10 Fragen an Andreas Schlüter

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Gerrit Meier

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Andreas Schlüter. Ich schreibe Geschichten für Kinder und Jugendliche – Erstleser bis ca. 9. Klasse. Hauptsächlich Romane, ab und zu auch Drehbücher.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#Viel beschäftigt #professionell #zuverlässig

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Ich habe keinen Nachttisch.
Neben meinem Lesesessel liegen derzeit viele Reiseführer einiger Städte; Sachbücher über die Inka, Peru und den Regenwald. Alles für Recherche. Im ebook-Reader „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse, weil es immer wichtiger wird, sich mit der EU zu beschäftigen.
Im Computer diverse Satzfahnen, Drehbücher und Manuskripte, die ich immer wieder zur Korrektur lesen und verändern muss.
Im TV diverse Netflix-Serien, weil man aus ihnen sehr viel über verdichtetes Schreiben, Plotten und Figurenentwicklung lernen kann.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Sie hat dazu geführt, dass ich viele Fragen – wie z. B. zur Bildungs-, Familien-, Wohnungspolitik, Stadtentwicklung usw, zur Literatur… – anders als Politiker, Gewerkschafter, Rezensenten u.ä. nicht aus der Sicht der Erwachsenen und Beschäftigten sehe, sondern versuche, sie aus der Perspektive der Kinder zu betrachten. Dadurch kommt man mitunter zu völlig anderen Ergebnissen als die von Erwachsenen favorisierten. (Ich halte z. B. Halbtagsjobs und Homeoffices der Eltern für das erheblich bessere Modell als Ganztagsschulen, um nur mal ein Beispiel zu nennen.)

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Das kann ich am besten.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Indem ich so schreibe, dass ich selbst es gern lesen würde, denn ich war schon immer selbst ein potenzieller Nichtleser.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Neben einer guten, sehr unterhaltsamen oder besser noch spannenden Geschichte sollte ein Kinderbuch unbedingt eine zweite, tiefere (inhaltliche, gesellschaftliche) Ebene haben, die das lesende Kind hinter der Story, zwischen den Zeilen, entdecken KANN (wenn es will).

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Ich kann jederzeit und nahezu an jedem beliebigen Ort arbeiten, weil man überall Internet hat und somit immer und sofort recherchieren und mit anderen (Verleger, Fachleute, Kollegen) kommunizieren kann. Darüber hinaus hat sich in der täglichen Arbeit für mich kaum etwas verändert, da ich von Beginn an (1993) schon immer nur auf dem Computer und nie auf Papier gearbeitet habe.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Facebook. Ist für mich das, was für Festangestellte die Teeküche oder Kantine ist (außer, dass man bei Facebook nichts zu essen bekommt).

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Frank Kühne vom Carlsen Verlag
Wolfram Hänel, Autor
Dagmar Hoßfeld, Autorin
Katja Reider, Autorin
Jürgen Banscherus, Autor
Knister, Autor
Albrecht Oldenbourg, bis vor kurzem Verlagsleiter Arena


Webseite von Andreas Schlüter
Titelfoto „Sommerarbeitsplatz“: © Privat

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