereits von Pixi erwartet, einer Figur, der zumindest vorlesende Eltern regelmäßig begegnen. Mit über 2.000 Titeln und einer Gesamtauflage von mehr als 450 Millionen Exemplaren ist diese Buchreihe übrigens die erfolgreichste aller Zeiten. Einmal mehr wurde mir bewusst, dass Carlsen nicht nur Kinder- und Jugendbücher, allen voran Harry Potter, zu bieten hat, sondern neben den zahlreichen Pixi-Büchern eben auch jede Menge Graphic Novels und Mangas. Dafür benötigt man natürlich auch viele Mitarbeiter (rund 150) und ein großes Verlagsgebäude (und Nebengebäude), und so hatte mein Verlagsrundgang ein wenig etwas von einer Wanderung.

datei-05Bei meinen Besuchen in den Verlagen versuche ich immer,  einen Blick in die Lizenzabteilung und dort in das Archivregal mit den Belegexemplaren zu werfen.

Auch dieses Mal wurde ich fündig und konnte einmal mehr erfahren, wie unterschiedlich doch Cover-Geschmäcker in den einzelnen Ländern sein können. Der deutsche Titel, der sich hinter dieser russischen Ausgabe verbirgt, sieht beispielsweise völlig anders aus. Könnt ihr den Originaltitel erraten?

Knuffels – das Kinderkulturkaufhaus

Zumindest eine Buchhandlung vor Ort muss ich bei all meinen Reisen immer besuchen. Da lag es also nahe, in Altona zu bleiben und die Kinderbuchhandlung Knuffels zu besuchen. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, fand ich im kleinen Laden an der Bahrenfelder Straße 68 doch ein liebevoll zusammengestelltes Sortiment an Bilder-, Kinder- und Jugendbüchern vor, von denen ich einige kannte, andere wiederum nicht, weshalb ich auch nicht umhin kam, zwei weitere Bilderbücher meiner Sammlung zuzuführen.

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Das große Hamburg-Erklär-Buch aus dem Hamburger Junius Verlag (im Titelbild links) ist übrigens großartig und ich kann es nur jedem Hamburg-Besucher – egal ob groß oder klein – empfehlen.

Last but not least

datei-06Zu allerletzt möchte ich euch noch meine neueste Errungenschaft zeigen. Knallrot und garantiert wasserfest und ein wenig sehe ich jetzt auch aus wie Pixi.

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Diogenes – Kinderbücher mit Charakter!

Vor einigen Wochen suchte ich unter den Bilderbuch-Redakteuren jemanden, der die Bilderbücher aus dem Diogenes Verlag genauer unter die Lupe nimmt. Sabrina Kalmykov aus der Redaktion meldete sich sofort. Hier kommt nun ihr Blogbeitrag über …

Kinderbücher mit Charakter

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Aus: „Kein Kuss für Mutter“

Sollte es für den ein oder anderen nicht sofort greifbar sein: Diogenes, das sind so tolle Bücher wie zum Beispiel „Wo die wilden Kerle wohnen“, „Der Maulwurf Grabowksi“ oder „Ein Apfelbaum im Bauch“.

Und auch eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist in diesem Verlag erschienen: „Kein Kuss für Mutter“.

Es sind keine Kinderbücher, so wie man sie sich vielleicht erst mal vorstellt: glatt und lieb, nicht unbedingt tiefgründig, oft mit absehbaren Friede Freude Eierkuchen Enden.
Nein – hier handelt es sich um Kinderbücher mit Profil, mit Charakter, mit politischen und moralischen Botschaften. Die Geschichten und Bilder regen die Leser (Vorleser und Zuhörer) dazu an, ihre Fantasie zu nutzen und sich ihre Umwelt genauer anzuschauen. Kinder werden aufgefordert kritisch zu denken.

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Aus: „Ferdinand der Stier“

Wir werden dazu angehalten, unseren Lebenswandel und unseren Umgang mit der Welt genauer zu betrachten:

Warum wird die schöne Wiese wo der Maulwurf Grabowski wohnt, zubetoniert, und wieso zwingt man Ferdinand den friedlichen Stier, in einer Arena zu kämpfen?

 

Es sind auch Kinderbücher, mit unerwarteten Enden und widerspenstigen Protagonisten. Wo Eltern letztlich doch nicht ihren Willen bekommen. Wo Kinder frech, wild, aufmüpfig und temperamentvoll sein dürfen, und Mütter auch mal einen Denkzettel verpasst bekommen. Es wird auch schon mal gebrüllt. Und vielleicht gibt es auch Tipps, wie man nur so tun kann, als würde man sich die Zähne putzen.

Aber nicht nur das Innere der Bücher macht sie so besonders. Jedes Stück ist in seiner Gestaltung einzigartig, mit Sorgfalt liebevoll hergerichtet. Sie wirken allesamt sehr hochwertig. Manche Bücher kommen in einer Aufmachung daher, die eigentlich schon antiquarisch anmutet, im Stile der 50er Jahre.
„Eine lange Straße lang“ wiederum wird mit einem 6 (sechs) Meter langem Poster geliefert.

Ein Großteil der Bände hat einen Schutzumschlag, was bei Kinderbüchern erst einmal irgendwie umständlich wirkt, weil die kleinen Hände das unter Umständen nicht so gut handhaben können. Aber eigentlich zeigt es, dass Kinder und ihre Bücher hier genauso viel wert und genau so wichtig sind, wie Erwachsenenbücher.

Kinderbücher mit Ecken und Kanten

Diogenes Kinderbücher treffen vielleicht nicht jedermanns Geschmack, gegebenenfalls ecken sie auch hier und da mal an. Aber gerade das macht sie so spannend!

Hier kommen jetzt noch ein paar Beispiele, lauter klasse Kinderbücher aus dem Diogenes Verlag:

Ein Apfelbaum im Bauch von Simon Boulerice und Gérard Dubois sieht aus als wäre es uralt. Ist es aber nicht! Denn der Autor ist selbst gerade in seinen 30ern.
Der kleine Raphael liebt Äpfel über alles. Jeden Tag isst er einen, und zwar mit allem Drum und Dran – außer dem Stiel. Doch sein Schulkamerad Rémi ist überzeugt: in Raphaels Bauch wachsen jetzt bestimmt Bäume! Schon arbeitet Raphaels Fantasie auf Hochtouren. Er sieht schon, wie sein Bauch ganz verbeult ist, vor lauter Bäumen, und wie seine Hände langsam zu Ästen werden! Zum Glück kann seine Mama ihn aber beruhigen, und alles wird wieder gut. Allerdings gibt es für Raphael in Zukunft wohl doch eher Bananen anstatt Äpfeln!
Die kindliche Fantasie wird hier ganz rührend dargestellt, untermalt von tollen Bildern und wunderbar einfühlsam geschrieben.

Ferdinand der Stier von Munro Leaf, illustriert von Robert Lawson.
Ferdinand lebt in Spanien. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen, die sich ständig raufen, um eines Tages in einer Arena kämpfen zu dürfen, liebt Ferdinand die Ruhe. Und er liebt den Duft von Blumen. Am liebsten möchte er den ganzen Tag unter seinem Baum sitzen, und Blumen beschnuppern. Doch dann wird er ausgewählt, um in die Arena gebracht zu werden. Ferdinand weiß gar nicht, was er da soll. All die Pikadores und Banderilleros, und erst der Torero! Alle warten auf den großen, mächtigen Ferdinand! Doch er, er will doch nur den Duft von Blumen genießen!
Dieses Buch ist nicht umsonst seit über 50 Jahren ein Klassiker. Es ist so charmant, so liebevoll, so witzig, und nicht zuletzt: so voller Botschaften. Selbstredend wird der Stierkampf thematisiert und ins lächerliche gezogen. Aber es sagt auch: Sei wie du bist! Lass dich nicht in eine Form pressen und steh zu dir selbst!
Einfach ein ganz wertvolles Buch.

Frank Viva ist ein preisgekrönter Grafik Designer, dessen Illustrationen in Zeitungen wie „Die New York Times“ erschienen sind. Außerdem bereist er den ganzen Globus mit seinem Fahrrad. Und so nimmt er in seinem Werk Eine lange Straße lang seine Leser mit auf die Reise, immer der gelben Straße folgend. Wenige Worte und nur 5 Farben unterzeichnen die Weite des Raums, die Geschwindigkeit, die Unendlichkeit der Reise.
Der Stil ist einmalig und der Band kommt noch dazu mit einem 6 Meter langen Plakat, das die Seiten des Buches aneinander reiht, damit wir die Reise immer weiter führen können!

Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak. Auch hier wieder ein absoluter Klassiker seit über 50 Jahren.

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Aus: „Wo die wilden Kerle wohnen“

Max ist ein wilder kleiner Kerl, der ohne Abendessen ins Bett soll! Sowas ungerechtes! Da bricht er auf, reist über die Meere, bis zu dem Land, wo die wilden Kerle wohnen! Ganz fürchterliche Kerle! Ganz schreckenerregende Monster! Aber Max, der wilde Max in seinem Wolfskostüm, der zähmt sie allesamt, und wird zum König der wilden Kerle! Zusammen machen sie Krach, und brüllen herum, und machen lauter Unfug! Und dann schickt Max die wilden Kerle ohne Essen ins Bett. Angelockt vom Duft nach gutem Essen, reist Max wieder zurück, über die Meere, bis zurück in sein kleines Zimmer – wo sein Essen auf ihn wartet.
Es ist einfach großartig, wie hier das Bedürfnis von Kindern dargestellt wird, die Ungerechtigkeiten in ihrer Welt zu verarbeiten, wie sie sich in ihrer Fantasie ganze Universen kreieren, sich aus ihrer Realität wegträumen, um dann wieder ganz entspannt zurück zu kommen. Und die Bilder: einfach grandios.

In Weggepustet von Rob Biddulph, bekommt der kleine Pinguin Blau einen neuen Drachen, packt ihn aus, und – wusch – wird er weggeweht. Und eine ganze Reihe seiner Freunde ebenfalls. Sie verlassen die Arktis und landen mitten im Dschungel.
Die Geschichte von Blau und seinen Freunden ist in witzigen kurzen Versen geschrieben. Besonders zu beachten sind hier die Illustrationen: Sie sind bunt, und einfach, aber eindrucksvoll, und trotz der Einfachheit voller witziger kleiner Details! Es macht Spaß sich das Buch anzusehen, die kleinen Feinheiten zu finden, und herauszufinden, wie es weiter geht!

Tobi Tatze aus Kein Kuss für Mutter von Tomi Ungerer ist ein ganz schön fieser kleiner Kater. Er macht Sachen kaputt, wäscht sich nicht, putzt sich nicht die Zähne, prügelt sich in der Schule, macht keine Hausaufgaben, und eins kann er ganz besonders nicht leiden: Küsse. Ständig will seine Mutter ihn küssen. Sie verhätschelt ihn und tätschelt ihn und behandelt ihn wie ein kleines Baby. Und dann versucht sie auch noch ihm ein schlechtes Gewissen zu machen.
Aber nicht mit Tobi. Als Mutter Tatze ihren Sohn zum Mittagessen abholen will, explodiert er. Und dann wird die Mutter wütend. Das Donnerwetter zwischen den beiden ist aber klärend, und so kommen die beiden sich, auf ihre Art, ein bisschen näher.
Der Untertitel „Eine Geschichte über zu wenig oder zu viel Liebe“ spricht schon Bände. In diesem Buch trifft ein ausgesprochen fieser kleiner Kerl, der ein bisschen Freiheit sucht, auf eine ausgesprochen übereifrige, einengende Mutter, die nicht loslassen will. Und am Ende lernen die Protagonisten und auch die Leser: Liebe besteht auch manchmal aus Kompromissen und gegenseitigem Verständnis.

Knigi ist ein kleiner Geist. Zu seiner Geburtsnacht bekommt er ein Buch geschenkt und ist ganz gespannt! Aber: das Buch ist vollkommen leer! Wie sich herausstellt, sind alle Bücher in der Geisterwelt leer. Was soll denn das? Wie soll er denn ein Buch lesen, in dem gar nix steht? Und dann, dann lernt er es: nicht das Buch gibt ihm eine Geschichte vor, sondern er füllt das Buch mit Geschichten! Indem er seiner Fantasie freien Lauf lässt, erweckt er das leere Buch zum Leben!
Benjamin Sommerhalder zeichnet uns in seinem Buch eine Welt ganz in Schwarzweiß. Einfachste Grafiken völlig ohne Farbe bilden die Welt von Knigi. Bis die Fantasie zum Leben erwacht und eine komplette Palette Farben mit sich bringt.
Dieses Buch ist ein Buch darüber, dass man auch in seiner Fantasie bunte, lebendige Abenteuer erleben kann! Eine klasse Lektion für alle großen und kleinen Kinder!

Und last but not least, sei hier noch Der Maulwurf Grabowski von Luis Murschetz vorgestellt.

Aus: "Der Maulwurf Grabowski"

Aus: „Der Maulwurf Grabowski“

Der kleine Maulwurf Grabowski wohnt in einer gemütlichen Wiese am Stadtrand. Tagsüber buddelt er Gänge unter die Wiese, und am Abend, da schaut er sich die Lichter der Stadt an. Das ist ein angenehmes Maulwurfleben.
Doch eines Tages wird alles anders. Es kommen viele Menschen, mit schweren Maschinen, die machen krach von morgens früh bis abends spät, und der arme Grabowski weiß gar nicht mehr wie ihm geschieht. Seine schöne weiche Erde wird schwer und hart. Große Klauen packen ihn und werfen ihn ab. Der kleine Maulwurf ist völlig außer sich vor Angst. Also flüchtet er, läuft über lebensgefährliche Straßen, bis er endlich eine neue Wiese findet, mit weicher, duftender Erde.
Ein eindrucksvolles Buch, das sowohl Erwachsene als auch Kinder dazu auffordert, sich mal darüber bewusst zu werden, was die Menschheit jeden Tag diesem Planeten und dessen Bewohner antut.

Jedes dieser Bücher hat seinen Charme! Wir geben sie sicher nicht mehr her!

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Ist bei Lüftner die Luft raus?

„Ist bei Lüftner die Luft raus?“ – „Wohl kaum!“, dachte ich mir als ich diese Collage (by www.matzilla.de) in steter Regelmäßigkeit seit Anfang Oktober im Netz auftauchen sah. Aber schon damals war mir klar, dass Kai Lüftner da irgendetwas Besonderes ausbrütet und deshalb habe ich mal einen genaueren Blick auf die Kampagne geworfen. Aber zunächst geht es kurz ein paar Jahre zurück …

Ich begegnete Kai das erste Mal persönlich im März 2013 auf der Leipziger Buchmesse. Damals zogen seine „Milchpiraten“ in den Leipziger Lesekompass ein. Seitdem sind wir – sagen wir mal – gummibandmäßig miteinander verbunden. Mal hören wir wenig voneinander, mal schnackelt es im Gummiband und zack treffen wir uns in Berlin, Leipzig oder Solingen wieder.

Ich mag Kai, und das nicht nur, weil er auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Kinderbuchautor aussieht. Ich mag ihn, weil er sich nicht verbiegt, weil er ein Original ist und sich treu bleibt. Vermutlich ist genau das auch das (offene) Geheimnis seines Erfolges.

Umso neugieriger wurde ich deshalb als Kai Anfang Oktober seine nächste Rotz’n’Roll CD ankündigte. Nun ja, eigentlich ist die Fortsetzung dieser erfolgreichen, etwas durchgeknallten Radioshow für Kinder (und dankenswerter Weise auch für deren Eltern) an sich nichts Besonderes, würde der Berliner nicht urplötzlich neue Wege beschreiten. Denn im Mai 2017 soll die CD ohne Label, also quasi ohne Netz und doppelten Boden, nur mit Hilfe der Crowd finanziert und realisiert werden.

„Holla, die Waldfee!“, denke ich mir. Wie kommt es , dass ein erfolgreicher Autor, Songwriter und Entertainer solche Wege beschreitet? Gab es Differenzen zwischen ihm und dem alten Label? Und warum hat sich kein großes Label den Kai geschnappt? Oder ist es doch etwas ganz anderes? Vielleicht kann man ohne Netz und doppelten Boden Dinge wagen, die sonst nicht möglich sind? Und wenn dann tatsächlich alles so klappt, wo bekomme ich im Mai bloß die CD her?

Ich möchte es genauer wissen, habe mal kräftig am Gummiband gezogen und Kai Lüftner diese Fragen gestellt. Hier kommen seine – wie immer sehr direkten, ehrlichen und altbekannt in Kleinbuchstaben verfassten – Antworten.

DIFFERENZEN?

nein, es gab keine differenzen zwischen dem audio verlag und mir. im gegenteil, wir sind gemeinsam übereingekommen, dass es für RRR das beste is, eigene wege zu gehen, da es eben doch einen unterschied zwischen musik und sprachtonträger gibt. alle meine hörbücher erscheinen weiterhin dort und es is mir wichtig zu sagen, dass ich die mädels im kinderlektorat nich nur schätze, sondern darüber hinaus sehr lieb hab!

GROSSES LABEL?

bei aller bescheidenheit – es haben fast alle angeklingelt, als klar war, dass ich „was neues“ suche. fast n halbes jahr hab ich mich mit hinz und kunz getroffen, um am ende dann festzustellen, dass es mir gar nich ausschließlich um n paar prozent mehr oder weniger, sondern um ne art künstlerische konsequenz geht. ich hatte einen tollen partner, aber die vergütung für künstler, musiker und andere urheber sind … nun ja, grottig. auch egal, ob man bei einem giganten is. ich will mich quasi auch wirtschaftlich emanzipieren und keine kompromisse mehr eingehen. so wird es bei RRR 3 nun z.b. auch endlich alle texte und griffe in einem mehrseitigen booklet geben, ich drehe soviel videos wie möglich, geh auf tour, etc. – letztendlich is crowdfunding nix anderes, als das anstatt eines labels die fans und supporter ein produkt finanzieren. was anderes macht ein label auch nicht. nur dass es dafür über 90% des gewinns behält.

noch wichtig ist zu erwähnen, dass die kampagne nur dann erfolgreich ist, wenn das funding-ziel auch erreicht wird. wenn nicht, geht alles geld zurück. ich bin jetzt bei knapp 85%, sieht also gut aus, aber es fehlt noch n bisschen was zum großen hurra!

für mich ist das eine art testballon, weil ich glaube, dass wir urheber uns was einfallen lassen müssen, wenn wir überleben wollen – egal ob in der musik oder der literatur. andererseits waren die chancen noch nie besser. ein bisschen druck muss auch sein, finde ich, sonst flutscht man irgendwie so durch. aber ich will und kann eben nicht mehr pokern und alles allein schultern. ich musste mir in der vergangenheit mein erfolgreichstes produkt leisten können. dafür war ich monatelang auf lesereise. das willkannwerde ich nicht mehr tun.

CD-KAUF?

die cd „JUBEL, TRUBEL, HEISERKEIT“ wird ab dem 1.5.2017 nicht nur direkt über www.kailueftner.de zu erhalten sein, sondern auch als download auf allen gängigen portalen, sowie im gut sortierten handel. wenn das funding abgeschlossen ist, setzen wir uns mit ein paar vertrieben hin und checken, was am besten ist. grundsätzlich ist der plan, dass überall dort, wo es meine bücher gibt, auch meine CD zu kriegen sein wird. ich bin zuversichtlich!

KAMPAGNE?

ich hab mich (siehe mein kampagnen-video) bei künstlern inspiriert, die mir eben nicht nur als künstler gefallen, sondern die auch ihr ding machen. (beatsteaks, haudegen, oliver kalkofe, knorkator, tommy krappweis, puppetmastaz, cindy aus marzahn, etc.)

mein motto, nicht nur für die crowdfunding-kampagne, lautet aktuell deshalb:

JETZT ERST RECHT!

Lieber Kai, danke für deine Antworten und weiterhin viel Erfolg beim Crowdfunding! Du schaffst das, da bin ich mir sicher 🙂

Apropos Crowdfunding. Bei Startnext findet ihr die Kampagne von Kai und wer schon mit den ersten beiden Rotz’n’Roll CDs seinen Spaß hatte, sollte hier unbedingt mitmachen, schließlich können wir uns dann im Mai auf 15 neue Songs freuen. Alles andere ist eh nur „la-la“. Also, greift zu!

 

Schöne Bücher aus Flandern & den Niederlanden

Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016 heißt dieses Jahr Flandern & die Niederlande (meine Beiträge über die Reise ins Gastland findet ihr hier).

Auch die Nachwuchsredakteure von Buecherkinder.de haben schon fleißig Literatur aus dem Gastland gelesen und für gut befunden. Eine kleine Auswahl aktueller Buchtipps, die absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, habe ich für euch zusammengestellt.

Buchtipps aus dem Ehrengastland
Flandern & die Niederlande

Bilderbuch

9783855815524

Der Hund, den Nino nicht hatte

Edward van de Vendel
Anton van Hertbruggen (Illustration)
Rolf Erdorf (Übersetzung)
Bohem

Mit „Der Hund, den Nino nicht hatte“, haben Edward van de Vedel und Anton van Hertbruggen ein tolles Kinderbuch geschaffen, das uns zwischen den Zeilen zum Philosophieren einlädt. Darüber, dass manche Wünsche, wenn sie erfüllt werden, ganz andere Ergebnisse erbringen, als gehofft. Darüber, dass man immer nur so einsam ist, wie man sich fühlt. Und darüber, dass die Fantasie uns nie im Stich lässt, wenn wir sie nur zu uns lassen. „Der Hund, den Nino nicht hatte“, ist ein Buch für Kinder, die auch mal nachdenklichere Töne mögen. Aber es ist auch etwas zum Entdecken und gemeinsam Schmunzeln. – Absolut empfehlenswert! [mehr]

9783219116649Heute bin ich Meerjungfrau

Sanne te Loo
Meike Blatnik (Übersetzung)
Annette Betz

Das Bilderbuch „Heute bin ich Meerjungfrau“ von Sanne te Loo ist ein recht großformatiges Buch mit 26 Seiten und herrlich pastellenen Farben. Dadurch und auch wegen des Themas wird es vermutlich eher von Mädchen geliebt, wobei es ja auch ganz wunderbare Wassermänner geben soll.

Ida ist ein phantasievolles Mädchen, im Buch erleben wir mit ihr, wie sie von farbenfrohen Unterwasserwelten träumt und durch trockene Meerwelten im Museum spaziert. Sie lebt ihre Idee, eine Meerjungfrau zu sein. Sanne te Loo erlaubt mit ihren tollen Bildern und ihrer wunderbaren Geschichte, den Kindern ebenfalls einzutauchen in diese Phantasiewelt und zeigt ihnen, dass man mit guten, einfachen Ideen herrlichste Rollenspiele erleben kann. [mehr]

Vorlesen

9783446246775Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen

Toon Tellegen
Marc Boutavant (Illustration)
Mirjam Pressler (Übersetzung)
Hanser

Ingesamt sind es zwölf in sich abgeschlossene Geschichten, die sehr bildlich und poetisch, aber auch witzig und lebhaft erzählt, das abstrakte Gefühl aus vielen Perspektiven beleuchten. Bereits Kleinkinder entdecken die Wut, spielen mit ihr, testen sie aus und wissen oft keinen Ausweg aus einem Gefühlsausbruch. Erwachsene stehen oft hilflos daneben und verstehen ihre Kinder genauso wenig, wie man die Tiere im Wald versteht.

Die Geschichten über das Gefühlschaos der Waldbewohner laden Groß und Klein ein, über negative Gefühle zu sprechen, aber auch zu lachen. Eindrucksvoll sind die großzügigen und bunten Illustrationen, in denen der Wald in vielen botanischen Details gezeigt wird, die Tiere sind winzig und niedlich, wirken fast nebensächlich. [mehr]

9783836958912Die wundersamen Abenteuer von Pippa Katzenöhrchen

Martine Glaser
Eline van Lindenhuizen (Illustration)
Meike Blatnik (Übersetzung)
Gerstenberg

Ich bin begeistert: Begeistert von Pippa, von ihren verschrobenen Bekanntschaften, von ihrer Veränderung, von ihrer Message. Das ist genau die Form von Vorlesebuch, die ich mir für mein (besonderes) Vorschulkind gewünscht habe: Eine Geschichte die stark macht, die fantasievoll, spannende Abenteuer mit Charme erzählt und den Mit-„Leser“ gelegentlich mit Illustrationen mitnimmt falls sein innere Auge lahmt.

Und das Allerbeste: ich bin mit dieser Begeisterung nicht allein: Dem Bücherkind (5) gefällt Pippa nachhaltig! Mit ca. 20 abendlichen Seiten hatten wir gut 2 Wochen Vorlesespaß und ich bin mir ganz sicher – den werden wir sicher auch beim nächsten Mal mit Pippa Katzenröhrchen und einem mutigen Zuhörer, der Veränderungen annimmt und mit einem Löwenherz für andere kämpft, wieder haben! [mehr]

9783522303880Robin und Schnuff

Sjoerd Kuyper
Marije Tolman (Illustration)
Eva Schweikart (Übersetzung)
Gabriel

Die Thematik des Buches ist denkbar simpel: es geht um Robins Leben.  Dabei ist das gar nicht so langweilig, wie man sich das vorstellen könnte. Wir erfahren, was Robin in seinem Alltag erlebt, wie er es erlebt, was er dabei empfindet und wie er es verarbeitet. Das alles in einer sehr schönen, schlichten, absolut kinderfreundlichen Sprache. Dabei werden viele Themen und Situationen angesprochen, die Kinder erleben und mit denen sie konfrontiert werden. So bekommt Robin eine kleine Schwester, hat etwas Ärger mit Mitschülern, begegnet dem Tod, muss in ein neues Haus umziehen und macht sich erste Gedanken über Gott. Und er erlebt auch viele tolle Abenteuer! Zum Beispiel verreist er, verliebt sich, wird erst Ritter, dann Milchmann, und spielt Theater!

Wer von der Thematik rund um Gott und Glaube verschreckt wird, dem sei gesagt: dafür besteht kein Grund, denn es wird zu keinem Zeitpunkt belehrend, es sind alle Meinungen vertreten, und der Schwerpunkt liegt bei den Gedanken, die sich ein ca. 5 Jahre altes Kind zu diesem Thema stellen mag. Auch das Thema Tod wird einfühlsam und sehr rührend angegangen, mit viel Unschuld und in totaler Einfachheit. [mehr]

Kinderbuch

9783836958509Die erstaunliche Geschichte von Frederik

Joke van Leeuwen
Hanni Ehlers (Übersetzung)
Gerstenberg

„Die erstaunliche Geschichte von Frederik – total geschrumpft“ handelt von einem erwachsenen Mann, der bei einem Ausschnittdienst arbeitet. Er schneidet ganz viele Nachrichten aus den Zeitungen aus. Eines Tages entdeckt er in der Zeitung einen Namen, den er kennt. Der Mann war gestorben. Schnell schneidet er den Ausschnitt aus und steckt ihn in die Tasche, obwohl dies verboten ist. Plötzlich schrumpft er und wird zu einem kleinen Jungen. Jetzt erlebt er viele Abenteuer, weil ihm keiner glaubt, dass er der große Frederik ist. Alle glauben, dass sie nur verwandt sind und der große Frederik krank ist. Besonders lustig ist es, als Frederik in einen Hort soll. Ein Hort ist so etwas wie ein Kindergarten oder eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder.

Das Buch hat genau 100 Seiten. Es gibt 18 Kapital, aber leider haben die Kapitel keine Überschriften. Die Schrift ist groß und es gibt fast auf jeder zweiten Seite bunte Bilder. Das Buch ist spannend und manchmal lustig, besonders die Stelle im Hort. [mehr]

9783836958547Der Turm der Drachenlenker

Ellen van Velzen
Meike Blatnik (Übersetzung)
Gerstenberg

Dieses Buch ist sehr originell und unterscheidet sich sehr von den anderen, die ich bisher gelesen habe. Die Idee, dass Drachen Monster fernhalten können, ist schon sehr schön, denn Drachen sehen so aus wie ein Kinderspielzeug, aber ich kann mir vorstellen, dass es ganz toll ist, einen Himmel voller bunter Drachen zu sehen.

Ich fand den Beginn dieser Geschichte etwas langsam und es hat mich am Anfang nicht mitgenommen, doch ich bereue es nicht, weiter gelesen zu haben, denn dieses Buch hat mir wirklich gefallen. Die Geschichte ist sogar ein bisschen traurig und es geht um Außenseiter, denn nicht nur Jani hat keine Freunde, sondern auch der junge Drachenlenker und die Drachenlenker an sich. [mehr]

9783551550996Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess

Anna Woltz
Regina Kehn (Illustration)
Andrea Kluitmann (Übersetzung)
Carlsen

Kennt ihr alle eure Väter? Ja? Dann ist es gut. Tess kennt ihren Vater nämlich nicht. Zusammen mit Samuel und einem raffinierten Plan, bekommt sie raus wie ihr Vater heißt und lockt ihn auf die Insel. Zu viert erleben sie eine wundervolle Schnitzeljagd, beerdigen noch kurz einen Kanarienvogel und haben viel Spaß. Wie wird sich Tess entscheiden? Will sie Hugo als Vater? Zusammen erleben Tess, Ida (ihre Mutter), Hugo (ihr Vater), Elise, Samuel, Jorre und Samuels Eltern ein schönes Happy End.

Das Buch hat mir gefallen, weil es zeigt, dass das Leben ganz anders sein kann. Samuel erzählt die spannende Geschichte wie Tess und ihr Vater sich kennenlernen. Toll ist auch, mit welchen Tricks sie Tess‘ Vater auf die Insel locken. Besonders schön ist die Schnitzeljagd, blöd war, dass Tess ihren Vater verletzt hat. [mehr]

Jugendbuch

9783401600499Denkzettel

Danielle Bakhuis
Sonja Fiedler-Tresp (Übersetzung)
Arena

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jade, der Hauptperson, erzählt. Sie hat viele Probleme, mit ihrem Freund, den Eltern etc. Als nun auch noch ihre ehemalige Mitschülerin Zoë wieder an der Schule auftaucht, wird es nicht besser. Immer wieder rückblickend erzählt Jade von den Ereignissen, die zu Zoës Weggang führten und welchen Anteil sie daran hatte und langsam versteht man, warum sie sich vor der Zoës Rache fürchtet. Als sie Drohbriefe erhält, ist eigentlich klar, dass diese nur von Zoë kommen können, obwohl es keine Beweise dafür gibt.

Ich fand die Geschichte spannend und habe bis zum Schluss mitgefiebert. Dass Jade an den Mobbingattacken auf Zoë beteiligt war, macht sie nicht immer sympathisch. Daher hat sie es in meinen Augen auch verdient, dass ihr jemand ähnliches angetan hat, zumal ja auch ihre beste Freundin gemobbt wurde. Die Geschichte endete allerdings ganz anders, als ich dachte, was die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten hat. [mehr]

9783836958400French Summer

Marian de Smet
Andrea Kluitmann (Übersetzung)
Gerstenberg

„French Summer“ ist ein lustiges, unterhaltsames, aber auch ernstes Buch. Diese Mischung hat mir sehr gefallen.

Eppo ist ein ruhiger und nachdenklicher Typ, wohingegen Tabby dauerhaft am Reden ist. Die beiden sind sehr eigenwillige und außergewöhnliche Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind. Beide haben Probleme, die sie sehr belasten und manchmal geraten die beiden auch heftig aneinander, aber dennoch schaffen sie es meistens sich wieder zusammenzuraufen. Über die Probleme im einzelnen möchte ich an dieser Stelle noch nichts verraten, um noch nichts von der Geschichte vorwegzunehmen. [mehr]

9783772528613Das hier ist kein Tagebuch

Erna Sassen
Rolf Erdorf (Übersetzung)
Freies Geistesleben

Die Geschichte wird in Tagebucheinträgen aus der Sicht von Bou erzählt. An manchen Tagen, wenn es ihm besonders schlecht geht, schreibt er auch nur „Müde. Nichts gemacht. Keine Lust“. Das mag jetzt vielleicht nach einer sehr bedrückenden Stimmung im Buch klingen, aber ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen. Man erfährt schließlich auch wie Bou sich wieder aufrappelt und aus dem schwarzen tiefen Loch, in das er gefallen ist (metaphorisch gesprochen), versucht herauszukommen.

Die Idee der Geschichte, sich mit dieser schwierigen Thematik von Tod und Depressionen in Tagebuchform auseinander zu setzen, finde ich gut. Allerdings fand ich das ganze manchmal zu oberflächlich, da Bou in seinen Einträgen alles nur kurz anschneidet und seine Entwicklung mir zwischendurch etwas zu schnell ging, was vielleicht auch einfach an der Kürze der Einträge lag. [mehr]

Sachbuch

9783446250802Mücke, Maus und Maulwurf

Bibi Dumon Tak
Fleur van der Veel (Illustration)
Meike Blatnik (Übersetzung)
Hanser

Das überwiegend in den drei Grund- und deren Mischfarben gestaltete bemerkenswerte Buchcover verbindet gleichrangig und sehr ansprechend Bild und Schrift miteinander. Dazu kontrastieren die Illustrationen in Form von hervorragenden Holz- oder Linolschnitten in Schwarz-Weiß in angenehm sachlicher Weise zum humorvollen Text und dem bunten Cover. Doch hin und wieder blitzt ebenso auch hier eine gewisse Schelmhaftigkeit aus der tierischen Mimik hervor. Schade nur, dass manche Zweibeiner in der Seitenansicht nur mit einem Bein (in dieser Hinsicht am auffälligsten der einbeinige Eichelhäher) und manche Insekten nur mit drei Beinen zur Darstellung gekommen sind; das wirkt ein wenig irritierend und unnötigerweise plakativ, schmälert den sehr positiven Gesamteindruck jedoch nur minimal.

Das sowohl für kleine wie große Leser und Liebhaber kleiner literarischer Kostbarkeiten sehr empfehlenswerte Buch ist auf geniale Weise informativ, unterhaltsam, spannend und voller Sprachwitz – kurzum: ein wunderbar „unnormales“ Tierbuch über „normale“ Tiere. [mehr]

9783836957977Evolution

Jan Paul Schutten
Floor Rieder (Illustration)
Verena Kiefer (Übersetzung)
Gerstenberg

Jedes größere Kind hat sich bestimmt schon einmal die Frage gestellt, woher wir alle kommen und wie überhaupt die Erde und das Leben auf ihr entstanden ist. Ganz viele Antworten auf solche Fragen gibt es in diesem Buch.

Es ist in ein Vorwort, 11 Kapitel und ein Nachwort gegliedert und hat insgesamt 157 Seiten. In diesen erfährt man eine Menge über die Rätsel des Lebens, es beginnt mit dem Pantoffeltierchen und endet mit der Frage, ob es außerirdisches Leben gibt und wie das wohl aussehen könnte. Manches davon ist schon ziemlich genau erforscht worden, aber über andere Fragen streiten sich die Wissenschaftler noch. Und anderes ist überhaupt noch nicht bekannt. Vielleicht kann manches auch nie so ganz genau beantwortet werden, doch man kann überlegen, wie es am ehesten gewesen sein könnte.

Von solchen Überlegungen ist auf richtig spannende Weise sehr viel in diesem Buch zu lesen. Sehr komplizierte Vorgänge werden so beschrieben, dass man sie gut verstehen kann. [mehr]

 

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DU fährst für mich zur Buchmesse!

Wie schon berichtet fahre ich dieses Jahr nicht auf die Frankfurter Buchmesse. Das lässt mich natürlich schon ein wenig wehmütig werden, und deshalb kam mir folgende Idee:

DU fährst für mich zur Buchmesse!

Du (ich lasse das förmliche Sie jetzt mal außen vor) bist Kinder- und Jugendbuchleser, -Illustrator, -Autor, -Blogger (ich lasse auch das genderkonforme -in weg) oder sonstwie gearteter Kinderbuchmensch, besitzt einen Facebook-Account, hast zwischen dem 19. und 23. Oktober Zeit und wohnst vorzugsweise in der Nähe von Frankfurt (die Eintrittskarte gilt nämlich auch als kostenloses Ticket im RMV-Gebiet) oder kennst glücklicherweise jemanden mit Besuchercouch in der Messestadt!

Dann habe ich eine Fünf-Tage-Fachbesucher-Dauerkarte sowie eine Eintrittskarte für die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises (21. Oktober) für dich.

Einfach so?

Jetzt denkst du dir sicherlich, irgendwo muss da doch ein Haken sein. Nun ja, einen kleinen, wirklich minikleinen Haken gibt es. Ich möchte nämlich, dass du mich und uns an deinen Messeeindrücken – vor allem aus den Hallen 3 und 4 – teilhaben lässt und zwar auf meiner Facebook-Seite „Ich mach was mit Kinderbüchern“, die ich bereits seit über einem Jahr verschiedensten Kinderbuchmenschen zum Kuratieren überlasse – und in der Buchmesse-Woche eben dir. Deshalb solltest du vorzugsweise zwei oder mehr Tage in Frankfurt verweilen.

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Wenn du also mit diesem minikleinen Haken leben kannst, vielleicht sogar noch rote Schuhe besitzt (kleiner Scherz), dann bewirb dich doch kurz mit einem schmissigen Kommentar um die Stelle als Kuratorin oder (soviel Zeit muss sein) als Kurator. Damit auch ausreichend Zeit für deine Messevorbereitung bleibt, endet die Bewerbungsfrist am 11. Oktober um 18:00 Uhr.

Viel Glück, viel Spaß – ich bin gespannt!

 

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