Titel Akram El-Bahay

10 Fragen an Akram El-Bahay

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Julia Reibel

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Mein Name ist Akram El-Bahay. Ich bin ein Fantasy-Autor aus dem Rheinland, der nicht nur sehr gerne für Jugendliche und Erwachsene schreibt, sondern auch für Kinder. Bislang habe ich zwei Kinderbücher beim Berliner Kinder- und Jugendbuchverlag Ueberreuter veröffentlicht: Henriette und der Traumdieb (2017) und Wortwächter (2018).

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#rheinländerindenbestenjahren
#gestressteraberglücklicherehemannundvatervondrei_sehrlauten_kindern
#autormitleibundseele

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Da liegt nur eines: Die unendliche Geschichte von Michael Ende. Warum? Nun, am besten beantwortet Karl Konrad Koreander diese Frage: Ich glaube, es ist Zeit, wieder einmal nach Phantásien zu reisen!

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Ich habe bei meinen ersten Kinderlesungen mit Freude und Überraschung erfahren, wie neugierig Kinder noch immer auf das Lesen sind. Trotz aller konkurrierender Medien und aller digitaler Verlockungen. Geschichten auf Papier sind immer noch hoch im Kurs. Das finde ich sehr ermutigend. Und ich werde mir immer mehr darüber bewusst, wie schwer es ist, die komplexe Welt, die uns umgibt, für Kinder zu erzählen. Dabei geht es gar nicht darum, sie zu vereinfachen, sondern das Wichtige zu erzählen und das Unwichtige fortzulassen.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Ich erzähle einfach gerne Geschichten für Kinder (und für Erwachsene, die im Herzen noch Kinder sind) und finde, es sollte mir mit jedem neuen Buch ein wenig besser gelingen. Die Kindersicht zwingt mich, wie schon eben beschrieben, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und dabei neugierig auf das zu sein, was die Figuren meiner Geschichte alles erleben. So ganz genau weiß ich nie, was beim Schreiben als nächstes geschieht.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
In dem ich versuche meine Liebe zur gedruckten Geschichte in meinen Lesungen zu transportieren. Wenn es gelingt, die Zuhörer (wie man im arabischen Raum sagt) mit den Ohren sehen zu lassen, habe ich den wichtigsten Schritt bereits gemacht. Dann sind sie auch bereit, im Anschluss alleine zum Buch zu greifen, die erste Seite aufzublättern und sich auf den Weg in eine Geschichte zu machen.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Es erzählt eine Geschichte, die so noch nicht erzählt wurde. Dazu gehört Mut. Vom Autor, der nicht weiß, ob das Buch so einen Erfolg erzielen kann. Vom Verlag (aus denselben Gründen). Und vom Leser, der nicht genau weiß, was ihn nun erwartet. Aber diese Bücher können am meisten begeistern.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Im Grunde habe ich Dank sozialer Medien nun viel häufiger Kontakt zu meinen Lesern. Hier können sie Fragen stellen oder ihre Meinung sagen. Ich bekomme auch über Rezensionen auf Blogs oder Plattformen direkt mit, wie die Bücher ankommen. Das ist schon ein Vorteil gegenüber der rein analogen Zeit (die ich aber als Autor in der Form gar nicht kennen gelernt habe).

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Ich nutze in der Hauptsache Facebook und Instagram. Hier sind aus meiner Sicht die meisten meiner Leser unterwegs. Und daher kommt es hier auch zu einem regen Austausch. Die Leserunden zu meinen Büchern laufen auf den Portalen Lovelybooks und Lesejury. Dort ist der Austausch mit den Lesern naturgemäß kurzzeitig dann am intensivsten.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Unbedingt mit Friedrich Hechelmann oder Max Meinzold. Beide sind wundervolle Illustratoren. Friedrich Hechelmann hat unter anderem die Titelbilder von Michael Endes Momo und Cornelia Funkes Geisterritter gemalt. Max Meinzold hat eine Ausgabe des kleinen Hobbits illustriert. Außerdem hat er auch meine Kinderbücher mit wunderschönen Covern versehen. Mein Geheimtipp aber ist Königin Magrethe II. von Dänemark. Warum? Auch sie ist eine Buchillustratorin. Und hat 1977 als Ingahild Grathmer den Herrn der Ringe bebildert.


Akram El-Bahay bei Ueberreuter
Titelbild: privat

  1. Christina P.

    Ein sehr schön zu lesendes Interview, vielen Dank!

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