10 Fragen an Dina El-Nawab

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Volker Lannert

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Ich war schon immer gern kreativ: Ich habe gemalt und Cartoons gezeichnet, Filmkritiken und Glossen geschrieben, Serien fürs Fernsehen betreut und dann angefangen, eigene Drehbücher zu schreiben. Inzwischen schreibe ich auch Kinder- und Jugendbücher, und zwar mit großer Begeisterung. Was mir dabei so gefällt: Ich kann die Geschichten schreiben, auf die ich Lust habe. Beim Fernsehen ist das anders, da reden viele mit, und dann muss man auch mal was schreiben, was einem nicht so gut gefällt.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#Freunde #Respekt #Miteinander

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Nicht nur ein Buch, da liegt ein Bücherstapel, und gerade nach oben gerückt ist „Extrem laut und unglaublich nah“ von Jonathan Safran Foer. Ich habe das Buch zwar schon gelesen, aber es lohnt auch ein zweites Mal. Danach brauche ich aber leichterer Kost …

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die Gesellschaft und unsere Welt?
Kinder sind offen und neugierig. Gleichzeitig sind sie aber auch verletzlich, sie saugen alles wie ein Schwamm in sich auf. Als Autorin habe ich also eine Verantwortung für das, was ich schreibe. Kinder werden meiner Meinung nach in Büchern und Filmen zu früh mit Erwachsenen-Stoffen konfrontiert, schon alleine dadurch, dass alles frei zugänglich ist: Dystopien, Gewalt, auch egoistische Lebensbilder. Das möchte ich anders machen – Kinder haben ein Recht darauf, Kinder sein zu dürfen.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Es macht einfach unglaublich viel Spaß.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Indem ich meine Figuren und ihre Probleme immer ernst nehme. Auch wenn ich Komödien schreibe.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Wenn ein Kind nicht genug davon kriegen kann, ganz egal, ob die Geschichte spannend, lustig oder ergreifend ist. Wenn die Erwachsenen beim Vorlesen auch etwas davon haben. Wenn die Geschichte Werte vermittelt – ohne die pädagogische Keule rauszuholen! Und als Kür: Wenn es den Kindern zeigt, wie kreativ man mit Sprache umgehen kann.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Auf mein Textverarbeitungsprogramm möchte ich nicht mehr verzichten. Auch die Recherche ist durchs Internet sehr viel einfacher geworden. Die Kehrseite der Medaille: Man kann sich im Internet schnell verlieren, plötzlich ist der halbe Tag um, ohne dass man etwas Sinnvolles gemacht hat.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Ehrlich gesagt, keine. Ich weiß nicht, woher ich die Zeit dafür nehmen sollte. Abgesehen davon stört mich, dass Facebook und Co. alles, was man von sich preisgibt, abspeichern, um damit Geschäfte zu machen. Und man selbst hat keinen Einfluss darauf, was mit all diesen Daten passiert.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Ulrich Hub und Jörg Mühle. Ich wäre neugierig auf ihre Antworten.


Dina El-Nawab bei Ueberreuter
Titelfoto: © Privat

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