Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wohnzimmerlesung

Wohnzimmerlesung die fünfundzwanzigste

Im Dezember 2011 kam mit einem harmlosen Facebook-Posting etwas ins Rollen, was ich mir in meinen kühnsten Träumen niemals hätte vorstellen können. Gina Mayer war es dann auch, mit der wir im Januar 2012 den Reigen der Ohrensessel-Wohnzimmerlesungen starteten. Seitdem öffnen mein Mann und ich für bekannte wie unbekannte Lesungsgäste regelmäßig unser Wohnzimmer. Viele der buchbegeisterten Besucher sind mittlerweile Wiederholungstäter, viele Autorinnen und Autoren auch. Von A wie Antje Szillat bis Z wie Zoë Beck, 16 Autoren in 24 Lesungen haben in den letzten drei Jahren für beste Unterhaltung unter den jeweils 30 Gästen gesorgt und gerade das zwanglose Plaudern nach den Lesungen dürfte vielen Besuchern in guter Erinnerung geblieben sein. Am 8. Mai feiern wir nun sozusagen silbernes Lesungsjubiläum. Zur 25. Lesung freue ich mich sehr, Tanya Stewner mit ihrem aktuellen Jugendbuch „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“ begrüßen zu dürfen. Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, die Autorin bei einem Interview für die Zeitschrift Eselsohr kennenzulernen. Der rote Ohrensessel und die zwei „verrückten“ Whippets hinterließen damals wohl einen bleibenden Eindruck und so kam …

Buchpremiere im roten Ohrensessel

Buchpremieren sind immer etwas besonderes, für das Publikum ebenso wie für den Autor oder die Autorin. Die Zuhörer kommen in den Genuss, als erste einem neuen Werk lauschen zu dürfen, für die Autorin – am gestrigen Abend Mechthild Gläser – ist es nicht weniger spannend herauszufinden, wie die gewählten Textpassagen auf die Lesungsgäste wirken. Die anfängliche Anspannung von Mechthild Gläser stellte sich zügig als völlig unbegründet heraus. Mehr als dreißig Augenpaare im völlig überfüllten Wohnzimmer hingen gespannt an ihren Lippen als die junge Autorin aus dem Ruhrgebiet aus ihrem neuesten Werk zu lesen begann. Dabei hatte sie die Textauszüge aus „Die Buchspringer“ geschickt gewählt und ergänzte das Gelesene zwischendurch immer durch kleine eigene Zusammenfassungen. Dass sie die Zuhörer bereits nach dem Prolog für sich und ihren Roman gewonnen hatte, konnte man sogar hören, denn die Lesungsgäste lauschten der Autorin derart gebannt, dass man die sprichtwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Kein Wunder also, dass der Büchertisch nach der Lesung gut besucht war, schließlich wollten nun alle wissen, wie es mit Amy, Goethes Werther und den …

Buchtipp, Verlosung und Lesung: Die Buchspringer

Buchtipp Eine geschickt konstruierte Geschichte, die gekonnt mit der Weltliteratur spielt. Ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen! Ein Buchspringer zu sein, also jemand, der beim Lesen eines Buches als Beobachter in die Erzählung springen kann, davon können bibliophile Menschen wie ich nur träumen. Mechthild Gläser lässt diesen Traum für die Protagonisten ihres neuesten Romans „Die Buchspringer“ Wirklichkeit werden. Die Hauptfigur Amy, die nur durch Zufall erfährt, dass sie in Geschichten hineinspringen kann, nimmt den Leser mit auf eine Reise durch zahlreiche Kinderbuchklassiker wie Peter Pan, Alice im Wunderland oder Das Dschungelbuch und so manche Buchfigur aus ehemaligen Schullektüren, beispielsweise Goethes Werther, zeigt sich uns von einer ganz anderen Seite als im damaligen Deutschunterricht. Das „Literatur-Hopping“ ist nicht nur für Amy sondern auch für den Leser ein riesiger Spaß. Doch als Sherlock Holmes schließlich tot in der Außenwelt aufgefunden wird, ist klar, dass jemand sein Unwesen in der Literatur treibt, dem das Handwerk unbedingt gelegt werden muss, bevor noch mehr Geschichten zerstört werden. Mechthild Gläser hat in „Die Buchspringer“ Ausschnitte der klassischen Literatur gekonnt mit einer spannenden …