10 Fragen an Anna Böhm

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Elsa Böhm

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Ich bin Autorin, habe Drehbuch studiert und schreibe genauso gern für Kinder wie für Erwachsene. Im echten Leben habe ich zwei Töchter, bin gebürtige Berlinerin und koche ungern, aber regelmäßig.
Kinder liebe ich ebenso wie Bücher und gute Geschichten – da fällt mir das Schreiben von Kinderbüchern nicht schwer.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#VieleZettel #VorfreudeAufsNächsteBuch #KaffeeIstAlle

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Auf meinem Nachttisch liegt immer ein Buch von Charles Dickens, einem meiner liebsten Autoren. Außerdem liegt dort ein Stapel angefangener Bücher, der aufgrund seiner Höhe früher oder später zu einem Haushaltsunfall führen wird.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Mhm, schwer zu sagen. Bei mir ist es eher andersherum und meine Sicht auf die Gesellschaft beeinflusst meine Arbeit. Ich greife in meinen Geschichten automatisch Themen auf, die mir wichtig sind. Zum Beispiel möchte ich in Zeiten des medialen Überflusses Kinder darin bestärken, bei sich selbst zu bleiben, alles zu hinterfragen und eigene Wege zu gehen.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Da wäre eher die Frage, welche Kraft mich davon abhalten könnte, denn Kinder sind hervorragende Leser, sie sind aufmerksam und interessiert und lassen sich gern in andere Welten entführen.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
In Lesungen merke ich, dass sich eigentlich alle Kinder für Bücher und Geschichten interessieren. Natürlich muss man auch auf jene Kinder zugehen, die keine Leseratten sind und die viel zitierten Sehgewohnheiten bedenken. Daher versuche ich, meine Geschichten unterhaltsam und kurzweilig zu schreiben, und heute kann in einem Kinderbuch ruhig etwas mehr los sein als vor 50 Jahren. Im Übrigen lasse ich die Finger von ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen 😉

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Humor. Tolle kindliche Helden. Neue Welten. Neue Blickwinkel. Aufrichtigkeit. Emotion. Keine Erwachsenenwitze. Viel Spielraum für Fantasie. Noch mehr Humor.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Kinder ändern sich nicht, nur weil es das Internet gibt; sie haben trotzdem Fantasie und spielen gern. Die Herausforderung ist sicherlich, trotz der vielen anderen Angebote Kinder für Bücher zu begeistern, aber ich glaube, dass Bücher immer ein fester Bestandteil von Kindheit sein werden.
Fürs Schreiben selbst ist die Digitalisierung eine riesige Hilfe. Ich muss die Manuskripte nicht mit dem Füller schreiben und mein Laptop räumt mir die Freiheit ein, zwischen Zimmer, Küche und Bibliothek herumzunomadisieren. Was ich nicht weiß, kann ich im Internet nachgucken und weiß sofort, dass herumnomadisieren nicht im Duden steht.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Familie. Freunde. Festnetz. Ehrlich gesagt, habe ich nicht mal ein Handy, lasse ich mich aber mit Begeisterung durchs Internet ablenken.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Mit Susanne Göhlich, die als Illustratorin noch mal einen ganz anderen Blick auf Geschichten hat. Oder mit meiner tollen Lektorin beim Oetinger-Verlag, die bestimmt viel mehr über Kinderbücher weiß als ich.


Anna Böhm und Emmi & Einschwein bei Oetinger
Titelfoto: © Elsa Böhm

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