10 Fragen an Anne Brauner

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Anne Brauner, literarische Übersetzerin vom Bilderbuch bis zum Crossover-Titel. Ich bin selbstständig und bekomme Aufträge von LektorInnen, einen englischsprachigen, französischen oder italienischen Text ins Deutsche zu übertragen. Nachdem wir uns auf ein Abgabedatum geeinigt haben, erstelle ich einen Zeitplan, in den möglichst auch Unwägbarkeiten wie gesundheitliche oder familiäre Probleme einfließen. Bei der eigentlichen Textarbeit genieße ich meistens und bestenfalls den Flow der fließenden Wortverwandlung. Wichtig ist, ständig dazuzulernen – das bringt die Arbeit aber fast automatisch mit sich.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags beschreiben?
#literaturbesessen #balanced #Horizonterweiterung

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
John Muir, Die Berge Kaliforniens. Das habe ich bei der Recherche für den Titel Offline ist es nass vom Loewe Verlag entdeckt. Eine alte Landschaftsbeschreibung, bestechend in ihrer Genauigkeit und Transparenz.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Bestimmer von morgen. Die positiven und negativen fiktiven Erfahrungen in der Literatur färben mein Bild von ihnen, selbst wenn ich weiß, dass es sich um eine Idee der Autorin/des Autors handelt. Insgesamt hängt meine Weltsicht aber glücklicherweise doch von meinen Erfahrungen mit realen Menschen jeden Alters ab. Allerdings spitze ich bei Kindern und Jugendlichen besonders die Ohren – schon allein aus Interesse an der stetigen Entwicklung der Sprache.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin etwas mit Kinderbüchern zu machen?
Neugier, Liebe zu Geschichten, Faszination der Sprache – ich freue mich ungelogen jeden Morgen auf die Arbeit. Ich bin glücklich, an der Herstellung literarischer Produkte beteiligt zu sein, die mir gefallen. Schließlich werden die Bücher auch gelesen.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Was ist, muss sein dürfen. Also auch Nichtleser. Aber ich lasse Bücher in der U-Bahn und auf Parkbänken liegen und gebe Belegexemplare an die Stadtbibliothek.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Sprachreichtum und ein interessanter Plot

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Ich recherchiere fast ausnahmslos im Internet statt zeitraubend in Bibliotheken. Wörterbücher sind nur einen Klick entfernt und bieten zahlreiche Lösungen an. Durch WiFi ist die Arbeit mobil zu schaffen und ich kann überall arbeiten und kommunizieren. Die Digitalisierung hat mir also immens viel Zeit und Freiheit geschenkt.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Ich lasse mich von Facebook-Beiträgen anregen. Meinerseits poste ich sehr selten etwas über meine Arbeit. Das muss schon wirklich wichtig sein, wie zum Beispiel die Nominierung zum Jugendliteraturpreis 2017.
Da ich auf lange Zeit hinaus ausgebucht bin, nutze ich die sozialen Medien nicht als Werbung oder zur Aquise, was ich andernfalls sicher tun würde.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Mit dem Verleger Jean-Claude Lin und der Autorin/Filmemacherin Inka Friese.


Webseite von Anne Brauner
Fotos: © Privat

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