Große Freude bei Frau Bücherkinder

Ein Grund, warum es die Bücherkinder gibt, ist sicherlich, dass Kinder und Jugendliche einen anderen Blick auf die für sie geschriebenen Bücher haben als wir Erwachsene. Und auch wenn ich mir wirklich Mühe gebe, mich in ihre Lage zu versetzen, kann ich beim Lesen die eigene Sprach-, Lese- und Lebenserfahrung nicht einfach ausstellen. Dennoch melde ich mich hin und wieder mit ein paar Lieblingstiteln zu Wort und bin dann gerade bei diesen Büchern besonders gespannt, wie sie in der Redaktion ankommen und ob die Kinder meine Meinung und Begeisterung teilen.

Große Freude lösten deshalb die folgenden Buchbesprechungen aus der Kinder- und Jugendredaktion aus, weil beide Titel zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Meine Buchtipps findet ihr hier, die der beiden jungen Leserinnen kommen jetzt:

Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich

Kinderbuch ab 8
von Silke Lambeck
illustriert von Barbara Jung
Gerstenberg 2018

In dem Buch geht es um Matti und seinen Freund Otto, die mit einer Menge Probleme klarkommen müssen. Alles fängt damit an, dass sie zu zweit einen Rap dichten und vortragen müssen, doch Otto kann nicht singen und Matti muss ständig lachen. Sie überlegen einen Rap über Hotte den Kioskbesitzer, der nicht sehr freundlich zu den Kindern ist, zu schreiben. Doch dann bemerken sie, dass Hotte Hilfe braucht, denn zwei Männer wollen durch Drohungen erreichen, dass er seinen Laden verkauft. Sie überlegen den berühmten Rapper „Bruda Berlin“ einzuschalten. Ob das so eine gute Idee ist?

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hat 180 Seiten und ist in 25 Kapitel unterteilt.
Zur Abwechslung sind coole und lustige Bilder eingefügt, passend zum Text. Auch der Inhalt ist ausführlich und verständlich geschrieben. Es gibt sowohl lustige als auch spannende Stellen. Das Buch ist aus der Perspektive von Matti geschrieben und dadurch kann man sich sehr gut in die Geschichte hineinverstzen. Sowohl Gefühle und Gedanken werden gut beschrieben als auch die Freundschaft zwischen den beiden Jungs.

Ich empfehle das Buch für Mädchen und Jungen ab der 4. Klasse und gebe ihm 5 Sterne.

Lea Wieland (11) aus der Kinder- und Jugendredaktion

Der 1000-jährige Junge

Kinderbuch ab 10
von Ross Welford
übersetzt von Petra Knese
Coppenrath 2019

Alfie Monk ist vor sehr vielen Tausend Jahren geboren und dank einer geheimnisvollen Glasperle noch am Leben, und zwar immer noch als 11-jähriger. Er wohnt mit seiner Mutter und seiner Katze Biffa in einem kleinen Holzhaus mitten im Wald. Im nächstgelegenen Dorf wohnen die zwei Kinder Aidan und Roxy. Eines Tages fängt Alfies Hütte Feuer und seine Mutter kommt ums Leben; darauf flüchtet Alfie in den Garten von Roxy, wo ihn die beiden Kinder finden und versteckt halten. Doch dann findet die Polizei ihn und er kommt in ein Waisenhaus. Langsam wird das ewige Leben Alfie zu viel und er will altern, so wie alle anderen. Da gibt es nur eine Möglichkeit: Alfie muss mithilfe seiner Freunde die letzte Glasperle finden, um den Bann zu durchbrechen.

Dieses Buch ist sehr außergewöhnlich! Manche Kapitel werden von Alfie erzählt und manche von Aidan, und somit unterscheidet sich auch der Stil, weil die Kapitel von Aidan witziger sind als die von Alfie. Der Wechsel verwirrt nicht, weil er sehr gut gekennzeichnet ist: wenn sich die Perspektive ändert, steht immer ein anderer Name am Anfang des Kapitels. Auch von außen ist das Buch schön, da es einen hellen blau-türkis Ton hat. Die Seiten sind von außen orange gefärbt und die Titelbuchstaben haben eine reliefartige Oberfläche.

Alle Romane von Ross Welford spielen in ein und derselben Stadt und zwar Whittle Bay. Die Grundidee dieses Buches ist interessant: Viele Leute träumen davon, nicht älter zu werden, aber dieses Buch zeigt, dass das Leben kostbar ist und wenn man zu viel lebt, verliert man sogar die Lust dazu. Beim Lesen habe ich oft überlegt, wie es wäre, immer so zu bleiben wie jetzt, während alles sich für die anderen ändert. Vor allem ist das ewige Leben traurig, denn man kann keine Freunde haben, da diese wachsen und nicht mit einem Dauer-11-jährigen befreundet sein wollen. Man soll aber nicht denken, dass dieser Roman nur traurig ist, denn er ist traurig und lustig zusammen, deshalb finde ich ihn so schön und einzigartig! Außerdem erzählt das Buch ein ganz kleines Bisschen von der Geschichte Englands vor zweitausend Jahren.

Ich vergebe diesem schönen Roman 5 wohl verdiente Sterne und empfehle es allen Kindern und Jugendlichen ab 11 Jahren

Flavia Schmidt (11) aus der Kinder- und Jugendredaktion

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