Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendbuch

„Blätterrauschen“: Ein Buchtipp von Matteo (10) und Steffi (44)

Das Besondere an der Webseite Buecherkinder.de ist, dass alle Titel (Bilderbücher ausgenommen) ausschließlich von den gut 50 Mitgliedern der Kinder- und Jugendredaktion bewertet werden. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 6 und 20 Jahren haben einen ganz anderen Blick auf das Gelesene als wir Erwachsene. Entscheidend ist, ob die Buchhelden die Gefühle, Wünsche und Probleme der jungen Leser widerspiegeln. Dabei müssen die Geschichten nicht zwingend in der Realität angesiedelt sein, auch Fantasy kann durchaus einen Bezug zu ihrer aktuellen Lebenswirklichkeit haben. Besonders spannend finde ich daher immer wieder, wie ein bereits von mir gelesenes Buch in der Zielgruppe ankommt. Den neuen Roman von Holly-Jane Rahlens habe ich mit Begeisterung verschlungen und war daher besonders gespannt zu hören, wie dem zehnjährigen Matteo der Titel gefallen hat. Hier kommen nun unsere beiden Meinungen: Matteo (10) über Blätterrauschen Die Hauptpersonen dieses Buches sind drei dreizehnjährige Kinder: Oliver, Rosa und Iris. Olivers Vater kommt oft betrunken nach Hause, und sein Bruder ist wegen eines Streites mit dem Papa spurlos verschwunden. Rosa hat eine Prothese, denn sie hat ihre …

Buchtipp, Verlosung und Lesung: Die Buchspringer

Buchtipp Eine geschickt konstruierte Geschichte, die gekonnt mit der Weltliteratur spielt. Ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen! Ein Buchspringer zu sein, also jemand, der beim Lesen eines Buches als Beobachter in die Erzählung springen kann, davon können bibliophile Menschen wie ich nur träumen. Mechthild Gläser lässt diesen Traum für die Protagonisten ihres neuesten Romans „Die Buchspringer“ Wirklichkeit werden. Die Hauptfigur Amy, die nur durch Zufall erfährt, dass sie in Geschichten hineinspringen kann, nimmt den Leser mit auf eine Reise durch zahlreiche Kinderbuchklassiker wie Peter Pan, Alice im Wunderland oder Das Dschungelbuch und so manche Buchfigur aus ehemaligen Schullektüren, beispielsweise Goethes Werther, zeigt sich uns von einer ganz anderen Seite als im damaligen Deutschunterricht. Das „Literatur-Hopping“ ist nicht nur für Amy sondern auch für den Leser ein riesiger Spaß. Doch als Sherlock Holmes schließlich tot in der Außenwelt aufgefunden wird, ist klar, dass jemand sein Unwesen in der Literatur treibt, dem das Handwerk unbedingt gelegt werden muss, bevor noch mehr Geschichten zerstört werden. Mechthild Gläser hat in „Die Buchspringer“ Ausschnitte der klassischen Literatur gekonnt mit einer spannenden …

Buchtipp: Das Schicksal der Sterne

Als dem Autor Daniel Höra 2012 die Idee zu seinem Roman „Das Schicksal der Sterne“ kam, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie hochaktuell die Flüchtlingsthematik, der sich das Buch widmet, zum Erscheinungstermin sein würde. Angesichts von über 50 Millionen Flüchtlingen weltweit und einer Bewegung im Osten, die „Wir sind das Volk!“ ruft, aber etwas ganz anderes meint, kommt das neueste Werk von Daniel Höra genau zum richtigen Zeitpunkt. In seiner Geschichte lässt der Autor den aus Schlesien stammenden Karl auf Adib aus Afghanistan treffen. Lediglich den Wohnort Berlin und die Vorliebe für Astronomie scheinen die beiden zu teilen, was sonst sollten ein über 80-jähriger Mann und ein Jugendlicher aus dem Flüchtlingsheim schon für Gemeinsamkeiten haben? Doch Stück für Stück taucht der Leser in die Vergangenheit der Beiden ein und es wird bald klar, dass sie einen viel größeren gemeinsamen Nenner besitzen: Sie mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, der eine vor 70 Jahren, der andere in unserer heutigen Zeit. Geschickt lässt Höra Szenen ihrer jeweiligen Flucht in die Berliner Handlung einfließen, mal finden wir uns …