Buchmesse-Zeug

Was von der Messe übrig bleibt …

Über zehn Jahre besuche ich nun schon die Frankfurter Buchmesse. Und was für Veränderungen hat mein „Oktoberfest“ in dieser Zeit durchlaufen. Eilte ich anfangs – von den Bestellung aufgebenden Buchhändler*innen argwöhnisch betrachtet – noch inkognito durch Halle 3, entwickelte sich die Buchmesse in den darauffolgenden Jahren für mich zunehmend zum „Klassentreffen“. Beginnend mit dem ersten Twittagessen (war das eigentlich das legendäre mit den Brezeln und dem Petzekuchen 2012??) rückten diese Menschen, die irgendwie alle was mit Büchern machten, enger zusammen. Social-Web-Bekanntschaften wurden und werden in Frankfurt ganz real geherzt und manche von ihnen sind über die Jahre zu treuen und unverzichtbaren Freund*innen geworden.

Bücher- und Menschensuche

Auch in diesem Jahr begab ich mich in meinem Wohnzimmer erneut auf Bücher- und Menschensuche. Schließlich kann man sie gar nicht alle kennen. Die Bücher nicht und die Menschen erst recht nicht.

Schon seit Jahren gilt mein allererster Termin auf der Frankfurter Buchmesse dem DK Verlag.

Meine Frankfurter Buchmesse 2018 beginne ich am Mittwoch am Stand von Dorling Kindersley, das hat schon Tradition, und ich freue mich immer sehr drauf, weil ich dort gerne abseits der Kinder- und Jugendliteratur durch das Programm stöbere. So auch dieses Jahr, in dem bei mir Kochen und Nähen angesagt ist.

Es folgen weitere, nur gelegentlich halbstündlich getaktete Termine. Denn schließlich lernt man Jahr für Jahr dazu und optimiert die eigenen Messe-Abläufe. Da werden Pipipausen zeitlich geschickt eingefügt und die Lage der strategisch günstigen weil weniger stark frequentierten Örtlichkeiten möglichst geheim gehalten. Dass man natürlich auch dort auf alte Bekannte trifft, muss ich vermutlich nicht erwähnen.

Und überhaupt habe ich gleich am ersten Tag viele Menschen getroffen, ich habe mich über jeden, der mir beim Flitzen durch die Gänge zugewunken hat oder mich sogar erfolgreich ausbremsen konnte, gefreut. Seid mir nicht böse, dass ich euch nicht alle namentlich nenne, aber vermutlich würde das den Beitrag sprengen. Nur von einer Begegnung möchte ich berichten, denn schließlich konnte ich Mehrdad Zaeri endlich meinen Unterarm zeigen, den seit einigen Monaten ein Tattoo ziert, das der Mannheimer Künstler entworfen hat.

Mehrdad Zaeri, mein Arm und ich.
Mehrdad Zaeri, mein Arm und ich.

Kulinarischer Donnerstag

Die Worte kulinarisch und Messebesuch passen eigentlich nicht wirklich zusammen, denkt man doch bei letzterem an meist schlabbrigen Kaffee und Bounty im freundlichen Happs-und-weg-Format. Und ja auch das gehört zur Messe und verschwand durchaus dankbar (wer braucht zwischendurch nicht mal einen Zuckerkick) in meinem Magen. Aber es geht eben auch anders, vor allem wenn man dem Hädecke Verlag freundschaftlich verbunden ist und die freien halben bis Stunden dazu verwendet, sich den Kochbuch-Neuerscheinungen nicht nur blätternd zu nähern.

Wie schön, dass die Eierlikör schlürfenden Beweisfotos dank der sich selbst zerstörenden Instastory nur kurzzeitig auf dem Hädecke-Account zu sehen waren.

Übrigens ist auch das eine langjährige, vermutlich mit dem legendären 2012er Twittagessen entstandene Freundschaft.
Danke, liebe Jule, dass euer Messestand für mich nun schon über Jahre Anlaufpunkt zum Durchschnaufen ist.

Kulinarisch ging es übrigens auch am Abend weiter, an dem wir (meine liebe Herbergsmutti Barbara van den Speulhof, Rüdiger Bertram und ich) uns im Rahmen des BOOKFESTes in Sachen Whisky und Whiskey weiterbildeten und der flüssigen Lesung mit Jürgen Deibel lauschten. Mein neuer Lieblingswhiskey ist seitdem übrigens der 12 Jahre alte Single Pot Still Whiskey Redbreast (also nur falls mal einer ein Geschenk für mich sucht 😉 ).

Neuentdeckungen und eine Preisverleihung

Und auch wenn ich bei meinen Presseterminen vornehmlich bereits einen Blick in das Frühjahrsprogramm 2019 werfe, so ist die Messe doch immer auch ein Ort für Neuentdeckungen. Gerade bei den kleinen Verlagen nehme ich mir Zeit in Bücher reinzublättern und zu lesen. Meinen dritten und letzten Tag begann ich also lesend beim Peter Hammer Verlag und verließ selbigen auch erst, nachdem ich „King kommt noch“ ausgelesen hatte.

Und auch aus dem später folgenden KuK-Fachvortrag von Ute Wegmann „Vertraute, fremde Welt! Kinderbücher, die Neugier wecken und zum Fragen auffordern“ konnte ich viele Buchtipps mitnehmen. Besonders den Büchern des Autors Albert Wendt werde ich zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken.

Meinen Kurzzeitaufenthalt in Halle 4 (mal flott beim Dumont Kalenderverlag, Knesebeck und Orell Füssli vorbeigeschaut) nutze ich auch für das wohl wichtigste Foto auf der diesjährigen Messe!

Lesen ist vielfältig. Der Blick auf unsere Welt wird durch das Lesen geweitet. Wunderbare Bücher zeigen, wie vielfältig das Leben ist.

Danke an Selma von Binooki, dass ihr mit dieser Aktion darauf aufmerksam macht.

Letzter Programmpunkt für heute ist der Besuch der Preisverleihung für den Deutschen Jugendliteraturpreis, der – wie ich finde – ebenfalls zeigt, wie vielfältig die Kinder- und Jugendliteratur ist. Ein bisschen amüsiert hat mich die sehr sympathische und neugierige Dr. Franziska Giffey, die als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eben auch Stifterin des Deutschen Jugendliteraturpreises ist. Sie brachte die Moderatorin ein ums andere Mal mit ihren vermutlich nicht abgesprochenen Fragen (fast) aus dem Konzept. Mir hat es gefallen, denn ihr Interesse wirkte auf mich eben wirklich echt. Die Preisträger*innen inklusive der Jurybegründung findet ihr hier.

Til neste år

Wir sehen uns im nächsten Jahr, wenn die Norweger zu Besuch kommen und vielleicht ist die Frankfurt Kids Stage dann ja auch wieder in Halle 3, bei den Kinder- und Jugendbüchern, dort wo sie in meinen Augen hingehört.

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