Dreimal Pappe, dreimal 5 Sterne

Saskia und Fabienne aus der Bilderbuchredaktion haben drei wunderbare Pappbilderbücher entdeckt und mit jeweils 5 Sternen versehen.

Eins zwei drei Vampir

Pappbilderbuch ab 3
von Nadia Budde
Peter Hammer Verlag 2018

Wer Nadia Buddes viel gefeiertes Eins zwei drei Tier nicht kennt, der sollte sie am besten einfach jetzt trotzdem kennenlernen mit einem „Nachfolgeband“, der eigentlich gar keiner ist, sondern ganz für sich allein ein wunderbares Pappbuch zum Mit- und immer-wieder-lesen.

Das Prinzip funktioniert so: Drei Tiere machen den Anfang und werden mit drei Attributen beschrieben und dazu passend natürlich illustriert. Dann folgt ein sich auf den letzten Begriff reimendes neues Gruselwesen. Zum Beispiel auf der Seite mit den Haien: Launisch, fröhlich, nett / Skelett – es ist herrlich, die launischen und netten Haie zu sehen. Dass die solche Diven sein können, war vorher ja gar nicht bekannt gewesen! Und wie es mit dem Skelett weitergeht, ist angenehm unerwartet.

Gewissermaßen ist Eins zwei drei Vampir also ein allerherrlichstes, sich reimendes Gruselwesen-Domino. Jedes Umblättern bringt neue Überraschungen, wobei gleichzeitig durch die Reimform und die so klaren und sprechenden Illustrationen schnell mitgesprochen und natürlich -gekichert werden kann.

Eins zwei drei Vampir ist also rundum zu empfehlen, ganz besonders für Kinder, die ein wenig Skurriles mögen und schon immer wussten, dass die Monsterwelt eigentlich auch nur ist, wie jede andere auch – komisch und voller Freaks.

Saskia Geisler aus der Bilderbuchredaktion

10 kleine Burggespenster im Zoo

Pappbilderbuch ab 2
von Susanne Göhlich
orell füssli 2018

Ein neuer Band einer liebenswerten Reihe – der diesmal richtig spannend wird. Denn für die zehn kleinen Burggespenster geht es in den Zoo. Eigentlich wollen sie sich nur entspannt und sorglos die Tiere ansehen, doch dann mopst ein haariges Monster dem kleinsten Gespenst Zipfel sein Eis! Klar, dass da die ganze Gespensterbande auf Diebesjagd geht …

… und ein Zootier nach dem anderen befragt: Die Pinguine sind empört, haben aber nichts gesehen, und die Elefanten mehr Interesse an der Brille eines Gespensterkumpels als an der Aufklärung des Falls. Das Krokodil treibt faul im Wasser, und auch die Robben haben nichts mitbekommen. Nicht einmal die wachsamen Erdmännchen wissen Rat, und als Raffi die Faultiere befragt, bleibt er einfach gleich da und legt sich in die Hängematte, statt weiter Unholde zu verfolgen. Auch im Beutel des Kängurus versteckt sich – natürlich – kein Räuber. Dann aber nimmt Hund Chilli die Spur auf … sie führt ins Affengehege! Klar, dass der fabelhafte Spürhund dafür eine Belohnung verdient hat. Und Zipfel bekommt ein neues Eis!

Niedlich und warmherzig, mit charmanten und charismatischen Illustrationen, die jedem der kleinen Gespenster seine ganz eigene Persönlichkeit verleihen. In leichten und ungezwungenen Reimen entfaltet sich eine lustige und doch auch spannende Geschichte, und in den Bildern gibt es jede Menge zu entdecken – zum Beispiel die kleine Schildkröte auf jeder Seite, die gar nicht immer so leicht zu finden ist. Ein herrlicher kleiner Pappband, der das Zeug zum Lieblingsbuch hat.

Fabienne Pfeiffer aus der Bilderbuchredaktion

Die Tür

Pappbilderbuch ab 3
von Britta Teckentrup
Jacoby & Stuart 2018

Türen als Verbindungselemente in neue, fremde Welten begegnen uns in der Literatur immer wieder. Britta Teckentrup hat nun ein Pappbilderbuch entwickelt, mit dem dieser Zauber des Durch- und Übergangs, des Abenteuers hinter der nächsten Tür schon für die Kleinsten greifbar wird.

In gewohnter Teckentrup-Art begegnen uns in wunderbaren Collagen mal intensiv-bunte, mal geheimnisvoll düstere Fantasiewelten. Verbunden sind sie jeweils durch Türen, die wir selbst aufklappen können, um schon einmal auf die nächste Seite zu schauen, zu ahnen, was uns erwartet. Dieses Mitmachelement wird, genauso wie andere Ideen des Miterlebens, im sparsam eingesetzten, gereimten Text mehrfach aufgegriffen und so geraten wir zunehmend in den Bann dieser Feier der Fantasie, fiebern mit und sind am Ende erleichtert und traurig zugleich. Nur gut, dass Bücher direkt wieder von vorne gelesen werden können!

Teckentrup gelingt es, durch einfachste Mittel zu zeigen, wie viel unsere Einbildungskraft bewegen kann. Fast unmerklich wachsen beispielsweise die Spielzeugfiguren, die schon auf dem Cover abgebildet sind, begleiten das Kind auf seinem Weg durch das geheimnisvolle Schloss und bieten so zusätzliche Suchanlässe.

Die Tür ist somit ein vielschichtiges Pappbilderbuch für Abenteurerinnen und Abenteurer, die es lieben, zu entdecken, was hinter der nächsten Tür wartet. Und natürlich für alle, die das Gefühl kennen, sich in Fantasiewelten zu verlieren. Gleichzeitig sind Text und Bilder angenehm weit weg von Kitschwelten, was sich auch in der mitunter ungewöhnlichen Farbgebung ausdrückt. Rundum empfehlenswert!

Saskia Geisler aus der Bilderbuchredaktion

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