Eselsohr November 2018

Bühne frei für vier neue Gesichter

Die monatlich in der Eselsohr erscheinenden (Hör-)Buchtipps aus der Kinder- und Jugendredaktion gibt es hier zum Nachlesen.

Es ist schon etwas Besonderes, den eigenen Buchtipp nebst Foto in einer Zeitschrift wiederzufinden. Im November kommen unsere neuen Redaktionsmitglieder Yumi, Junia, Inga und Jule das erste Mal in diesen Genuss. Und als „alter Hase“ ist der zwölfjährige Yannic ebenfalls dabei.

Folgende (Hör-)Bücher haben sie testgelesen und bewertet:
Yumi (8): Yoki und die Wölfe
Junia (9): Ein Freund wie kein anderer
Inga (9): Der zauberhafte Eisladen – Vanille, Eerbeere und Magie (Hörbuch)
Jule (9): Amalia von Flatter – Vampire tanzen nicht mit Feen
Yannic (12): Dieses Leben gehört Alan Cole (bitte nicht knicken)

Und da unsere Zeichenanzahl auf Seite 34 natürlich begrenzt ist, gibt es unterhalb der Printansicht nochmal alle Buchtipps in ungekürzter Version nachzulesen.

Eselsohr November 2018

Das Cover gefällt mir, weil man nur die Schatten von Joki und dem Wolf sieht und daher nicht weiß, wie sie aussehen. Auch im Buch sind keine Illustrationen. Das finde ich toll, weil man sich dann selbst ausdenken kann wie alles aussieht. In der Geschichte geht es um Joki, der mit seiner Mama auf den Bauernhof seines Ersatzvaters zieht und bald ein Halbgeschwisterchen bekommt und um einen jungen Wolf, der sein Rudel verliert. Im Klappentext fand ich es spannend, dass Joki im Wald einem echten Wolf begegnet. Und ich wollte wissen, ob es Joki und dem Wolf gelingt, die Familie des Wolfs wiederzufinden. Die meisten Kapitel sind zuerst aus der Perspektive von Joki und dann aus der des Rudels geschrieben, manchmal ist die zweite Perspektive auch die des kleinen Wolfs. Das fand ich gut, weil ich so immer wusste, wie sich die Wölfe fühlen.
Die Geschichte ist sehr spannend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Am Ende stehen noch ein paar Fakten über Wölfe. So konnte ich einiges über Wölfe lernen, was ich toll finde. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne.
Grit Poppe: Joki und die Wölfe
(Peter Hammer 2018, ab 10)

Erdhörnchen Habbi findet den Wolf im tiefen Wald. Seine Pfote ist eingeklemmt und er will sterben. Doch Habbi überzeugt ihn, dass er leben will, hilft ihm und es entwickelt sich sogar eine Freundschaft zwischen den beiden, die eines Tages aber auf eine harte Probe gestellt wird. Das Titelbild des Buches ist sehr schön mit vielen bunten Farben, außerdem ist das Buch richtig toll geschrieben und hat viele bunte Bilder zwischen den Texten. Das Buch ist für Jungs und Mädchen ab 7 Jahren gut geeignet, da die Schrift etwas größer ist und der Zeilenabstand nicht zu klein. Das Buch hat 11 Kapitel in jedem Kapitel geht die Geschichte ein bisschen weiter. Es hat mir viel Spaß gemacht das Buch zu lesen deshalb gebe ich dem Buch 5 Sterne.
Oliver Scherz: Ein Freund wie kein anderer
(Thienemann 2018, ab 6)

Das Hörbuch handelt von Elli, die mit ihrer Familie nach Italien umzieht. Großvater Leonardo hat im Ort eine Eisdiele und begrüßt die Familie mit einem Eis. Plötzlich haben alle furchtbar Lust darauf Umzugskartons auszupacken. Überhaupt, oft wenn man von Großvater Leonardos Eis gegessen hat, ändern sich die Gefühle zum Guten. Elli macht sich auf die Suche nach dem Geheimnis des magischen Eises.
Die Geschichte ist fröhlich, ein bisschen spannend, ein klein wenig abenteuerlich, aber nie gruselig. Es geht um Gefühle, Familie und Freundschaft. Als ich das Hörbuch durchhörte, wollte ich mit gleich Notizen für meine Rezi machen. Die Geschichte ist aber so spannend, dass ich mich völlig reinvertieft habe und nachher gar nichts aufgeschrieben war. Also habe ich sie gleich noch ein zweites Mal gehört. Und es war auch beim zweiten Mal gar nicht langweilig. Die Sprecherin erzählt so gut, dass ich sogar dachte, es sei ein Hörspiel mit unterschiedlichen Sprechern.
Das Hörbuch besteht aus zwei CDs mit 156 Minuten Spielzeit, ist für Kinder ab acht Jahren empfohlen und in 38 Tracks unterteilt. Das steht auch alles auf dem Cover. Im Booklet gibt es Informationen über die Autorin und die Sprecherin. Das Bild auf dem Cover ist genauso fröhlich wie die Geschichte. Von mir 5 Sterne und ich hoffe, es gibt bald weitere Teile auf CD.
Heike Eva Schmidt: Der zauberhafte Eisladen – Vanille, Erdbeere und Magie
(gelesen von Carolin Sophie Göbel, Lübbe Audio 2018, ab 8)

Der erste Band „Vampire tanzen nicht mit Feen“ von Amalia von Flatter ist ein spannendes Buch mit vielen Geheimnissen und ekligen Dingen. Zum Beispiel das Essen, das es bei den „von Flatters“ so gibt. Da gibt es selbstgemachte Zehenmarmelade, Achselschweiß-Shakes und für die ganz Mutigen gibt es diese als Geheimrezept hinten im Buch! Aber jetzt zu Amalia. Amalia hat einen Hauskürbis namens Kürbinian und zwei gute Freunde, Flora und Todd. Ihre Eltern heißen Frivoletta und Drakon. Vorne im Buch findet ihr einmal die Landkarte von Nokturnia – dort wohnt Amalia mit ihrer Familie und eine Seite weiter sind alle Personen aus dem Buch beschrieben und gezeichnet.
Amalia hatte Besuch vom fiesen Marillo, einem hochnäsigen Prinzen. Er hat ein Geheimnis, aber das müsst ihr selber rausfinden. Der Prinz entführt Kürbinian in sein Schloss und quält ihn. Amalia, Flora und Todd wollen ihn retten, aber das ist gar nicht so einfach, denn Marillo hat Diener – die Mumienmägde. Aber mit Floras Hilfe – sie ist ein unglaublich starkes Yeti-Mädchen mit einem Sprachfehler – schaffen sie es. Wie jedes Jahr soll auch noch der barbarische Ball stattfinden, ein Monsterfest, zu dem nur die allergrässlichsten Monster eingeladen werden.
Den Rest müsst ihr selbst lesen! Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es hat viele schwarzweiße Zeichnungen (kleine und große) auf sehr dünnen Seiten, davon aber viele (217 + Rezepte). Es ist in großer Schrift geschrieben und gut zum Lesen. Ich empfehle das Buch ab 8 Jahren und gebe 5 Sterne.
Laura Ellen Anderson: Amalia von Flatter – Vampire tanzen nicht mit Feen
(Aus dem Englischen von Katrin Segerer, Scheinderbuch 2018, ab 8)

Es geht um Alan Cole, der verliebt in seinen Mitschüler Connor ist. Als sein Bruder davon erfährt, erpresst er Alan kurzer Hand: wenn er nicht in einer Woche 7 schwere Aufgaben besteht, wird sein Bruder der ganzen Schule verraten, dass Alan schwul ist. Zum Glück helfen Alan seine Freunde, denn die Schule und vor allem Connor dürfen auf keinen Fall erfahren, dass er in einen Jungen verliebt ist.
Es ist toll, dass es um ein solches Thema geht, weil es viel zu selten angesprochen wird und trotzdem eine große Rolle in dieser Zeit spielt. Ich finde den Titel und vor allem den Untertitel passend für den Humor der Hauptfigur. Allerdings hätte man das Titelbild bestimmt noch ein bisschen freundlicher gestalten können, denn auch wenn es ein ernsteres Buch ist, so spielt auch der Humor eine Rolle in der Geschichte und das Gesicht wirkt sehr depressiv.
Als ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen, denn auch wenn ich mehr auf Fantasie-Geschichten stehe, wirkte der Klappentext sehr ansprechend und geheimnisvoll. Dieses Buch hat mich so gefesselt, dass ich dachte, ich wäre die Hauptfigur und erlebe das Alles. Zwar brachte mir das ein paar schlechte Träume, aber dennoch liebe ich es, so in Geschichten gezogen zu werden.
In dem Buch ist kein Inhaltsverzeichnis vorgesehen, da die Kapitel allerdings nummeriert sind, ist dies kein großes Problem. Die Charaktere sind sehr verschieden, so gibt es zum Beispiel arrogante, witzige und wissbegierige Figuren. Ich fand meinen Lieblingscharakter sofort und denke, dass fast jeder andere bei dieser großen Auswahl auch seinen findet. Die Schrift ist in einer angenehmen und leicht lesbaren Schrift geschrieben. Ich finde gut, dass es am Ende zwar kein endgültiges Happy End gibt, die Geschichte so aber lebensechter erscheint. Ich empfehle das Buch für Jungen ab 12 Jahren und vergebe 5 Sterne.
Eric Bell: Dieses Leben gehört Alan Cole (bitte nicht knicken)
(Aus dem Englischen von André Mumot, Fischer Sauerländer 2018, ab 11)

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