10 Fragen an Daniela Kulot

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Ich dachte im ersten Moment, als ich die Frage las, Sie fragen, „Wer sind Sie, und wenn ja, wieviele?“ – Will eigentlich damit sagen, dass ich auf die Frage, wer ich bin, auch keine rechte Antwort habe. Nur so viel: Bilderbuchautorin und Illustratorin, Mensch.

Aber zum zweiten Teil der Frage. Meine Arbeit an Kinderbüchern bestimmt einen großen Teil meines Lebens. Ich sitze täglich viele Stunden in meinem Atelier und schreibe oder skizziere oder male an einem neuen Bilderbuch. Auch zu Hause, am Wochenende oder im Urlaub bin ich geistig oft mit Ideen beschäftigt, notiere schnell was in mein Skizzenbuch oder schreibe mir Ideen auf. Die Bücher sind also immer bei mir.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
Ich bin ein Hashtagmuffel, mir fällt da immer nichts zu ein. Dann probiere ich es halt mit den Gängigen wie #illustratorslife #Bilderbuch #mirfälltkeinhashtagein

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
„Briefe in die chinesische Vergangenheit“ von Herbert Rosenberger. Ich habe es neulich aus einer dieser Zum-Mitnehmen-Bücherkisten vom Straßenrand gezogen. Obwohl das Buch schon relativ alt und sehr bekannt ist, habe ich es noch nie gelesen, und nun stelle ich fest, wie aktuell das Buch, das 1986 erschienen ist, immer noch ist. Gerade der Blick dieses Chinesen, der eine Zeitreise aus einem 1000 Jahre früheren Reich in unsere Gegenwart unternimmt, zeigt unter anderem die Absurditäten dieser heutigen Welt in Hinblick auf unsere Umgangsformen, Politik, Justiz, Umweltzerstörung etc.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Ich denke, meine Bücher sind ziemlich zeitlos. Themen wie Anderssein, Liebe, Freundschaft, Diversität und vieles mehr sind immer aktuell.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Ich liebe es einfach, Geschichten zu entwickeln und durch meine Illustrationen den Blick noch zu erweitern. Mein Schaffensdrang ist die stärkste Triebfeder. Und wenn die Bücher dann auch noch bei Kindern ankommen, freut mich das umso mehr.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Bei meinen Lesungen hoffe ich immer, auch Nichtleser zumindest zu Kreativität anregen zu können. Die Möglichkeit zu erkennen, dass man sich beim Schreiben und Zeichnen alle Freiheiten nehmen kann, dass man alles aufschreiben kann, was man sich schlimmstenfalls kaum zu denken wagt.
Ich merke auch immer wieder, dass, wenn ich auf der Straße skizziere, sowohl Kinder als auch Erwachsene aus unterschiedlichsten „Schichten“ kommen und beim Zusehen ganz ruhig werden. Da hoffe ich, dass das etwas bewirken kann.


Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Ich denke, ein Kinderbuch sollte in erster Linie Spaß machen, egal ob es lustig oder ernst ist. Dazu gehört eine gute Sprache, Humor, aber auch das Entdecken einer tieferen Ebene und natürlich gute Illustrationen.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Glücklicherweise gibt es von meinen Bilderbüchern noch kaum e-books oder andere digitale Formen. Ich halte es nach wie vor für sehr wichtig, dass Kindern Bücher vorgelesen werden, weil die menschliche Nähe einfach das beste ist, was ich einem Kind geben kann.
Meine Illustrationen dagegen haben sich in den letzten Jahren immer mehr digitalisiert. Mir macht es große Freude die Möglichkeiten dieser Technik künstlerisch auszutarieren. Man kommt da auf ganz neue Dinge.
Trotzdem ist mir das herkömmliche Malen genauso wichtig. Ich verbinde auch beides gerne.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Ich bin auf Facebook ziemlich aktiv. Aber das gilt ja inzwischen als das „Omaportal“. Trotzdem macht es mir viel Spaß, dort über meine laufenden Arbeit zu berichten, manchmal auch etwas privates zu schreiben, und mit Freunden und Lesern in Kommunikation zu treten.
Ansonsten bin ich auch auf Instagram. Hier findet unter Illustrator*innen ein reger und sehr inspirierender Austausch statt. Das schätze ich sehr.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Ich bringe mal den Illustrator und Autor Thilo Krapp ins Spiel.


Webseite von Daniela Kulot
Titel- und Beitragsbild: © Privat

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