10 Fragen an Anna Lott

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Kathrin Truhart

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Ich bin Anna Lott, Autorin. Ich schreibe Bücher, Filme und Hörfunkgeschichten für Kinder, darunter zum Beispiel „Moppi & Möhre. Abenteuer im Meerschweinchenhotel“, „Luzies verrückte Welt“, „Eine Oma für Fridolina“ oder „Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel“.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#Nicht #eng #denken

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Bei mir liegen derzeit nebeneinander „Die potente Frau“ von Svenja Flaßpöhler, „Die Känguruh-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling und „Die Mississippi-Bande“ von Davide Morosinotto. Das letzte Buch lese ich aktuell mit meinen zwei Kindern (8 und 11) und wir können kaum aufhören damit.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Uff, nicht einfach darauf eine knackige Antwort zu geben. Ich versuche es mal. Mein Anspruch ist der, Geschichten zu schreiben, die für alle Kinder interessant sind – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Bildungsniveau. Bei meinen Lesungen werden mir die Kids immer mal wieder von Lehrer*innen mit sorgenvollen Gesichtern als „Kinder mit Migrationshintergrund“ oder „unruhige Kinder“ angekündigt. Wenn dann plötzlich alle zuhören und lachen und Fragen stellen – darunter übrigens auch die „ruhigen Kinder“ – fühle ich mich darin bestätigt, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt und wir in emotionaler Hinsicht verdammt ähnlich ticken. Wir sind einfach alle Menschen. Nicht mehr und nicht weniger. Geschichten können dabei helfen, sich immer wieder daran zu erinnern.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Es macht mir Spaß! Ich liebe es zu schreiben und Figuren und Storyworlds zu entwickeln. Und wenn das bei der Zielgruppe gut ankommt – Bingo! Ziel erreicht, weiter geht’s!

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Über meine eigene Begeisterung. Das steckt an.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Dass die Zielgruppe nicht mehr damit aufhören kann es zu lesen bzw. „Weiter! Weiter!“ ruft, wenn die Erwachsenen es vorlesen. Von daher sollte es im Vorlesesektor nach Möglichkeit auch für Erwachsene spannend sein. Und, klare Sache: Die Illustrationen sollten den Kindern gefallen.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Ich arbeite einerseits schneller, da der Austausch mit Kolleg*innen unmittelbarer ist. Andererseits fühle ich mich dazu herausgefordert, mich im Wirrwarr des Internets nicht zu vertüdeln. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich die besten Ideen habe, wenn ich Sport mache oder mit meiner Familie und Freund*innen zusammen bin oder mich entspanne.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Ich poste Neuigkeiten von mir auf Facebook und habe eine eigene Website (www.annalott.com). Zu mehr fehlt mir derzeit schlichtweg die Zeit.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Mit den Handelsvertretern der Verlage. Ich wundere mich so häufig, nach welchen Kriterien Kinderbücher als „markttauglich“ eingestuft werden. Dank der Antworten wüsste ich dann endlich, wie ein Bestseller funktioniert. 😉


Webseite von Anna Lott
Titelbild: © Goethe Institut Paris

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